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Titel Renten-interview
Bild: Shutterstock
Gesetzliche Rente

„Die Renteninformation ist Grundlage für die Planung der eigenen Altersvorsorge”

Interview mit Dirk Manthey von der Deutschen Rentenversicherung über die jährliche Renteninformation, die jüngsten Reformen und das Renteneintrittsalter.

Wozu dient die jährliche Renteninformation der DRV?
Ziel der Renteninformation ist es, den Versicherten einen Überblick über die erworbenen Anwartschaften und die Höhe der künftig zu erwartenden Altersrente zu geben. Sie bildet damit auch eine wichtige Grundlage zur Planung der eigenen zusätzlichen privaten und betrieblichen Altersvorsorge.

Wenn die gesetzliche Rente nicht reicht – welche zusätzlichen Möglichkeiten gibt es?

Dirk Manthey
Dirk Manthey ist Pressereferent der Deutschen Rentenversicherung Bund in Berlin. Bild: privat

Die Deutsche Rentenversicherung hat in Sachen zusätzlicher Altersvorsorge eine Wegweiserfunktion. Daher erhalten die Versicherten über uns auch anbieterneutrale Informationen etwa zur Riester-Rente oder zur betrieblichen Altersvorsorge. Grundsätzlich lässt sich dabei jede Form der betrieblichen und privaten Altersvorsorge mit der gesetzlichen Rente kombinieren. Welches spezifische Arrangement für den oder die Einzelne am besten ist, lässt sich immer nur für den Einzelfall bestimmen.

In der Renteninformation wird unter anderem auf den Kaufkraftverlust hingewiesen. Welche anderen Faktoren könnten die Rentenhöhe noch verändern?
Bei den in der Renteninformation ausgewiesenen Beträgen handelt es sich um Bruttowerte. Hiervon sind noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung und gegebenenfalls Steuern zu zahlen.

Viele fragen sich besorgt: Wie sicher ist meine Rente überhaupt?
Mit den Rentenreformen der jüngeren Vergangenheit wurden wesentliche Voraussetzungen geschaffen, um auch angesichts des demografischen Wandels langfristig ein gesellschaftlich akzeptiertes Niveau der Renten einerseits und bezahlbare Beiträge andererseits zu gewährleisten.

Was hat die neueste Rentenreform verändert?
Mit der als „Rentenpakt” bezeichneten aktuellen Reform, wurden erhebliche Verbesserungen in der gesetzlichen Rentenversicherung beschlossen. Wesentliche Bestandteile sind die „Mütterrente II”, eine bessere Absicherung bei Erwerbsminderung und die Ausweitung der Midi-Job-Grenze auf 1.300 Euro. Darüber hinaus wurden Haltelinien für das Rentenniveau und den Beitragssatz eingeführt, die vorerst bis 2025 gelten.

Wann kann man in Altersrente gehen?
Der Beginn einer Altersrente ist grundsätzlich ab dem 63. Lebensjahr möglich. Die Regelaltersgrenze liegt jedoch künftig bei 67 Jahren. Eine über den Renteneintritt hinausgehende Weiterarbeit ist möglich, jedoch sollten sich Interessierte diesbezüglich beraten lassen, da unter Umständen Hinzuverdienstgrenzen zu beachten sind.

Für wen gilt die Rente ab 67?
Ab dem Jahrgang 1964 liegt die Regelaltersgrenze bei 67 Jahren. Versicherte der Jahrgänge 1947 bis 1963 unterliegen einer stufenweisen Anhebung dieser Grenze von 65 auf 67 Jahre.

Was kostet es, früher in Rente zu gehen?
Möchte ein Versicherter vor Erreichen der regulären Altersgrenze vorzeitig eine Rente beziehen, so muss er für jeden Monat des vorgezogenen Rentenbeginns einen Abschlag von 0,3 Prozent hinnehmen. Eine Ausnahme bildet die Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Sie kann nach 45 Versicherungsjahren bereits vor Erreichen der regulären Altersgrenze ohne Abschläge bezogen werden. Allerdings steigt hier das Zugangsalter von 63 auf 65 Jahre.

Für wen gelten Sonderregelungen?
Sonderregelungen gibt es beispielweise für schwerbehinderte Menschen, die unter bestimmten Voraussetzungen bereits früher und teilweise ohne Abschläge in Rente gehen können. Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr erwerbsfähig ist, kann unabhängig vom Alter eine Erwerbsminderungsrente beantragen.

Immer mehr Rentner arbeiten nebenher, weil ihnen die Rente nicht reicht. Wie schätzen Sie diese Entwicklung ein?
Richtig ist, dass die Zahl der Erwerbstätigen im Rentenalter zugenommen hat. Die Gründe dafür sind vielfältig: Bei einigen wird der finanzielle Aspekt im Vordergrund stehen, bei anderen eher Partizipationsbedürfnisse und der Wunsch nach sozialen Kontakten.

Kann ich mich durch die DRV beraten lassen?
Ja, die Deutsche Rentenversicherung unterhält bundesweit ein Auskunfts- und Beratungsstellennetz und ein kostenloses Servicetelefon (0800/10004800). Informationen gibt es ebenso unter www.deutsche-rentenversicherung.de im Internet und bei den ehrenamtlichen Versichertenältesten und -beratern. Alle Services sind kostenlos.

Was die jährliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung im Detail aussagt und wie Sie sich zusätzlich absichern können, lesen Sie in unserem Ratgeber zur gesetzlichen Rente >>

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