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Bild: Elke A. Jung-Wolff
Roman Herzog Preis 2019

„Das passt einfach“

Zum dritten Mal hat die Berliner Sparkasse gemeinsam mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) mit dem Roman-Herzog-Preis soziale Projekte aus Berlin gewürdigt, deren Strahlkraft über die Stadtgrenzen hinausreicht. Gewinner 2019 ist Quinoa Bildung – eine Schule aus dem Wedding, die allen Jugendlichen die gleichen Chancen auf einen Abschluss verschaffen will.

E

s ist mittlerweile gute Tradition beim am 5. November 2019 zum dritten Mal verliehenen Roman Herzog Preis, dass der Vorjahresgewinner die Laudatio auf die aktuellen Finalisten hält. In diesem Jahr übernahm diese Aufgabe daher Dr. Christoph Schmitz, Geschäftsführer von Ackerdemia e.V..

Preisträger sind Vorbilder für andere Städte

Seine Laudatio auf die diesjährigen Finalisten, „die alle auf sehr innovative, nachhaltige Art soziale Probleme in Berlin lösen und Vorbilder für Berlin und andere Städte sind“, geriet pointiert und warmherzig und sorgte bei der Preisverleihung im festlich angestrahlten Max Liebermann Haus direkt neben dem Brandenburger Tor für magische und berührende Momente. Roman Herzog war von 1999 bis 2015 Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Brandenburger Tor, der Kulturstiftung der Berliner Sparkasse, und hat in seiner berühmt gewordenen Berliner Ruck-Rede aus dem Jahr 1997 viel Wahres und Bleibendes gesagt. Daher dürfte das, was auch in diesem Jahr die 40 eingereichten Projekte, unter denen die Jury drei Finalisten auswählte, an gesellschaftlichem Engagement bündeln, ganz im Sinne Herzogs gewesen sein.

Roman-herzog-preis Schleweis Evers
Bild: Elke A. Jung-Wolff

Berliner Sparkasse ist nah an den Menschen

Helmut Schleweis, der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), der gemeinsam mit Dr. Johannes Evers, dem Vorstandsvorsitzenden der Berliner Sparkasse, die Preisträger auszeichnete, sagte: „Die Sparkasse ist nah an den Menschen. Was wir sehen, ist, dass sich viele Menschen Veränderungen wünschen, das Vertraute aber nicht verlieren wollen. Genau da kann gesellschaftliches Engagement helfen und Brücken bauen. Wenn man sieht, dass 40 hochgradig engagierte Projekte eingereicht wurden, weiß man, welche Bedeutung dieser Preis inzwischen hat. Ich hoffe, das ist Beispiel für viele, um nachzueifern.“

Quinoa Bildung aus Berlin-Wedding gewinnt den 1. Platz

Die drei Finalisten 2019 wurden den Gästen in kurzen Einspielfilmen vorgestellt. „Wir hatten die Qual der Wahl“, sagte Prof. Dr. Jürgen Mlynek, der Vorsitzende des Kuratoriums, das kurz vor dem Festakt den Gewinner ausgewählt hatte. „Es war wie in den Vorjahren auch eine schwierige Entscheidung.“ Zum Gewinner des mit 20.000 Euro dotierten Preises wurde die Quinoa Bildung gGmbH gekürt – ein Projekt aus Berlin-Wedding, das sozialökonomisch benachteiligten Jugendlichen einen Schulabschluss ermöglicht.

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Bild: Elke A. Jung-Wolff

Abschluss und Anschluss – das ist das Credo der 2014 gegründeten Schule aus dem Brennpunkt-Kiez. Noch immer hängt Bildungserfolg in Deutschland maßgeblich von der Herkunft ab – das will Quinoa, benannt nach einer widerstandsfähigen Kornsorte aus den Anden, verändern. „Für uns ist das Thema Chancengerechtigkeit in der Bildung sehr wichtig“, sagte Quinoa-Geschäftsführerin Ulrike Senff. „Wir sehen uns als einen Akteur in der Gesellschaft, der mit einer besonderen Haltung rangeht und diese Haltung jeden Tag lebt. Als wir uns mit dem Roman Herzog Preis beschäftigt haben, haben wir gesagt: Das passt einfach.“

Platz 2 an Silbernetz e. V. und Straßemkinder e. V.

Platz 2, jeweils mit 5000 Euro dotiert, teilten sich Silbernetz e. V. und Straßenkinder e. V.

Strassenkinder Roman-herzog-preis
Bild: Elke A. Jung-Wolff

„Man darf Kinder nicht sich selber überlassen“, sagte Eckhard Baumann, der Vorsitzende der im Jahr 2000 gegründeten Initiative Straßenkinder e. V. „Jeder hat eine zweite, dritte und vierte Chance verdient.“ In drei Bereichen wirkt der Verein: in der Straßensozialarbeit mit obdachlosen Kindern und Jugendlichen, im Kinder- und Jugendhaus BOLLE und in der Integrationsarbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Fluchthintergrund.

Silbernetz Roman-herzog-preis
Bild: Elke A. Jung-Wolff

Silbernetz e. V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, ältere Menschen aus der Einsamkeit zu holen. An Weihnachten 2017 starteten Silbernetz-Gründerin Elke Schilling und ihr Team das Silbertelefon, eine Hilfs- und Kontakthotline für ältere Menschen. Inzwischen wurden über 7.000 Gespräche geführt. „Mancher Anrufer und manche Anruferin sagt: Ich habe Ihre Nummer schon so lange liegen – jetzt habe ich mir einen Ruck gegeben“, erzählte Elke Schilling. Der Ruck als Leitmotiv. Der Ruck, aufeinander zuzugehen. Der Ruck, Dinge zu verändern. Der Ruck, den Roman Herzog gemeint hat – und den die drei Finalisten, den alle 40 eingereichten Projekte vorbildlich leben. Das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro wurde vom DSGV zur Verfügung gestellt, je 5.000 Euro für die zweitplatzierten kamen von der Berliner Sparkasse.

Roman Herzog Preis

Der Roman Herzog Preis wird jährlich ausgelobt. Er würdigt Berliner Projekte oder Initiativen, die Unternehmertum wirkungsvoll mit gesellschaftlichem Engagement verbinden und Themen bewegen, die für die Weiterentwicklung der Gesellschaft und deren Zusammenhalt wichtig sind. Die Projekte sollen zudem das Potential haben, aufgrund ihres Vorbildcharakters in die gesamte Bundesrepublik auszustrahlen:

www.berliner-sparkasse.de/roman-herzog-preis

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