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Titel Richtig Haushalten
Bild: Beratungsdienst Geld und Haushalt
Geld und Haushalt

Richtig haushalten

Wer seine Ausgaben im Blick hat, kann sie leichter ausgleichen und behält am Ende des Monats sogar Geld übrig. Online-Programme und Handy-Apps machen die monatliche Budgetplanung komfortabel und einfach, aber auch das gute alte Haushaltsbuch hat noch lange nicht ausgedient.

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ie Miete macht es. Sie ist der größte Posten, der jeden Monat vom Konto abgeht, und sollte daher laut Experten ein Drittel des Einkommens nicht übersteigen. Dann gibt es da noch das Auto, Essen, Trinken, Ausgehen, Reisen, Handy, neue Schuhe, Kleidung und nicht zu vergessen den Kaffee um die Ecke und das Eis auf die Hand. Bei so vielen Aus­gaben gestaltet sich die Übersicht schwierig – und so herrscht bei vielen schon vor Monatsende Ebbe auf dem Konto. Da helfen nur: Disziplin und konsequente Buchführung.

Gerade kleine Ausgaben bringen viele ins Schlingern

Es lohnt sich definitiv, aufzuschreiben, wofür man sein Geld so ausgibt, denn meist sind es gerade die kleinen, nebenbei getäti­gten Ausgaben, die viele Haushalte am Monatsende ins Schlingern kommen lassen.

Erster Schritt: sich einen Überblick über die festen Ausgaben verschaffen. Habe ich die richtigen Versicherungen? Sind sie nicht zu teuer? Verbraucherschützer empfehlen, auf Jahresverträge umzustellen, weil fast alle Versicherungsgesellschaften Zuschläge für monatliche oder vierteljährliche Zahlung verlangen. Ein Komplettcheck der Finanzen sollte mindestens alle drei Jahre erfolgen oder wenn sich die Lebenssituation, beispielsweise durch die Geburt eines Kindes, verändert. Auch der Spritverbrauch des Autos verdient einen skeptischen Blick. Gleiches gilt für die Handyrechnung und den Stromtarif. Man sollte Tarife anpassen, wenn sich die Art der Nutzung ändert.

Alle Ausgaben müssen auf den Prüfstand

Zweiter Schritt: die kleinen täglichen ­Ausgaben begrenzen. Wer seine Schwachstellen kennt, kann sie besser beheben – und dabei hel­fen Notizen. Alle Ausgaben müssen auf den Prüfstand. “Ein Haushaltsbuch ist ein altes Mittel, aber vollkommen modern”, sagt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: “Steht da immer ein Minus, wird es kritisch.” Wer seine Einnahmen nicht erhöhen kann, müsse eben seine Ausgaben senken. Dies sei mit etwas Kalkül sogar möglich, ohne gleichzeitig den Lebensstandard zu senken. Es geht darum, Sparpotenziale zu entdecken. Gerade im Haushalt lässt sich an Nebenkosten einiges einsparen: Zeitschaltuhren senken die Heizkosten, Energiesparlampen den Stromverbrauch, der Blick ins unterste oder oberste Fach des Supermarktregals sorgt dafür, dass auch günstigere Pro­dukte im Einkaufswagen landen.

Einkaufslisten helfen ebenfalls, unnö­tige Ausgaben zu vermeiden. Beim Einkauf von Elektronik und Kleidung sollte man sich auf Vorjahresmodelle konzen­trieren. Die sind meist günstiger. Oft ist es auch hilfreich, sich nicht spon­tan zu entscheiden. Am nächsten Tag ist die Espressomaschine oder der tolle Pulli vielleicht schon nicht mehr ganz so attraktiv. “Auch Preissuchmaschinen im Internet helfen da”, sagt Verbraucherschützer Tryba.

"Geld und Haushalt" hilft in jeder Lebensphase

Haushals-broschueren

Egal, ob im Taschengeldalter oder als Senior: Strategien zum richtigen Haus­halten gibt es für jede Lebensphase. Mit kostenlosen Angeboten unterstützt der Beratungsdienst “Geld und Haushalt” der Sparkassen seit 1958 die Verbraucher. Das Angebot reicht von der Taschengeld-App fürs Handy über Broschüren und Planungssoftware bis hin zu Informationsvorträgen und einer individuellen Budgetanalyse per Internet.

Deutschlandweit ist das ein einmaliges Angebot, das jährlich rund eine Million Menschen nutzen. Ziel ist es, die wirtschaftliche Kompetenz der Bundesbürger zu verbessern und finanzielle Gestaltungsspielräume zu schaffen

Das war auch die Grundüberlegung der “Zentralstelle für rationelles Haushalten”, wie “Geld und Haushalt” bei der Gründung Ende der 50er-Jahre noch hieß. Damals ging es um die Bildung der Hausfrauen, die oft das zugeteilte Haushaltsgeld der Familie möglichst sinnvoll verwalten mussten.

Konsumwünsche wachsen – das Budget nicht

Auch heute gibt es in puncto ökonomische Bildung noch einiges zu tun: Fast 7 Millionen Bundesbürger galten laut Schuldenatlas im vergangenen Jahr als überschuldet, nach der Krise im Jahr 2009 sind es deut­lich mehr als in den Jahren zuvor. Die Gründe sind vielfältig. Meist sind es Veränderungen der Lebens­situation, wie Arbeitsplatzverlust, Scheidung oder Krankheit. Das Konsum­ver­­halten kommt als ein weiterer Faktor dazu. Konsumwünsche und ihre Erfüllung sind schneller und vielschichtiger geworden. Das vorhandene Budget allerdings wächst in der Geschwindigkeit nicht mit.

"Haushalten ist wie eine Diät"

Hinzu kommt: Es ist vollkommen un­populär geworden, auf etwas zu sparen. “Da werden heute viele Kunden mit Ratenzahlungen und Nullprozent-Finanzierungen von Möbelhäusern und Elektro­märkten geködert”, sagt Georg Tryba. “Aber die Raten müssen eben auch einkalkuliert werden.” Gefahren lauern im Online-Handel ebenso wie in den Geschäften vor Ort, ist der Verbraucherschützer über­zeugt. Kreditkarten oder Dispolimits auf dem Konto dürfe man hingegen nicht unbedingt die Schuld dafür geben, dass manche Menschen mehr Geld ausgeben, als sie haben. Das ist oft eine Mentalitätsfrage. So mancher Bankkunde lebe nach dem Motto: “So lange der Automat etwas hergibt, nehme ich es.” Daher helfe auf Dauer nur, aufzuschreiben, wo jeder Schein bleibt. Haushalten ist wie eine Diät: Man braucht viel Disziplin – und vernünftige Ziele.

Lesen Sie auch unseren Artikel 10 Tipps: So machen Sie 2019 mehr aus Ihrem Geld und behalten Sie mit unserer Checkliste Ihre Ausgaben im Blick.

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