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Die drei Finalisten und Preisträger mit den Gratulanten Heinrich Haasis, Dr. Johannes Evers und Dilek Kolat. Bild: Elke A. Jung-Wolff
Roman Herzog Preis

Berliner Projekte mit bundesweiter Strahlkraft

Erstmals wurde in Berlin der mit insgesamt 30.000 Euro dotierte Roman Herzog Preis des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes und der Berliner Sparkasse verliehen. Er würdigt Initiativen, die Vorbildcharakter für ganz Deutschland haben. Das sind die Preisträger.

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rei Gewinner, ein Preis, eine Vision: Ausgezeichnet wurden drei Berliner Initiativen, die mit ihrem sozialen Engagement im Sinne Roman Herzogs für einen spürbaren Ruck in Berlin sorgen und Strahlkraft auf ganz Deutschland haben.

„Mit dem Preis ehren wir das Andenken an den langjährigen Kuratoriumsvorsitzenden unserer Stiftung Brandenburger Tor“ eröffnete Dr. Johannes Evers, Vorstandsvorsitzender der Berliner Sparkasse und Gastgeber der Stiftung den feierlichen Abend. „Und ganz in seinem Sinne zeichnen wir insbesondere Menschen aus, die sich mutig wie tatkräftig für unsere Gesellschaft engagieren.“ Die Preisträger wurden aus mehr als 40 Bewerbungen ausgewählt und Heinrich Haasis, Präsident des deutschen Sparkassen- und Giroverbandes a.D. betont: „Die Preisträgerprojekte haben Modelcharakter für die gesamte Bundesrepublik.“

Schlesische 27 - Kunst und Bildung

Schlesische 27
Barbara Meyer, Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin von “Schlesische 27” mit Jugendlichen des Kreuzberger Kulturprojektes. Bild: Elke A. Jung-Wolff

Über den ersten Preis freute sich das Kreuzberger Kulturprojekt Schlesische 27/S27 Kunst und Bildung. Dieses unterstützt bereits seit den 1980ern Jugendliche aus allen Nationen in der Berufsfindung. In den Ateliers und Werkstätten in Kreuzberg können sie ihre Stärken und Interessen entdecken und ausleben.

„Wir unterstützen ausdrücklich die frechen und unerwarteten Ideen der jungen Menschen“, erklärte Barbara Meyer, Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin des Vereins. „Indem sie ihre Talente entfalten können, machen wir sie stark.“

Wir unterstützen ausdrücklich die frechen und unerwarteten Ideen der jungen Menschen. Indem sie ihre Talente entfalten können, machen wir sie stark. Barbara Meyer, Kulturprojekt S27

Den Roman Herzog Preis zu gewinnen, bedeute ihr viel, unterstrich Meyer. Sie bewundere die klare Sprache seiner Ruck-Rede. „Er hat nicht so etwas Blumiges gesagt wie ‚Die Deutschen müssen mehr partizipieren’ wie es vielleicht andere Politiker getan hätten. Wir als Künstler sind auch Freunde einer klaren Sprache.“

Mit den 20.000 Euro Preisgeld will der Verein eine neue Holzwerkstatt aufbauen und das in der Einrichtung gemeinsam gekochte Mittagessen mitfinanzieren. Außerdem engagiert sich der Verein für Flüchtlinge. Hauptprojekt für 2018 wird der Aufbau eines Recycling-Baumarktes sein, in dem geflüchtete Menschen gebrauchte Materialien aufbereiten und zum Verkauf anbieten können.

30 Prozent der Berliner engagieren sich ehrenamtlich – Berlin ist ein Labor, in dem in vielerlei Hinsicht wegweisende Lösungen gefunden werden. Dilek Kolat, Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung (SPD)

Aufbruch Neukölln

Aufbruch Neukoelln
Der Verein “Aufbruch Neukölln” setzt sich für die soziale schulische und erzieherische Entwicklung der Bewohner Neuköllns ein. Bild: Elke A. Jung-Wolff

„Statt sich ärgern – machen! Jede Veränderung beginnt mit einem ersten Schritt“, antwortet Preisträger Kazim Erdogan vom Verein Aufbruch Neukölln auf die Frage, was die drei Preisträger vereint. Als Finalist erhielt der Verein 5.000 Euro für verschiedene Projekte, die das Miteinander im Bezirk erleichtern und Jugendliche in ihrer schulischen und sozialen Entwicklung unterstützen. Als besonders innovativ lobte Dilek Kolat, Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, in ihrer Laudatio die Vätergruppen, die sich insbesondere an türkische und arabische Männer richten.

Weiterhin fördert eine jährliche Woche der Sprache und des Lesens die Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen. Gemeinsame Feste stärken überdies das Gemeinschaftsgefühl von Menschen verschiedener Herkunft und Region, auch über die Grenzen des Bezirkes hinaus.

Heinz und Heide Dürr Stiftung

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Heinz und Heide Dürr engagieren sich persönlich mit ihrer Stiftung für die frühkindliche Bildung und Chancengleichheit in Kindertagesstätten. Bild: Elke A. Jung-Wolff

Handeln statt Reden – darin seien die Berliner groß, bestätigt auch Dilek Kolat: „Es engagieren sich 30 Prozent der Berliner ehrenamtlich – Berlin ist ein Labor, in dem in vielerlei Hinsicht wegweisende Lösungen gefunden werden.“

Dies gilt auch für die Heinz und Heide Dürr Stiftung – ebenfalls Finalistin 2017. Die Stiftung engagiert sich in Kindergärten für Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen, die zu Hause nicht genügend Förderung erfahren. „Eine Maxime der Stiftung ist es, die Eltern einzubeziehen und sie als Experten und als erste Erzieher ihrer Kinder ernst zu nehmen“, so der Gründer der Stiftung, Heinz Dürr.

Was in einer Berliner Einrichtung begann, haben bundesweit bereits 500 Kitas übernommen. Damit erinnern wir uns an einen weiteren Satz Roman Herzogs: „In Berlin wird Zukunft gestaltet. Nirgendwo sonst in unserem Land entsteht so viel Neues.“ Die Heinz und Heide Dürr Stiftung ist ein Beispiel, welche bundesweite Strahlkraft Berlin für ganz Deutschland hat.

Roman Herzog Preis

Der Roman Herzog Preis wird künftig jährlich ausgelobt. Er würdigt Berliner Projekte oder Initiativen, die Unternehmertum wirkungsvoll mit gesellschaftlichen Engagement verbinden und Themen bewegen, die für die Weiterentwicklung der Gesellschaft und deren Zusammenhalt wichtig sind. Die Projekte sollen zudem das Potential haben, aufgrund ihres Vorbildcharakters in die gesamte Bundesrepublik auszustrahlen:

www.berliner-sparkasse.de/roman-herzog-preis

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