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Bake Room
Von Vorne nach hinten: Marica Walkling mit ihren Töchtern Sophia und Ariella. Bild: Promo
Start-up des Monats

Malen auf Kuchen

Im BakeRoom gibt es alles, was das Herz von Hobby-Bäckern begehrt. Der kleine Laden verkauft als einziger in Deutschland trendige Malfarben aus Australien, mit denen Berliner direkt auf Kuchen malen können.

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anche Kundin, die den BakeRoom in Wilmersdorf betritt, wähnt sich in einem Spielzeug-Geschäft. Die Tische stehen voller bunter Back-Dekorationen, jeder Zentimeter ist ausgenutzt. So wie in einem Spielzeugladen. Fast deckenhohe Regale voller Backzubehör füllen die Wände.

Ein Paradies für Groß und Klein, die Lust auf Backen haben.

Hinzu kommt eine Theke für Frozen Joghurt. Draußen laden weiße Stühle und Tische zum Sitzen ein und locken vor allem die Eltern an, die vorher auf dem nahen Spielplatz waren und jetzt für ihre Kinder ein schattiges Plätzchen suchen.

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Bild: Promo

„Wenn ich den Laden heute sehe, hat das mit den Anfängen wenig zu tun“, sagt Marica Walkling und lacht. „Wir haben klein angefangen, das Sortiment ist immer mehr gewachsen“, erzählt die 56-Jährige, die den Laden seit September 2016 betreibt. Ihre beiden Töchter (21 und 23) helfen neben dem Studium fleißig mit und halten der Mutter den Rücken frei, falls diese mal Besorgungen machen muss. Berühmt und beliebt ist der BakeRoom für seine australischen Farben der Firma „Sweet Sticks“, mit denen Hobby-Bäcker direkt auf dem Kuchen malen können. „Die hat kein anderes deutsches Geschäft.“

„Hör genau hin, was deine Kunden wollen und brauchen – und mache dich mit deinem Angebot besonders.“ Marica Walkling (BakeRoom)

Damit wären wir schon beim ersten Tipp, den Marica Walkling anderen Gründern mit auf den Weg gibt: „Hör genau hin, was deine Kunden wollen und brauchen – und mache dich mit deinem Angebot besonders.“ Dabei profitiert sie vom großen „Back-Trend“, der in Deutschland momentan herrscht. Anders als beim Kochen, das die Deutschen scheinbar viel lieber im Fernsehen sehen als selbst am Herd zu stehen, wird Backen immer beliebter. Die großen Trends derzeit: Fondant-Torten in süßer Hülle oder „Naked Cakes“, bei denen der Teig durchscheint und lediglich mit etwas Obst dekoriert wird. Und auch die Buttercreme, bei der so mancher voller Reue an großzügig konsumierter Hochzeitstorte denkt, kehrt zurück.

Backen hat immer Saison – auch bei Männern

Die großen Backtrends kommen dabei vor allem aus den USA: Muffins, Cupcakes, Cake Pops. „Aber auch Asien schwappt gerade zu uns rüber, zum Beispiel Blumen aus Bohnenpaste“, berichtet Marica Walkling. Die Ergebnisse und Produkte hierfür postet sie gern auf Facebook oder Instagram, um hier potenzielle Kunden auf ihren Laden aufmerksam zu machen. „Man muss fleißig sein – freie Minuten gibt es nicht.“

Bake Room
Bild: Promo

Dabei läuft das Geschäft mit dem Backen keineswegs saisonal: Natürlich sind die Feiertage wie Weihnachten und Ostern willkommene Anlässe bei ihr vorbeizuschauen, aber auch im Frühling und Sommer backen die Berliner gern: zum Beispiel für die Geburtstage und Hochzeiten im Mai. Übrigens nicht nur Frauen, sondern auch immer mehr Männer, wie Marica Walkling in ihren Workshops feststellt. Hier können sich Erwachsene an der Back-Kunst versuchen: Kuchenteig anrühren, Buttercremes verstreichen, Bordüren basteln, Blumen spritzen und Blätter zeichnen. Ihre Workshops tragen zudem das Zertifikat der renommierten Tortendekorateure von den renommierten Tortendekorateuren “Wilton”:http://wiltontortenkurse.de/.

Webshop in Planung

„Selber machen liegt im Trend: Ein so aufwändig gestalteter Kuchen kann vom Konditor schon mal bis zu 250 Euro kosten“, berichtet Marica Walkling, die selbst damit liebäugelt, ihr Unternehmen mit einer Ausbildung zum Konditormeister zu komplettieren. Auch zu Kindergeburtstagen lädt sie ein und bietet hierfür besondere Geburtstagspakete. So kam sie auch selbst zu ihrer Geschäftsidee: „Meine Töchter wollten immer die außergewöhnlichsten Kuchen zum Geburtstag haben. Und da habe ich festgestellt, dass Läden, die sich auf Backzubehör spezialisieren, in Berlin rar sind.“ Damit Berliner für ihr Backzubehör nicht zehn Kilometer fahren müssen, ist sie dabei, ihr Ladengeschäft mit einem Webshop zu ergänzen.

„Wichtig für Gründer ist es, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, hier die Motivation immer wieder aufzuladen, und sich fachliche Expertise bei Experten zu holen.“ Marica Walkling (BakeRoom)

Sie selbst kommt aus der kaufmännischen Ecke. 2013 reifte dann die Idee sich selbstständig zu machen. Für Marica Walkling ein Wagnis, bei dem ihre Töchter ihr gut zuredeten. „Mama mach das! Das ist doch immer dein Traum gewesen.“ Dabei unterstützt sie die Berliner Sparkasse.

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Bild: Promo

„Hier haben mir die Berater fachlich fundierte Fragen gestellt. Ich habe sofort gemerkt, dass sie sich gut vorbereitet hatten und auskannten. Ich kam mit einem sehr detaillierten Businessplan und den haben wir dann gemeinsam noch feinjustiert“, erinnert sie sich – und gibt Gründern einen zweiten wichtigen Tipp auf den Weg: „Wichtig für Gründer ist es, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, hier die Motivation immer wieder aufzuladen, und sich fachliche Expertise bei Experten zu holen.“ So habe ihr ein Gründercoaching in der Vorgründungsphase geholfen, das sie nach einem erfolgreichen Assessment bei dem LOK.a.Motion in Kreuzberg erhalten hat.

Zudem empfiehlt sie Gründern, die Einnahmen und Ausgaben selber permanent im Blick zu behalten und nicht alles einfach an den Steuerberater auszulagern. Da kommt die kaufmännische Erfahrung durch.

Abschalten beim Tanzkurs

Für den Sommer stehen die Zahlen gut: Dann nehmen viele Eltern des benachbarten Spielplatzes gern bei ihr Platz. Auch der Webshop soll jetzt mehr Aufmerksamkeit bekommen, da der Laden jetzt läuft. Um doch mal abzuschalten, hat sie einen Tanzkurs begonnen. „Ich brauche feste Termine für Hobbies – dann mache ich es“, sagt sie und lacht. Nicht nur jeder Zentimeter des Ladens ist bei der Unternehmerin ausgefüllt – auch jede freie Minute ihres Privatlebens. „Ich würde mich trotzdem immer wieder für die Gründung entscheiden, für mich ist es die absolut richtige Entscheidung gewesen.“

BakeRoom
Ludwigkirchplatz 12
10719 Berlin
Telefon: (030) 88 62 72 70
www.bakeroom.de

Öffnungszeiten:
Mo. 12 – 18 Uhr
Di. – Sa. 10 – 18 Uhr
So. nach Vereinbarung

Gut gegründet!

Für Jung­unter­nehmer und die, die es werden wollen, hat die Berliner Sparkasse ihr gesamtes Know-how im FirmenCenter Grün­dung und Nachfolge ge­bün­delt. Dort wer­den Existenz­gründer und Unter­neh­mens­nach­folger nach der Finan­­zierungs­­zu­­sage mindes­tens drei Jahre lang von einem erfah­renen Kom­petenz­team indi­viduell begleitet. Außerdem können sie das große Experten­netz­werk mit Coaches, Unter­nehmens­beratern und Steuer­experten nutzen.

Telefon: 869 855 50
www.berliner-sparkasse.de/gruendung

Alles was du brauchst:“ Die Spezialisten Arnas Bräutigam und Till Willebrand aus dem FirmenCenter Gründung und Nachfolge der Berliner Sparkasse erklären, was Start-ups zum Start wissen müssen. Hier geht’s zum Interview.

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