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Titel Rentenversicherungsbescheid
Bild: Shutterstock
Rentenversicherung

Der Sorgen-Sie-zusätzlich-vor-Brief

Post von der Rentenversicherung: Mit Ihrer Renteninformation erfahren Sie jedes Jahr, wie es um Ihre gesetzliche Rente steht. Hier erklären wir, was Sie über die wichtigste Säule der Altersvorsorge wissen müssen – und wie Sie sich darüber hinaus absichern sollten.

S

ie ist so viel älter als die Bundesrepublik: Seit mehr als 130 Jahren gibt es die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland. Noch im Kaiserreich wurde 1889 das „Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetz” vom Reichstag in Berlin verabschiedet: Durch Beitragszahlungen in die gesetzliche Pflichtversicherung erwarben Arbeiter und Angestellte einen Anspruch auf Altersrente mit Vollendung des 70. Lebensjahres.

Zwei Weltkriege später regelte 1957 die erste Rentenreform, die vom Bundestag beschlossen wurde, die Altersvorsorge ganz neu: Fortan soll die Rente nicht nur ergänzende Hilfe sein, sondern ein Lohnersatz, mit dem sich der eigene Unterhalt allein bestreiten lässt. Diese neue Rente richtet sich nach Bruttolohn und Beiträgen, wobei der „Generationenvertrag” gilt: Die eingezahlten Beiträge werden nicht angespart, sondern sofort für aktuelle Renten der älteren Generation ausgegeben.

Im Gegenzug erhalten die Beitragszahler Anspruch auf entsprechende Rente, wenn sie selbst ins Rentenalter kommen. Dieses sogenannte „Umlageverfahren” gilt bis heute. Dazu gibt es erhebliche Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt. Diese sollen unter anderem die Kosten für die der Rentenversicherung übertragenen gesamtgesellschaftlichen Aufgaben abdecken, für die sie keine Beiträge erhält, beispielsweise die Anrechnung von Kindererziehungszeiten.

Berlin sorgt vor

Die Berliner wissen, dass sie privat für das Alter vorsorgen müssen. Immerhin 80 Prozent der Berlinerinnen und Berliner sparen für ihre Altersvorsorge, zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Berliner Sparkasse.

• betriebliche Altersvorsorge (46%)
• individuelle Altersvorsorge (31%)
• Lebensversicherung (30%)
• Riester-Rente (28%)
• private Rentenversicherung (28%)
• Fondssparen (27%)
• Bausparen: (23%)
• Rürup-Rente (4%)

Die ausführlichen Ergebnisse der Umfrage >>

Nur eine Säule der Altersvorsorge

Große Veränderungen erlebte die gesetzliche Rentenversicherung mit der Rentenreform 2001. Mit ihr hat der Gesetzgeber das Rentenniveau abgesenkt und zur Sicherung eines angemessenen Gesamtniveaus der Absicherung im Alter die staatlich geförderte private Altersvorsorge (Riester-Rente) eingeführt.

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) ist seit 2005 gemeinsames Dach aller Rentenversicherungsträger. In ihr gingen alle Träger der gesetzlichen Rentenversicherung auf. Für über 55 Millionen Versicherte und mehr als 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner ist sie bis heute die wichtigste Säule der Alterssicherung.

Dennoch ist die Sorge groß, wie weit diese Rente auch in Zukunft noch reichen wird. Zwar informiert die DRV ihre Beitragszahler in einer jährlichen Renteninformation über die voraussichtliche Höhe ihrer künftigen Regelaltersrente, doch weist sie darauf hin, dass diese sich durch Änderungen in den persönlichen und gesetzlichen Verhältnissen auch noch ändern könnte.

Endlich verstehen: Die Renteninformation der DRV

Rentenbescheid
Bild: Shutterstock / Dt. Rentenversicherung [Montage]

1. Beginn der Regelaltersrente: Das ist das Datum, an dem Sie bei vollen Bezügen in Rente gehen können. Das Renteneintrittsalter wird derzeit schrittweise auf 67 Jahre angehoben, bei den aktuellen Neurentnern des Jahrgangs 1953 liegt es derzeit bei 65 Jahren und sieben Monaten.

2. Rentenanpassung: So hoch wäre Ihre Altersrente, wenn man eine jährliche Anpassung des Rentenwerts von 1 oder 2 Prozent berücksichtigt. Tatsächlich kann aber niemand sagen, ob der Staat die Renten erhöhen oder senken wird.

3. Prognostizierte Altersrente: So hoch wäre Ihre Altersrente, wenn Sie bis zum Renteneintritt wie bisher verdienen. Wohlgemerkt brutto: Davon müssen Kranken- und Pflegeversicherung und immer öfter auch Steuern abgezogen werden.

4. Altersrente nach derzeitigem Kontostand: So hoch wäre Ihre Altersrente, falls Sie ab sofort nichts mehr einzahlen.

5. Erwerbsminderungsrente: So viel Rente bekommen Sie sofort, wenn Sie morgen wegen voller Erwerbsminderung aus dem Berufsleben ausscheiden.

Das müssen Sie unbedingt einkalkulieren

6. Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge: Diese müssen in Höhe von derzeit 11,25–11,5 % von der Rente abgezogen werden.

7. Steuern: Aktuell sind 78 % der Renten steuerpflichtig, bis 2040 werden es 100 Prozent sein.

8. Kaufkraft: Für einen Euro konnte man früher mehr kaufen als heute. Beispiel: 1.000 Euro haben bei 1,6 % jährlicher Inflationsrate nach 25 Jahren nur noch eine Kaufkraft von 672,45 Euro.

Wer bekommt die Renten­information zugeschickt?

Die Deutsche Rentenversicherung informiert jährlich rund 30 Millionen Versicherte über 27 Jahre, die mindestens fünf Jahre mit Beitragszeiten auf ihrem Rentenkonto haben.

Wer bekommt später eine gesetzliche Rente?

Rund 31,4 Millionen Bundesbürger, die meisten davon pflichtversicherte Arbeitnehmer und bestimmte Selbstständige. Fast 21 Millionen beziehen bereits Rente.

Wovon hängt die Höhe der gesetzlichen Rente ab?

Sie errechnet sich vor allem aus der Höhe der Beiträge, die Sie im Laufe Ihres Lebens einzahlen. Die Beiträge ergeben sich aus dem Jahreseinkommen: Derzeit gehen 18,6 Prozent davon in die Rentenkasse – je zur Hälfte von Ihnen und Ihrem Arbeitgeber. Es werden nur Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze (6.500 Euro in den alten Bundesländern, 5.800 Euro in den neuen Bundesländern) herangezogen.

Wie errechnet sich die gesetzliche Rente konkret?

Dafür gibt es die Rentenformel:
Entgeltpunkte x Rentenwert x Zugangsfaktor x Rentenartfaktor = Bruttomonatsrente

Entgeltpunkte: Sie werden aus Ihrem Jahreseinkommen berechnet. Einen Entgeltpunkt gibt es für alle, die brutto genauso viel wie der Durchschnitt aller Versicherten verdienen (aktuell 38.901 Euro). Bei einem höheren oder niedrigeren Verdienst gibt es entsprechend mehr oder weniger. Aber auch ohne Einzahlung können Punkte angerechnet werden: Für Erziehungszeiten erhalten Mütter oder Väter zwei Entgeltpunkte für vor 1992 geborene, drei für danach geborene Kinder. Auch pflegende Angehörige oder Menschen mit Behinderung gehen nicht leer aus. Dafür werden Studenten oder Hartz‑IV-Empfängern nach diversen Reformen keine Entgeltpunkte mehr angerechnet.

Rentenwert: Die Summe der Entgeltpunkte wird mit dem aktuellen Rentenwert multipliziert. Bei Rentenerhöhungen wird der Betrag angepasst. Derzeit beträgt er 33,05 Euro in den alten und 31,89 Euro in den neuen Bundesländern.

Zugangsfaktor: Er beträgt 1, wenn der Versicherte die Altersrente zum üblichen Rentenbeginn antritt. Er sinkt bei Frührente und steigt, falls länger gearbeitet wird.

Rentenartfaktor: Er repräsentiert die Art der Rente. Altersrenten haben den Faktor 1, Witwenrenten 0,55, Erwerbsminderungsrenten 0,5.

Lesen Sie hier ein Interview mit Dirk Manthey von der Deutschen Rentenversicherung über die jährliche Renteninformation, die jüngsten Reformen und das Renteneintrittsalter >>

Ergänzen Sie die Basisvorsorge der gesetzlichen Rente

864 Euro beträgt die durchschnittliche Altersrente der Deutschen. Männer bekommen im Schnitt 1.130 Euro ausgezahlt, Frauen nur 647 Euro.

63 Prozent des Alterseinkommens ab 65 Jahre macht die gesetzliche Rente – als erste Säule der Altersvorsorge – im Durchschnitt nur noch aus, so das Arbeitsministerium.

Die Renteninformation ist deshalb auch wichtige Grundlage zur Planung der eigenen zusätzlichen Altersvorsorge, sagt die Deutsche Rentenversicherung.

80 Prozent der Berlinerinnen und Berliner sparen bereits für ihre Altersvorsorge, ergab eine repräsentative Umfrage der Berliner Sparkasse.

Die geförderte Zusatzvorsorge gilt als die zweite Säule der Altersabsicherung. Der Staat weiß um die Notwendigkeit der Rentenergänzung und unterstützt vor allem Arbeitnehmer. Beim Riester-Sparen bekommt eine Familie mit zwei Kindern beispielsweise bis zu 875 Euro jährliche Grundzulage bzw. Steuervorteile.
Rund die Hälfte der Angestellten haben zudem eine betriebliche Altersvorsorge, bei der sie Steuern und Sozialabgaben sparen – und der Chef manchmal noch etwas drauflegt.

Die private Zusatzvorsorge umfasst als dritte Säule der Altersabsicherung zum Beispiel die private Rentenversicherung, die nicht staatlich gefördert, aber steuerlich begünstigt wird. Beliebt sind auch Fondssparpläne mit voller Flexibilität und monatlichen Sparraten ab 25 Euro.

Immobilien, insbesondere wenn selbst genutzt, sparen im Alter schon mal die Miete. Und reduzieren vorher Steuern: Wertsteigerungen und monatliche Erträge, die die eingesparte Miete nicht übersteigen, sind steuerfrei.

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