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Wie viel Taschengeld ist genug?
Bild: Shutterstock
Taschengeld

Wie viel Taschengeld ist genug?

Vier von fünf Eltern zahlen ihren Kindern ein Taschengeld. Doch wie viel Geld ist für das jeweilige Alter des Kindes angemessen? “Geld und Haushalt”, der Beratungsdienst der Sparkassen, gibt hierfür Empfehlungen. Gute Nachrichten für Kinder: die Taschengeldbeträge sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen.

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ie viel Taschengeld ist genug? Wie kann ich mein Kind behutsam an den verantwortungsvollen Umgang mit Geld heranführen? Empfehlungen gibt der Beratungsdienst “Geld und Haushalt” der Sparkassen.

Bis neun Jahren Taschengeld wöchentlich auszahlen

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Was der eine Sohnemann im Nu für Süßes verprasst… Bild: colourbox.com

Spätestens mit der Einschulung sollten Kinder einen kleinen Betrag zur freien Verfügung bekommen. Bis zum Alter von neun Jahren zahlen Eltern ihren Kindern das Taschengeld am besten wöchentlich aus. Denn die meisten Kinder können erst ab dem zehnten Lebensjahr einen ganzen Monat finanziell überblicken. Bei der Höhe gibt es kein Richtig oder Falsch. Eltern sollten sich hier an ihrem eigenen Lebensstandard orientieren und ihr Kind verantwortungsbewusst an den Umgang mit Geld heranführen. Eine rechtliche Verpflichtung fürs Taschengeld gibt es übrigens nicht.

Bis zum Alter von 10 Jahren empfehlen Experten kleinere Beträge von bis zu 3 Euro in der Woche. Ab 14 Jahren steigt der Konsumwunsch von Jugendlichen an. Ob für Kleidung und Schuhe, Essen außer Haus, Kosmetik und Pflege sowie Handy und Internet: Hier können Eltern durchaus ein zusätzliches Budget von 5 bis 50 Euro einplanen, besser gesagt: dem Jugendlichen geben.

Umgang mit Geld in der Familie anstoßen

Heranwachsende lernen auf diese Weise, ein größeres Budget einzuteilen und auf einem eigenen Konto zu verwalten. Wichtig ist es, das Gespräch über Geld in der Familie anzustoßen und damit die Themen finanzielle Eigenvorsorge und private Finanzplanung frühzeitig zu verankern, sagen Experten, denn finanzielle Bildung kommt in den Schulen immer noch zu kurz. Dabei ist sie die Grundlage für Finanzkompetenz auch im Erwachsenenalter.

Die aktuellen Empfehlungen zur Taschengeldhöhe sowie weitere Anregungen zum Umgang mit Geld in der Familie gibt es auf der Internetseite von Geld und Haushalt. Dort können interessierte Eltern auch den kostenfreien Elternratgeber Fahrplan Taschengeld bestellen.

Taschengeldempfehlungen

Quelle: Aktualisierte Zahlen 2018 auf Basis der Expertise “Taschengeld und Gelderziehung” des Deutschen Jugendinstituts in Zusammenarbeit mit Geld und Haushalt, Beratungsdienst der Sparkassen-Finanzgruppe

unter 6 Jahre: 0,50 bis 1 Euro/Woche
6 Jahre: 1 bis 1,50 Euro/Woche
7 Jahre: 1,50 bis 2 Euro/Woche
8 Jahre: 2 bis 2,50 Euro/Woche
9 Jahre: 2,50 bis 3 Euro/Woche

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Klare Spielregeln auch für Eltern

Für einen optimalen Lerneffekt sollten sich Eltern an klare Spielregeln halten, zum Beispiel an einen festen Auszahlungstermin. Zudem sind Vorschriften tabu, wie das Taschengeld ausgegeben wird. Mag der Sohnemann den 10-Euro-Schein im Nu für Süßes und Kinobesuche verprassen, während die Tochter jeden Euro in ihr Sparschwein versenkt – das Geld gehört den Kindern. Eltern schreiten am besten höchstens beratend ein.

Auch von zu hohen Beträgen sollten Eltern die Finger lassen, um maßlose Wünsche zu vermeiden. Ein weiterer Tipp: Nicht zu schnell weich werden, wenn das Kind bereits vor Monatsende „pleite“ ist, sondern dann besser besprechen, wie es dazu gekommen ist und welche Lösungen es gibt. Denn wer bereits in jungen Jahren lernt, mit Geld umzugehen, kommt auch später meist besser zurecht.

Das erste Konto

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… spart der andere emsig an. Durch Taschengeld lernen Kinder, mit Geld umzugehen. Bild: colourbox.com

Bereits Grundschulkinder können mit einem Startkonto lernen, wie man Ausgaben kontrolliert und Sparziele erreicht. Der KNAX-Klub der Berliner Sparkasse bietet hierfür ein pädagogisches Konzept an, das mit spielerischen Elementen an den Umgang mit Geld heranführt. Mehr dazu in unserem Beitrag ‘Didi, Dodo und die großen Zinsen’ und auf der Website der Berliner Sparkasse.

Ab dem zwölften Geburtstag wird aus dem Startkonto ein vollwertiges Girokonto mit Sparkassen-Card. Mit Erlaubnis der Eltern können Kinder dann ihre erste Visa Card Basis für Reisen und Einkäufe bekommen, kostenlos bis zum 21. Geburtstag. Mehr dazu in unserem Artikel Das junge Reise-Duo und auf der Website der Berliner Sparkasse.

Ratgeber "Kinder, Kinder"

Familienplanung sollte nicht nur eine Frage des Geldes sein. Dennoch kann es helfen, die Kosten im Blick zu behalten – denn bis zum 18. Lebensjahr kommen im Durchschnitt rund 160.000 Euro zusammen. Erfahren Sie mehr in unseren Beiträgen:

Was Kinder kosten: Windeln, Schwimmkurs, Schulausflüge – mit welchen Kosten Eltern bis zur Volljährigkeit des Kindes kalkulieren müssen.

Führerschein, eigene Wohnung, Ausbildung: Was Kinder jenseits des 18. Lebensjahrs kosten.

Kindergeld, Elterngeld, Betreuungskosten: Wichtige finanzielle Erleichterungen für Familien im Überblick

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