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Strahlende Sieger: Die Organisatoren des Projekts Ackerdemia haben den diesjährigen Roman Herzog Preis gewonnen. Bild: Elke A. Jung-Wolff
Roman Herzog Preis 2018

„Wir sind überwältigt“

Zum zweiten Mal hat die Berliner Sparkasse mit dem Roman Herzog Preis Berliner Projekte mit bundesweiter Strahlkraft gewürdigt. Die diesjährigen Gewinner konnten bei der feierlichen Preisverleihung nicht minder strahlen.

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euchtend rot erstrahlte das Max Liebermann Haus neben dem Brandenburger Tor – und deutete bereits von Weitem an, welch besonderer Preis an diesem Abend zum zweiten Mal vergeben wurde: der Roman Herzog Preis. Benannt nach dem ehemaligen Bundespräsidenten (1934 – 2017), der mit seinem Satz „Es muss ein Ruck durch Deutschland gehen“ Maßstäbe setzte.

„Wir Sparkassen sind sehr nah dran an unseren Kunden. Wir spüren derzeit sowohl ein Vorangehen als auch eine Furcht vor Veränderung. Und gesellschaftliches Engagement ist der Schlüssel zu beidem.“ Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV)

Roman Herzog war lange Jahre Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Brandenburger Tor, der Kulturstiftung der Berliner Sparkasse, die in das historische Haus einlud. Hier hatte der berühmte impressionistische Maler Max Liebermann sein Atelier – hier veranstaltete er seine politischen Salons, wie Gastgeber Johannes Evers, Vorstandsvorsitzender der Berliner Sparkasse erzählte.

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Die Gastgeber: DSGV-Präsident Helmut Schleweis und Johannes Evers, Vorstandsvorsitzender Berliner Sparkasse. Bild: Elke A. Jung-Wolff

Zusammen mit Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), begrüßte er die Gäste: Das Brandenburger Tor neben dem Max Liebermann Haus sei das Symbol für gelebte Demokratie und Initiative, die es weiterzuentwickeln gilt. „Wir Sparkassen sind sehr nah dran an unseren Kunden. Wir spüren derzeit sowohl ein Vorangehen als auch eine Furcht vor Veränderung. Und gesellschaftliches Engagement ist der Schlüssel zu beidem“, ergänzte Helmut Schleweis.

42 sehr hochkarätige Bewerbungen

Die Gastgeber machten es spannend, wer am Ende den ersten Platz bekommen sollte: Drei herausragende Projekte aus Berlin waren nominiert und von einer Jury aus 42 Bewerbungen sorgsam ausgewählt worden. „Es waren 42 sehr hochkarätige Bewerbungen“, berichtete Jurymitglied Bianca Richardt, Bereichsleiterin Stiftungen der Berliner Sparkasse. „Aber wir waren uns am Ende sehr einig über die drei Finalisten.“ Alle drei vereint das Engagement, die Begeisterungsfähigkeit und die Strahlkraft von Berlin in die Bundesrepublik. Und als die Vorjahres-Gewinnerin Barbara Meyer vom Kulturprojekt Schlesische 27 den Umschlag aufriss, wurde es mucksmäuschenstill:

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Selfie als Erinnerung: Das Ackerdemia-Team freut sich über 20.000 Euro Preisgeld und ganz viel Renommee. Bild: Elke A. Jung-Wolff

Gewonnen hatte das Projekt Ackerdemia, dessen Geschäftsführer Christoph Schmitz selbst nicht weniger vor Freude strahlen konnte als der Abend Strahlkraft hatte. „Wir sind baff“, sagte er glücklich in das Mikrofon von Moderator Mitri Sirin, bekannt aus dem ZDF-Morgenmagazin.

Platz Zwei teilten sich das RambaZamba Theater sowie das Projekt für Jugendkonferenzen TINCON.

In kurzen Einspielfilmen erfuhren die Zuschauer, was diese Projekte vorbildlich macht: Ackerdemia führt bundesweit in mehr als 300 Projekten Kita- und Schulkinder behutsam an das Landleben heran. Die Kinder lernen während des ganzen Schuljahres, wie Pflanzen auf dem Acker gedeihen – und später Früchte tragen. „Ein wichtiges Projekt, um Kinder an die Natur heranzuführen“, lobte Dr. Johannes Evers.

Mit dem Preisgeld von 20.000 Euro hat Ackerdemia-Geschäftsführer Christoph Schmitz viel vor: Er will noch mehr Schulen und Kitas in Deutschland für den Acker begeistern. „Wir werden uns Mühe geben für den großen Ruck!“ Das Renommee des Berliner Roman Herzog Preises dürfte seinem eigenen „Ackern“ für dieses Ziel ordentlich Strahlkraft geben.

Aufbauarbeit auf der Bühne: Neue Gedanken pflanzen

Auch das Theater-Projekt RambaZamba aus Prenzlauer Berg leistet Aufbauarbeit: Hier stehen Menschen mit Behinderung nicht am Rand, sondern im Mittelpunkt. Die Schauspieler mit Behinderung wollen auch in den Köpfen der Zuschauer neue Gedanken pflanzen und zeigen, dass Menschen mit Behinderung mehr können als viele denken.

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Glückwunsch für das RambaZamba-Theater Prenzlauer Berg. Bild: Elke A. Jung-Wolff

Geschäftsführer Jacob Höhne nennt es eine „umgekehrte Inklusion“, denn im Ensemble werden die Künstler mit Behinderung nicht in die Ecke abgeschoben, sind keine Exoten, sondern bilden die Mehrheit.

Das Bild des Wachsens passt auch für das dritte Projekt: die Jugendmesse TINCON gibt den Heranwachsenden die Bühne: „Unsere Gesellschaft wird immer älter – umso mehr müssen sich Jugendliche Gehör verschaffen“, erklärte Gründerin Tanja Haeusler. Außerdem: zum ersten Mal wächst eine Generation ohne Offline-Erfahrung heran: eine Welt ohne Internet, Smartphones und Soziale Netzwerke kennen diese Jugendlichen nicht.

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Die Preisträger der Jugendmesse TINCON. Bild: Elke A. Jung-Wolff

Die Messe verschafft ihnen Gehör durch Workshops, Frage-Antworten-Runden und stellt die Themen der Jugendlichen in den Mittelpunkt, wie Mental Health, Umgang mit dem Netz, aber auch mit dem eigenen Körper. „Wir wollen gefragt werden, was wir cool finden“, bringt es eine jugendliche Mitorganisatorin auf den Punkt.

Roman Herzog Preis

Der Roman Herzog Preis wird jährlich ausgelobt. Er würdigt Berliner Projekte oder Initiativen, die Unternehmertum wirkungsvoll mit gesellschaftlichem Engagement verbinden und Themen bewegen, die für die Weiterentwicklung der Gesellschaft und deren Zusammenhalt wichtig sind. Die Projekte sollen zudem das Potential haben, aufgrund ihres Vorbildcharakters in die gesamte Bundesrepublik auszustrahlen:

www.berliner-sparkasse.de/roman-herzog-preis

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