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Bild: Shutterstock
Engagement

Richtig Spenden

Mit Blick auf das bevorstehende Weihnachtsfest werden die Deutschen spendenfreudig. Der Großteil der mehr als 5,5 Milliarden Euro Spendengelder kommt im November und Dezember zusammen. Und viele spenden über das Internet. Doch nicht alle Empfänger sind seriös. BerlinerAkzente erklärt, worauf Sie beim Spenden achten sollten.

Sicher spenden:

Das Prüfsiegel des DZI

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen, DZI, ist unabhängig und seit über 100 Jahren in der Spenderberatung aktiv. Seit mehr als 20 Jahren verleiht es gemeinnützigen Organisationen nach einer genauen Prüfung ein Spendensiegel, um die umfangreichen Standards sichtbar zu machen. Die hierfür anfallende Gebühr ist abhängig von der Leistungsfähigkeit der Organisation, damit auch kleine ­Initiativen die Möglichkeit zur Prüfung haben. Das Siegel gilt für ein Jahr und kann anschließend neu beantragt werden.

www.dzi.de

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ehr als 5,5 Milliarden Euro haben die Deutschen laut dem Deutschen Spendenrat 2015 gespendet. Grund für diesen enormen Anstieg waren die Flüchtlinge, die nach Deutschland kamen. Der Hauptanteil, 749 Prozent, floss in die humanitäre Hilfe, 5,3 Prozent in den Tierschutz und 2,5 Prozent in Sportvereine. Die Auswahl an gemeinnützigen Projekten ist groß.

Burkhard Wilke
250 geprüfte Organi­sationen: Burkhard Wilke vom DZI achtet auf Seriosität. Bild: Berliner Sparkasse

„Spender sollten sich von den vielen Angeboten nicht verunsichern lassen”, rät Burkhard Wilke, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen, DZI. „Es ist grundsätzlich besser, sich auf einen Themenbereich und eine Organisation zu konzentrieren, als mal hier, mal da zu spenden.” Denn jede ­einzelne Spende bedeutet Verwaltungsaufwand, der mit Kosten ­verbunden ist. Außerdem fällt die Recherche bei einer oder zwei ausgewählten Organisationen leichter und macht es möglich, sich intensiv über die Verwendung des Geldes zu informieren.

Schwarze Schafe gibt es überall

„Im Idealfall kennt der Spender die Initiatoren persönlich oder war schon einmal vor Ort bei einem Projekt. Denn Mund­propaganda funktioniert am besten und viele Men­schen helfen gerne Initiativen, zu denen sie einen persönlichen Bezug haben”, sagt Moritz Eckert, Mitbegründer der Spendenplattform betterplace.org, auf der sich gemeinnützige Organisationen vorstellen und um Geld- oder Zeitspenden werben können. „Vertrauen ist die wichtigste Voraussetzung, um ein Projekt zu unterstützen.”

Moritz Eckert
Bringt Spender und Projekte zusammen: Moritz Eckert, Mitbegründer von betterplace.org. Bild: Berliner Sparkasse

Grundsätzlich sei es beim Spenden im Netz genauso wie bei Aufrufen per Post oder mit Spendensammlern auf dem ­Weihnachtsmarkt: Schwarze Schafe gibt es überall. Hier setzen die betterplace.org-Betreiber vor allem auf den mündigen Spender und raten, sich über die Plattform direkt mit den Initiatoren in Verbindung zu setzen, um Fragen zu stellen. Gibt es bei einer Organisation über lange Zeit nur geringe Aktivität, raten die Betreiber von einer Beteiligung ab. „Und sobald es Hinweise auf Missbrauch gibt, sollten diese gemeldet werden. Wir gehen jedem Verdacht nach und überprüfen etwa Jahresberichte, Satzungen und Spendennachweise der Organisationen”, so Eckert.

Für ein Projekt entscheiden

Grundsätzlich gelte sowohl im Netz als auch auf offener Straße: Wenn einem etwas komisch vorkommt, die Einrichtung vollkommen unbekannt oder intransparent ist oder die Spendensammler versuchen, einen unter Druck zu setzen, sollte nicht gespendet werden. „Informieren Sie sich in Ruhe im Internet. Achten Sie beispielsweise darauf, ob die Organi­sation ein DZI-Siegel hat – denn dann wurde sie von uns geprüft”, sagt Burkhard Wilke, betont jedoch, dass es auch viele seriöse Initiativen ohne Siegel gibt, die das Prüfverfahren nicht beantragt haben.

Wenn ein Spender das Gefühl hat, eine Organisation sei unseriös, kann er eine Anfrage beim DZI stellen. Das Institut übernimmt dann – falls noch nicht geschehen – die Prüfung. Auf der Homepage des DZI finden sich neben der Liste vertrauenswürdiger Initiativen auch die Namen von Projekten, die nach einer Prüfung als „nicht förderungswürdig” eingestuft wurden, oder von jenen, vor denen das DZI ausdrücklich warnt. Auch Transparenzinitiativen wie Transparency International sammeln diese notwendigen Infos zu wohltätigen Einrichtungen.

Vorsicht vor Spendenshopping

Besondere Achtsamkeit gilt laut Burkhard Wilke beim sogenannten Spendenshopping. Hierbei können Online-Einkäufer beim Bezahlen einen Teil des Geldes spenden. Jedoch kommt davon nur sehr wenig bei den ­Organisationen an und die Wege sind nicht immer nachvollziehbar. „Entscheiden Sie sich lieber für ein Projekt und spenden Sie direkt”, so Wilke.

Haben Sie sich schließlich für eine Initiative entschieden und gespendet, profitieren alle davon, denn laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, DIW Berlin, sind Menschen, die spenden, glücklicher. Das ist doch ein ideales Weihnachtsgeschenk – an sich selbst.

„Mehr Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche”

Die Stiftung der Berliner Sparkasse unterstützt soziale Projekte und Initiativen in unserer Stadt. Geschäftsführer Peter Oder erklärt, wie die Stiftung arbeitet und wo Ihre ­Spende ankommt.

Welche Ziele verfolgt die Stiftung der Berliner Sparkasse?
Die Stiftung übernimmt Verantwortung für die Zukunft Berlins. Ziel ist, das Gemeinwohl in Berlin zu fördern. Dafür unterstützen wir lokale Projekte im Kiez.

Gibt es Schwerpunkte, die der Stiftung besonders am Herzen liegen?
Der Stiftungszweck ist breit gefächert. Speziell die ­Bereiche Bildung, Soziales und Kultur sind hier zu nennen. Die ­Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen ist uns dabei ein besonderes Anliegen.

Peter Oder
Peter Oder Bild: Berliner Sparkasse

Was für ein Projekt hat Sie zuletzt persönlich bewegt?
Das Projekt “Mutperlen” des Vereins „icke in Buch“ hat mich tief bewegt. Die Einrichtung für krebskranke Kinder im Klinikum Buch arbeitet mit diesen Perlen, einer Initiative der Deutschen Krebsstiftung, um den schwerkranken Kindern neuen Lebensmut zu geben und die Ängste vor den nötigen Therapien und Behandlungen zu nehmen. Zusätzlich haben wir die Patenschaft für ein Appartement im Ronald McDonald Haus auf dem Klinikgelände übernommen. Hier können die Eltern während der Behandlung wohnen.

Wie werden die geförderten Projekte ausgewählt und wie kann man sich bewerben?
Am besten über unseren Internetauftritt . Dort sind alle Infos zu den Förderkriterien sowie der Förderantrag hinter­legt. Über die Vergabe der Mittel entscheiden die Gremien der Stiftung nach transparenten Kriterien. Einige davon sind: Das Projekt wird im Land Berlin umgesetzt. Es ist gemein­nützig oder mildtätig. Seit ihrem Bestehen hat die Stiftung übrigens schon über 200 Projekte mit fast 900.000 Euro unterstützt.

Die Stiftung ist noch recht jung. Wie kam es 2010 zur Gründung?
Die Berliner Sparkasse wollte ihr gesellschaftliches Engagement auf eine eigenständige Basis stellen. Bis 2010 führte unser Haus zwei Stiftungen, die Stiftung Brandenburger Tor und die Sparkassenstiftung Medizin. Beide Einrichtungen sind sehr speziell ausgerichtet auf Kunst, Kultur oder Wissenschaft und Forschung. Als Berliner Sparkasse fühlen wir uns eng den Menschen und Einrichtungen im Berliner Kiez verbunden. Uns ist die Förderung sozialer Projekte in der Stadt sehr wichtig. Daher war die Errichtung einer Stiftung Berliner Sparkasse von Bürgerinnen und Bürgern für Berlin die logische Konsequenz.

Wie finanziert sich die Stiftung?
In der „Aufbauphase“ erhalten wir eine jährliche Zuwendung der Berliner Sparkasse. Wir laden alle Berlinerinnen und ­Berliner ein, uns zu unterstützen – persönlich und finanziell. Denn die Berliner kennen sich vor Ort am besten aus und wissen, wer Hilfe braucht. Wer sich finanziell engagieren möchte, dem bieten wir Möglichkeiten von der Spende bis zur Gründung einer eigenen Stiftung.

Kommen die Spenden direkt bei den Projekten an?
Ein klares Ja! Die Mitarbeiter der Stiftung arbeiten ehrenamtlich. Die Berliner Sparkasse trägt den überwiegenden Teil der Verwaltungskosten.

www.berliner-sparkasse.de/stiftung

Spendenkonto: Stiftung Berliner Sparkasse
IBAN: DE54100500002970090000
BIC: BELADEBEXXX

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