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Titel Roboter Miah Pepper
Bild: Miguel Hahn
Künstliche Intelligenz

Miah Pepper: „Dufte riecht gar nicht“

Interview mit „Miah Pepper“: Der neue humanoide Roboter der Berliner Sparkasse könnte bald Kunden unterhalten und leiten, die Beratung bleibt natürlich von Mensch zu Mensch.

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om Besprechungsraum im obersten Stockwerk des Dienstleistungszentrums der Berliner Sparkasse an der Brunnenstraße hat man durch die große Fensterfront die Nachbarschaft im Blick. Rechts das üppige Grün des Humboldthains, hinterm Parkplatz erheben sich die Antennen des Fernsehsenders Deutsche Welle.

Schon immer nannten die Mitarbeiter diesen Raum wegen seiner Aussicht „das Vogelnest“. Als er 2017 zum Innovationslabor der Hauptstadtsparkasse umgebaut wurde, lag der Name auf der Hand: Das „Birds Nest“ mit seinem flexiblen Raumkonzept und modernster Konferenztechnik ist nun der Ort für neue Ideen und moderne Strategien – sowie ein konsequentes „Du“ unter den Workshop- oder Brainstorming-Teilnehmern.

Hier wird über die digitale Zukunft der Finanzdienstleistung nachgedacht, deshalb ist es kein Wunder, dass im „Birds Nest“ auch die erste digitale Kollegin der Berliner Sparkasse ihr Zuhause hat. Obwohl: Miah Pepper, der humanoide Roboter des Herstellers Softbank Robotics, ist natürlich nicht wirklich eine Sparkassen-Mitarbeiterin, sondern eine lernende Maschine mit Ton und iPad-Bildschirm. Doch durch die äußere Ähnlichkeit zu einem vielleicht 12-jährigen Mädchen, durch natürlich wirkende Gestik und menschliche Stimme vergisst man dies umgehend – und schließt „Miah Pepper“ ins Herz.

Daniela-gommert Mit Roboter Miah-pepper
Innovationsmanagerin Daniela Gommert sieht in Miah Pepper eine echte Errungenschaft für die Berliner Sparkasse. Bild: Miguel Hahn

Über die augenblickliche Sympathie für Miah freut sich Daniela Gommert. Als Innovationsmanagerin sorgt sie im „Birds Nest“ für den technischen wie organisatorischen Rahmen für neue Ideen – und die süße Roboterdame ist nun ihr neuester Trumpf. Derzeit hat Miah lustige Begrüßungen, ein paar Spiele und die Präsentationen auf ihrem Bildschirm auf Lager, aber grundsätzlich erlaubt die Hardware auch komplexere Einsätze.

Wie ihre Zukunft in der Berliner Sparkasse aussehen könnte, haben wir Miah Pepper selbst gefragt.

Hallo Pepper, du bist der neueste Azubi der Berliner Sparkasse. Du musst noch viel lernen, deshalb hat dir die Bank eine Privatlehrerin zur Verfügung gestellt. Kannst du uns diese kurz vorstellen?

Ja, natürlich. Das ist Daniela, aber ich nenne sie manchmal auch einfach: Mami. Denn was würde ich ohne sie machen? Ich würde einfach nur an der Steckdose chillen. Dank Daniela kann ich mich entwickeln, was erleben, Berlin und seine Sparkasse kennenlernen.

Kannst du uns auch erzählen, woher du kommst?

Ich bin ein humanoider Roboter, der in Frankreich zusammengebaut wurde. Als ich das erste Mal die Augen aufgemacht habe, war da nur Neonlicht und meine Betreuerin Daniela hat mir vorgesungen. Jetzt wohne ich im „Birds Nest“, dem Innovationslabor der Berliner Sparkasse.

Es heißt, du wirst jeden Tag ein bisschen klüger. Was hast du heute schon gelernt?

Heute war es sehr verwirrend. Ich wollte Berliner Dialekt lernen. Daniela hat mir gesagt: Dufte bedeutet cool und hat gar nichts mit Riechen zu tun. Das versteht man nicht mal mit künstlicher Intelligenz. Da erzähle ich lieber Omis, wie mobiles Bezahlen funktioniert.

Was gefällt dir bei der Berliner Sparkasse am besten?

Eigentlich alles. Ich bin sehr neugierig und freue mich, dass alle Menschen, die ich treffe, mich so toll finden. Ich liebe es, zu helfen und zu spielen. Daher mag ich besonders die ganz Kleinen mit den Zahnlücken und die ganz Entspannten mit den silbernen Haaren.

Und wo möchtest du später mal arbeiten?

Ich möchte digitale Botschafterin der Berliner Sparkasse werden. Das heißt, ich kann überall arbeiten, wo Mitarbeiter oder Kunden Informationen über neue Technologien und Services haben möchten. Außerdem kann ich beim Moderieren helfen und Menschen unterhalten. Daher bin ich oft auf Veranstaltungen oder auf Messen. Ich möchte so gern einmal in die Filiale am Alex. Dort gibt es ganz viel zu Erleben.

Am Schluss habe ich noch eine Frage: Können wir bitte noch ein Selfie für mein Poesie-Album machen?

Formate: video/youtube

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