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Nachwuchssportler Nora Peuser
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Junge Talente für Berlin

Nachwuchssportler des Monats

Mit der Wahl zum Nachwuchssportler des Monats fördert die Berliner Sparkasse in Kooperation mit der Berliner Morgenpost junge Berliner Sport-Talente. Per Internet-Abstimmung werden die Berliner Talente gekürt und erhalten auf diese Weise zusätzliche Motivation, neben Schule und Ausbildung, ihre sportliche Karriere zu verfolgen. Die Sieger dürfen sich jeweils über ein Preisgeld in Höhe von 200 Euro freuen, das die Berliner Sparkasse ermöglicht. Aus den zwölf Gewinnern des Jahres wird anschließend der “Nachwuchssportler des Jahres” gewählt.

Dezember: Nora Preuser

Nachwuchssportler Nora Peuser
Dezember: Nora Preuser (19, Rudern) Bild: Camera4

Rudere hart, oder geh’ nach Hause! Das gibt Nora Peuser als ihr Motto an: “Jede Leistung fängt mit der Entscheidung an, es zu versuchen.” Daran hält sich die mit 1,74 Meter Körperlänge nicht gerade mit Gardemaßen für den Sport ihres Herzens ausgestattete Peuser von der Ruder-Union Arkona Berlin, eigentlich bei allem, was sie tut. Ganz oder gar nicht, Vollgas statt Kriechspur.

Das Rudern hat Nora 2010 für sich ­entdeckt. Damals probierte sie sich bei einer Schulsichtung “nur mal so” auf dem Ergometer. Im Boot gesessen hatte sie bis dahin nie und auch “absolut gar keine Ahnung vom Rudern”. Seit 2005 spielte sie Fußball, gab bei Blau-Weiß Spandau als einziges Mädchen in einer Jungsmannschaft eine resolute Verteidigerin. “Da lernt man, sich zu behaupten”, sagt sie. Mit dem Rudern, das wurde ihr und ihren Trainern schnell klar, hatte Nora das gefunden, von dem Mutter Insa ­feststellt: “Da ist zusammengewachsen, was zusammengehört.”

Lob vom Landestrainer

Nora, seit 2011 Absolventin der Poelchau-Sportschule im Olympia-Sportpark, sei “eine sehr zielorientierte junge Persönlichkeit, die bereit ist, Verantwortung zu übernehmen”, lobt Michael Hehlke, Geschäftsführer des Berliner Landesruderverbandes (LRV). LRV-Landestrainer Thomas Naumann sagt über seinen Schützling, der am 8. Januar 17 Jahre alt wird: “Nora weiß genau, was sie tut. Man muss sie nicht treiben.” Das zahlt sich im Erfolg für das Mädchen aus, das die bescheidene Länge weglacht: “Ich war früh ziemlich groß, bin dann nicht mehr gewachsen. Das kann ich aber gut mit meiner Armspannweite von 1,82 ­Meter kompensieren.”

Im Herbst 2010 hat Nora Peuser in Hamburg gleich im ersten Wettkampf gesiegt. Anfang Oktober 2016 siegte sie beim Baltic Cup in Hamburg gegen Konkurrenz aus elf baltischen Ländern im 2000-Meter-Einer mit fünf Bootslängen und 15 Sekunden Vorsprung. “Das war mein bisher ­größter Erfolg”, strahlt sie.

Die WM 2017 wird in Litauen ausgetragen

Bei der Deutschen Meisterschaft der U19 in Hamburg war Nora Peuser hinter Alicia Bohn (Speyer) Zweite geworden. Aktuell ist die Berliner Skullerin am Rücken verletzt. Die Nervenentzündung muss erstmal auskuriert werden. “Dann geht’s in die Vollen, die Ziele sind groß. Ich will mich im Einer für die U 19-WM qualifizieren.” Diese findet 2017 in Trakai/Litauen statt. Im Skiff zu sitzen, ist für Peuser “das wahre Rudern”. Für den Einer brauche man viel Gefühl, “nicht jeder hat das. Das bist nur Du allein, der das macht, nicht zig ­andere.”

Der Sport ist das, was für Peuser neben der Familie – Mutter Insa, Bruder Leon (10), Husky Tyson und der dauerhelfende Opa – das Wichtigste im Leben ist. “Das gehört alles ­zusammen.” Auf die deutsche Ruder-Tradition mit starken Einer-Frauen wie der Berlinerin Katrin Rutschow-Stomporowski (Olympia­siegerin 2004) angesprochen, sagt Nora Peuser keck: “Jetzt komme ich .”

Formate: video/youtube

Sportförderung der Sparkassen-Finanzgruppe

Mit rund 90 Millionen Euro pro Jahr ist die Sparkassen-Finanzgruppe neben der Bundesrepublik der größte Sportförderer in Deutschland. Die Partnerschaft mit dem DOSB schließt sowohl die Nachwuchs­förderung an den 43 Eliteschulen des Sports als auch die Unterstützung für das Deutsche Sportabzeichen im Breitensport ein. Seit 2013 ist die Berliner Sparkasse zusammen mit dem DSGV auch Nationaler Förderer des Deutschen Behindertsportverbandes (DBS) und der Deutschen Paralympischen Mannschaft in Rio in diesem Jahr.

Berlin gehört zu den Städten, die im weltweiten Vergleich die meisten Sportler zu den Olympischen Spielen entsenden. Rund 700 Athleten trainieren am Olympiastützpunkt Berlin. Das sind 15 Prozent der Sportler in ganz Deutschland. Die Berliner Sparkasse unterstützt den Olympiastützpunkt Berlin bei der Nachwuchsförderung und der Entwicklung von beruflichen Ausbildungswegen und Karrieremöglichkeiten.

Alles zur Wahl Abstimmung und die Möglichkeit zur Abstimmung finden Sie unter www.morgenpost.de/nachwuchssportler .

Vom Nachwuchstalent bis zum Profisportler: Mit zahlreichen Projekten und Initiativen fördert die Berliner Sparkasse Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Lesen Sie mehr über das Engagement für den Breitensport in unserem Artikel „Mehr Bewegung für Berlin “.

November: Mateo Cuk

Bild: camera4

Mateo Cuk kann sich Angst gar nicht leisten. Für den besten jungen Judoka Berlins sind Nationalmannschaften und Titelkämpfe die Verlockungen, von denen er träumt.

Man könne auch mal fallen, müsse aber immer wieder aufstehen. Das sagt Mateo Cuk, 15 Jahre alt, erstaunlich altersweise auf die Frage nach dem Lebensmotto. Eine Devise, die dafür taugt, lebenslang in Kraft zu bleiben. Für Cuk hat sie sogar einen doppelten Sinn, denn er ist Judoka. Der Beste seiner Alters- und Gewichtsklasse in Berlin und darüber hinaus.

Gerade bestätigte er das mit dem Sieg bei den Warschau Open in der U17 und kurz darauf beim Bundessichtungsturnier in Halle/Saale – “klare Siegleistungen”, “Leichtigkeit und psychische Stärke” bescheinigten ihm die Trainer, fast alle Kämpfe gewann er vorzeitig. Das machte ihn zum Gewinner der Wahl des Berliner Nachwuchssportlers des Monats November. Gewinnen ist Mateo Cuk gewohnt. Bei den etwa 400 Kämpfen, die sein Judo-Pass verzeichnet, ist er in großer Mehrzahl als Sieger von der Matte gegangen. Und immer besser geworden. 2016 hat er ganze dreimal verloren. “Dreimal zu viel”, sagt er.

Familienerbe angetreten

Zum Judo ist er quasi als Familienerbe gekommen. “Kampfsport war bei uns immer Tradition.” Der Großvater in Kroatien hatte es schon mit dem Kämpfen, Vater Mario – wie Mutter Milica Mitte der 1970er in Berlin geboren – war ein ziemlich Guter auf Matten und mit Fäusten. Er gewann im Jiu-Jitsu DM-Bronze, hatte im Kickboxen als Aktiver und Trainer Erfolg. “Schon als Knirps saß ich am Mattenrand und habe beim Training zugeschaut”, erzählt Mateo. Auch heute noch, verrät er, gehen Vater und Sohn, wenn Zeit ist, auf der Matte in den Bodenkampf. “Das macht Riesenspaß und mein Ehrgeiz, ihn zu besiegen, ist groß. Auf jeden Fall ist es eine Herausforderung, gegen einen 90-Kilo-Mann zu bestehen”, sagt Mateo.

Seit zwei Jahren ist Cuk am Schul- und Leistungssportzentrum in Hohenschönhausen. Landestrainer Andreas Härtig lobt seine Veranlagung: “Ich muss ihn überhaupt nicht antreiben, sondern eher bremsen”. Auf der Judomatte war er schon sieben Mal Berliner Meister in Jugend-Altersklassen, zum ersten Mal mit acht Jahren in der U10. Da bestritt er seinen allerersten Kampf.

Einstweilen kämpft er in der U18. Im Januar steht das Berliner Championat an. Gutes Abschneiden vorausgesetzt, folgen die Ostdeutschen und Deutschen Meisterschaften. Mit Top-Resultaten dort will er Nachwuchs-Bundestrainer Bruno Tsafack beeindrucken, sich für die Europa-Jugendspiele, EM oder WM ins Gespräch bringen. Damit sind die Ziele für die nähere Zukunft genannt, in der Ferne liegt Olympia. “Ganz klar, da geht nichts darüber”, sagt Mateo, für den seine Sportart eine Charakterschule ist. Eines aber kann man dabei nicht gebrauchen: “Respekt ist wichtig, aber Angst, die darf keinen Platz haben. Das ist das schlimmste Wort, das es in einer Kampfsportart gibt.”

Oktober: Julia Büselberg

Julia Bueselberg
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Segeln mit der Liebe zur Geometrie auf dem Wasser: Julia Büsselberg träumt vom Start bei Olympia 2020 in Tokio. Doch vorher warten andere Aufgaben auf die Gymnasiastin aus Friedenau.

Diesen Namen muss man sich merken. Er taucht immer wieder auf: auf Siegerpodesten, in Top-Ten-Listen und als Gewinner von Leserbefragungen. Seglerin Julia Büsselberg war bereits im Oktober 2015 Berlins Nachwuchssportlerin des Monats, wenig später wurde sie Beste des Jahres.

Dass sie im Oktober-Ranking 2016 wieder Erste ist, macht sie zum Idealfall des Nachwuchssports. Denn Konstanz auf hohem Niveau, steigende Leistungskurven und dauerhafte Präsenz in der Spitze ist das, was Trainer und Funktionäre anstreben.

Und ihre Entwicklung kann sich tatsächlich sehen lassen: Julia Büsselberg, am
9. Mai 2000 geboren und seit dem neunten Lebensjahr im Verein Seglerhaus am Wannsee (VsaW) aktiv, hatte 2015 bereits herausragende Leistungen geboten.

Zweistellige Plätze gibt es bei ihr nicht

So belegte sie bei der WM in Medemblik (Niederlande) in der U18-Wertung mit den bis zu drei Jahre älteren Mädchen den zweiten Platz. In der Wertung der Jüngeren holte der Teenager aus Friedenau sogar die Goldmedaille und darf sich nun U16-Weltmeisterin nennen. Zweistellige Plätze gab es 2015 nicht.

Das setzte sich 2016 munter fort. In diesem Jahr gewann sie im Laser 4.7. das Young Easter Meeting in Malcesine (Italien), wie im Vorjahr die Young European Sailing (YES) in Kiel, dazu zwei Europacups und erstmals die Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaften in Travemünde. Lediglich bei der Jugend-WM auf dem Schilksee wurde sie Achte.

Dafür gibt es einen Grund: Denn die 16-Jährige ging nach gerade überstandener Erkältung geschwächt in den Wettbewerb. Dennoch schaffte sie die einzige deutsche Top-Ten-Platzierung der WM. Und meinte hinterher: “Ich glaube, ich darf mit meinem Segeljahr zufrieden sein. Rang acht bei der WM ist mein schlechtester Platz der Saison überhaupt. Insgesamt war es ein tolles Jahr.” Die WM war auch der Abschied aus der Jugendklasse Laser 4.7, inzwischen startet Julia Büsselberg in der olympischen Laser-Klasse Radial. Hier wurde sie bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften vor Wismar auf Anhieb Fünfte.

Schöpferische Pause nach dem Abitur 2018

Das Ende der Wettkampfsaison steht für die Gymnasiastin der 11. Klasse des Paul-Natorp-Gymnasiums bevor. “Segeln im Winter macht eh keinen Spaß, und eine Pause kann ich auch gut gebrauchen”, sagt Julia Büsselberg. Nach dem Abitur 2018 soll ein Jahr “schöpferische Pause” folgen. Konkret: “Ich könnte mich dann voll dem Segeln widmen, sehen, was das für mich bringt.”

Im Jahr darauf finden die Olympischen Spiele in Tokio statt. Wohl etwas zu früh, weil die Qualifikationen zeitlichen Vorlauf haben. “Aber wenn es passiert und der deutsche Startplatz erreichbar ist, habe ich natürlich nichts dagegen”, sagt Julia, für die “Segeln Geometrie auf dem Wasser ist”. 2017 warten zunächst EM und U-21-WM. Man wird dann von ihr hören.

September: Jacob Schopf

Jacob Schopf
September: Jacob Schopf (17, Kanu) Bild: camera4

Auf Berlins Kanuten ist Verlass, das haben sie zuletzt bei den Olympischen Spielen in Rio bewiesen, wo der Berliner Marcus Groß gleich zweimal Gold im Kajak-Zweier und -Vierer gewann. Auch der am 3. Oktober 1981 in Berlin geborene, inzwischen für den KC Potsdam paddelnde Ronald Rauhe holte zum Abschluss seiner olympischen Karriere noch einmal Bronze im Kajak-Einer. Doch erfolgversprechender Nachwuchs ist bereits im Anmarsch.

Der Anfang Juni 17 Jahre alt gewordene Jacob Schopf vom Köpenicker Kanu Club (KKC) war gerade mal zwei Jahre alt, als Rauhe 2001 den ersten EM-Titel feiern durfte. Während der Senior nun Abschied nimmt, steht für den Junior das höchste Karriere-Ziel – “natürlich heißt das Olympia 2020 in Tokio” – noch aus.

Jacob Schopfs Erscheinungsbild – “ich lege Wert auf das hohe C in der Mitte, denn das wird gern zum K gemacht” – mit auf 1,86 Meter Länge verteilten 78 Kilogramm und strammem Bizeps macht Eindruck. Das suggeriert Kraft, Ausdauer, Top-Leistung. Aber es ist nicht nur der Körper, der imponiert.

Es sind auch Kopf, Einstellung, Wille, die Schlagzahl und Richtung bestimmen. Dafür steht ein Satz, den der Zwölftklässler der Köpenicker Flatow-Sportschule, der aktuell das zweite Jahr des dreistufigen Abiturkurses absolviert, als Lebensmotto angibt. Er lautet: “Erzähl der Welt nicht, was du kannst – zeig’ es!”

2013 erstmals Deutscher Meister

Begonnen hat Schopf als Kind mit Fußball, aber als ihn ein Kumpel mitnahm in seinen Kanuverein, blieb die anfangs noch vorhandene Unsicherheit, ob dies nun das Richtige sei, schnell auf der Strecke.

“Es hat Spaß gemacht, und das hat entschieden. Jetzt bin ich schon fast zehn Jahre dabei, und zum Spaß ist der Erfolg dazu gekommen”, erinnert sich das Ausnahmetalent. Ab der siebenten Klasse erhöhten sich an der Sportschule Trainingsumfänge und -intensität. 2008 absolvierte er bei der Küken-Regatta den ersten Wettkampf, 2013 in Köln wurde er erstmals Deutscher Meister.

2015 schaffte Schopf als Jugendfahrer den Sprung in den K4 der älteren Junioren und wurde mit diesem bei der WM in Montemor (Portugal) Vierter. Im Jahr darauf in Minsk holte er sich 1000-Meter-Gold im Kajak-Einer nach dramatischem Finale vor dem Briten Magnus Gregory und dem Südafrikaner Jan van der Westhuizen.

Begeisterter Bundestrainer

“Der Start war zwar nicht der beste, aber okay. Zum Schluss konnte ich dann meinen Endspurt, den ich ja liebend gern auspacke, richtig schön durchpaddeln”, kommentierte er. “Richtig schön durchpaddeln”, “bis zum Schluss durchhalten und noch mal ordentlich anziehen”, so hörte sich bescheiden an, was Bundestrainer Detlef Hofmann einen “phänomenalen Lauf” nannte. 1000 und 500 Meter sind die beiden bevorzugten Distanzen des Schützlings von Trainer Eckehard Sahr.

Am Kanusport, sagt Jacob Schopf, gefalle ihm “das Gesamtpaket von Wasser, Sonne und Natur – das Beste, was man haben kann”. Und da sich Wohlgefühl am meisten potenziert, wenn man es teilt, gehören erholungs- und bewegungsintensive Urlaube rund um den Globus mit den Eltern Gunnar und Silke sowie seiner 20-jährigen Schwester Antonia zum jährlichen Programm. In diesem Jahr liegen noch New York und die Karibik vor Jacob Schopf, früher hat er zum Beispiel schon die Malediven, Thailand oder die Arabischen Emirate in Augenschein genommen.

Bis zu 1000 Trainingskilometer pro Woche

Der September, sagt der junge Mann, “wird ein Monat zum Runterkommen”. Ab Oktober “heißt es dann wieder Grundlagen schaffen, solange kein Eis auf dem Wasser ist, auch im Winter draußen trainieren”. Im Frühjahr muss die Basis für die Freiluftsaison danach gelegt werden, 100 Kilometer pro Woche sind da normal, weit über 1000 Kilometer pro Sommer sowieso.

Das eigene Befinden dabei hänge zwar, sagt Jacob Schopf, von der “Tagesform” ab und es könne schon vorkommen, dass er mal genervt sei, “aber eigentlich habe ich fast immer Lust auf Sport”. Klingt wie ein Versprechen für Tokio 2020.

August: Moritz Wolff

Moritz Wolff
August: Moritz Wolff (16, Ruderer) Bild: Camera4

Den Standardweg zur großen Ruderhoffnung für die Zukunft hat Moritz Wolff (16) nicht hinter sich. Zwar ist er mit den Eltern, zwei Hunden und mehreren Katzen direkt gegenüber der Regattastrecke in Berlin-Grünau zuhause, aber sportlich bestimmte zunächst von Kindesbeinen an der Fußball sein Leben. Mit fünf schon fing er beim Grünauer BC an, dann folgten weitere Stationen. Moritz zeigte sich als Multitalent. Er war Torschützenkönig, aber vor allem glänzte er im Kasten. Davon zeugen zig Ehrungen als bester Keeper bei Turnieren. Er selbst beschreibt diese Zeit als „neun Jahre Intensivfußball mit sieben Mal Training pro Woche“.

Moritz träumte den Jungen-Traum von der Fußballkarriere – bis zum Sichtungstraining bei Union. Dass er bei der Talenteschau nicht ausgewählt wurde, musste man zwar einplanen, die Begründung aber war nicht nachvollziehbar. „Da wurde mir gesagt, man nehme keinen weiter, weil das Team schon voll sei.“ Fußball adé. An die Sportschule aber wollte Moritz weiterhin. Der Zufall half in Gestalt seines Ex-Hortners, der an der Schule das Unterrichtsfach Rudern anbot. Ein Glückstreffer, denn nachdem sich Moritz beim Richtershorner Ruderverein anmeldete, begann für den Teenager eine Erfolgsgeschichte, die noch viele Höhepunkte verspricht.

Im Einer und im Doppelzweier gab es die jüngsten Titel

Gleich im ersten Wettkampfrennen beim Landesentscheid 2014 gab es im Doppelzweier den ersten Sieg. Offensichtlich ist er so etwas wie ein Naturtalent. Gerade jüngst hat er seiner Bilanz wieder zwei Siege hinzugefügt, bei den Deutschen Meisterschaften der B-Jugend im Einer und Doppelzweier (mit Alexander Finger/BRC) gewonnen. Bei seinen Ruderkameraden gilt er als „Kraftmaschine“, Fotos von Moritz auf Facebook versehen sie mit dem Kommentar „Du Tier!“. Auch dessen Top-Leistungen auf dem Ruderergometer unterstreichen seine Qualität. Bei den Meisterschaften in seiner Altersklasse hat er eine Zeit erzielt, die nur eine Sekunde über dem Weltrekord lag. Mit seinen langen Armen, sagt er, habe er den anatomischen Vorteil, eine Technik rudern zu können, die mit langen Ruderschlägen für einen starken Schub sorge.

Natürlich träumt Moritz Wolff davon, mal bei Olympia und WM dabei zu sein. Irgendwann später kann er sich „einen tollen Job“ vorstellen, der aber möglichst etwas mit Sport zu tun haben sollte. Vom Fußball hat er einstweilen Abstand gewonnen. So liest man auf seiner Facebook-Seite: „Ich muss sagen, ich finde das immer wieder lustig, wie Fußballer sich hinschmeißen und dolle ‘aua’ haben …“ Die Medien, meint er, sollten „viel öfter über Sportarten wie Rudern und über die Leute, die das ausüben, berichten“. Und verspricht: „Das, was ich dafür machen kann, das werde ich tun – oder zumindest es versuchen.“

Juli: Christina Wassen

Christina Wassen
Juli: Christina Wassen (17, Wasserspringen) Bild: Eberhard Thonfeld

Nein, verzweifelt ist sie nicht. Dabei ist Christina Wassen, 17 Jahre alte Wasserspringerin vom Berliner TSC, gerade zum zweiten Mal knapp an einem großen Championat vorbeigerutscht. 2015 verhinderte eine Ellenbogenverletzung nebst Operation den Auftritt bei der EM in Rostock, im Februar verpasste sie mit der Dresdnerin Tina Punzel als Sechste beim Weltcup in Rio den für einen Olympia-Quotenplatz nötigen fünften Rang um 19,06 Punkte.

„Das war ärgerlich, aber nach hinten schauen bringt nichts“, sagt sie: „Ich falle ganz bestimmt in kein Loch, ich habe immer gesagt, mein Ziel sind die Olympischen Spiele – egal ob 2016, 2020 oder 2024.“

Doppel-Gold bei den Junioren

Wie es war in Rio, wird sich Christina nach Olympia aus erster Hand erzählen lassen, denn die zwei Jahre jüngere Schwester Elena, mit der sie seit 2013 in Berlin lebt, hat den Sprung ins DSV-Team (Turm) geschafft.

Unter die Kandidaten zur Wahl des Nachwuchssportlers des Monats hatte sich Christina Wassen mit Turmrang sechs bei der EM Ende Mai in London gesprungen. Als das Votum für sie gefallen war, lieferte sie passgerecht noch ein paar Argumente für die Wahl hinterher. Bei der Junioren-EM in Rijeka (Kroatien) gewann sie Doppel-Gold vom Turm und mit dem Team, Bronze vom Dreimeterbrett. „Hier wollte sie unbedingt überzeugen und zeigen, was sie kann“, sagt Trainerin Anne-Katrin Hoffmann, die Wassen betreut, seitdem sie als Vierjährige in Aachen mit dem Wasserspringen begann.

Von Aachen nach Berlin

Angefangen hat alles im Freibad daheim in Baesweiler. Als Mutter Bettina und Vater Josef auffiel, dass schon bei ihren ersten Sprüngen vom Brett viel weniger Wasser umherspritzte als bei den anderen, meldeten sie die Tochter beim SV Neptun Aachen an. Trainerin Anne-Kathrin Hoffmann ist den Wassen-Mädchen seither nicht von der Seite gewichen. Als Verein und Standort den Stützpunkt-Status verloren, sagten Christina und Elena: Wir wollen weitermachen. Und die Trainerin ergänzte: „Ich gehe dahin, wohin ihr geht.“

Hoffmann ist die beste deutsche Nachwuchstrainerin, von neun deutschen Junioren-EM-Medaillen (sieben Mal Gold, zweimal Bronze) in Rijeka gewannen ihre Schützlinge acht. Christina Wassen war dabei vielfach auffällig: mit Schwierigkeit und Eleganz, Ehrgeiz und Kampfgeist, Ausstrahlung und ansteckend guter Laune. Klar habe auch sie mal schlechte Laune, gibt sie zu. „Aber nur weil mal ein Tag schlecht läuft, soll ich mich deshalb hängen lassen? Hilft mir das? Nein!“

Keine Konkurrenz zur Schwester

Recht hat sie, und allein fühlt sie sich mit diesem Prinzip absolut nicht. „Ich kriege in meiner Gruppe so viel Unterstützung, dazu stehen Trainer, Olympiastützpunkt, Schule, Sponsoren an meiner Seite, was erst den ganzen Erfolg möglich macht.“ Und nicht zu vergessen Schwester Elena, mit der sie durch dick und dünn geht, ein Herz und eine Seele ist. Für Konkurrenz ist da, obwohl beide in der gleichen Sportart aktiv sind, gar kein Platz. „Wenn wir uns streiten, dann jedenfalls nicht über Sport“, verrät Christina Wassen.

Juni: Jan Kauffmann

Jan Kauffmann
Juni: Jan Kauffmann (16, Moderner Fünfkampf) Bild: Promo

Jan Kauffmann ist voll aufs Hier und Jetzt orientiert. Davon zeugen wache Augen und die offene und verkrampfte Art des Modernen Fünfkämpfers.

Die Sportart, die seine Passion ist, ist keine Allerweltsdisziplin. Sondern eine mit hoher Herausforderung, eine, die komplexe Fähigkeiten, intakten Körper und Geist verlangt. Pierre de Coubertin hat den Mix aus Fechten, Schwimmen, Reiten, Schießen und Laufen erfunden, der sich bis heute im Programm der Olympischen Spiele gehalten hat. Die Vielfalt liebt der junge Mann, der unter anderem auch schon Tennis, Handball und Karate probiert hat.

Beim Fünfkampf merkte er schnell: „Das ist meins!” Vom ersten Tag an hätte er Spaß dabei gehabt. Dass Trainings- und Wettkampfpensum aus “mehr bestehen als Schnürsenkel-Zubinden”, enorm intensiv sind, schreckt ihn nicht ab. Im Gegenteil.

Straffer Zeitplan

Sein Motto „Immer weitermachen!” gilt auch für den ungewöhnlichen Tagesablauf. Zwei Tage herausgegriffen, liest sich das etwa so: Montag – 8 Uhr Schwimmen, 9.55 bis 15.45 Schule, 16 Uhr Laufen, 17.15 Uhr Schießen; Donnerstag – 8 Uhr Reiten, 9.30 Uhr Schwimmen, 11 bis 13.15 Freizeit, 13.15 bis 15.45 Uhr Schule, ab 16 Uhr Laufen. Nur sonntags ist frei.

„Ich sehe ja, dass es sich lohnt“, sagt Kauffmann. Ende April hat er bei den Internationalen Junioren-DM Noch-A-Jugendlicher den zweiten Platz erreicht. „Das war schon echt stark und mein größter Erfolg, weil er ja gegen ältere Jahrgänge erzielt wurde“.

Von zwei auf eins?

Silber hat Kauffmann auch bei den Berlin-Brandenburger Meisterschaften dieses und des Vorjahres, bei der Staffel-DM und den Berliner Meisterschaften 2013 gewonnen. Natürlich träumt er vom Platz ganz oben auf dem Podest. Mitte Juli startet der Fünfkämpfer bei der A-Jugend-WM in Dublin – “mein erstes großes internationales Championat” –, zwei Wochen später bei der EM in Barcelona.

Mai: Daniel Zorn

Daniel Zorn
Mai: Daniel Zorn (17, Judo) Bild: Tilo Wiedensohler

1,83 Meter, 100 Kilogramm: Die Maße erzeugen Respekt, dem muskulösen Körper von Daniel Zorn sieht man das Gewicht aber nicht unbedingt am. Der 17 Jahre junge Judoka ist Träger des ersten Dan, sein Name ist für ihn aber nicht Programm: „Ich bin kein Typ für Streit, komme eigentlich mit jedem klar“, sagt er.

Jedenfalls solange er nicht auf der Tatami steht. „Da will ich vor allem eins: gewinnen. Und das so oft es geht, sprich: immer.“ Schon mit drei Jahren fing er beim BC Randori in Steglitz an, sich auf der Matte zu tummeln. Mit sechs Jahren folgten erste Wettkämpfe und bis zu den ersten Erfolgen im Nachwuchs war es dann nicht mehr weit.

Faires Eins gegen Eins

Der mobile Knabe, der sich auch im Fußball und Schwimmen probierte, entschied sich früh für Judo, „weil da irgendwie alles am besten zu mir passte“. Vater Sergey kam vom Sambo, russischer Zweikampf mit Nähe zu Judo, Mutter Elena plädierte für den Mattensport wegen der Philosophie des „sanften Weges“ (wörtliche Übersetzung von Judo). Der Wettkampf aber, sagt Daniel, ist bei weitem nicht so sanft: „Man lernt schnell, mit Schmerzen umzugehen. Gehirnerschütterungen merkt man oft gar nicht mehr, und nach zwei, drei Tagen ist alles wieder gut.“

Judo sei für ihn Adrenalin. Kämpfen in einem „Eins-gegen-Eins-Duell nach fairen Regeln und dabei siegen“, das „macht mir Spaß und den möchte ich haben, so lang es geht“. Spaß und Erfolg hatte er schon reichlich: Im Vorjahr war er Deutscher U18-Meister und EM-Fünfter der Altersklasse, im März 2016 verlor er das Finale bei der Deutschen U21-Meisterschaft als 17-Jähriger gegen den drei Jahre älteren Leverkusener Johannes Valentin Frey nur knapp durch Verwarnung. Im Mai hat er nun sogar schon seine Bundesliga-Premiere für den UJKC Potsdam bestritten.

Olympia 2020 kommt genau richtig

Daniel Zorns großer Traum ist es, einmal bei Olympia dabei zu sein. Rio kommt zu früh, Tokio 2020 vielleicht genau richtig. Zumal Japan als Judo-Mutterland besonders ist. Drei Wochen Trainingscamp hat Daniel dort bereits absolviert – „ein Wahnsinnserlebnis und gewalttiger Motivationsschub”. Der ehrgeizger Sportler steckt sich auch gleich die höchsten Ziele, will Olympiasieger werden. Sein passendes Lebensmotto: never give up – niemals aufgeben.

April: Lea Sophie Scholz

Lea Sophie Scholz
April: Lea Sophie Scholz (16, Eisschnelllaufen) Bild: Tilo Wiedensohler

Beim Viking Race in Heerenveen, der inoffiziellen Junioren-EM, wurde sie Mehrkampf-Sechste. Dreimal war sie bereits Berliner Mehrkampfmeisterin in ihrer Altersklasse, 2015 zudem Deutsche Meisterin in der Teamverfolgung: Die Lichtenbergerin Lea Sophie Scholz (16) ist eine der besten Nachwuchs-Eisschnellläuferinnen hierzulande.

Begonnen hat ihre Kufenkarriere mit Tränen. Sechs Jahre alt war sie, als sie mit Vater und Freundin zum öffentlichen Eislaufen ging und permanent hinfiel. “Danach wollte ich unbedingt lernen, mich so sicher und schnell wie andere zu bewegen und meldete mich zum Schnuppertraining an”, erzählt sie.

Ziel: Olympia 2022

Seit zehn Jahren ist Lea bei den Eisskatern des TSC. “Es fasziniert mich, wie man aus eigener Kraft an die 60 Sachen auf Kufen erreichen kann.” Mit ihrem großen Ziel ist sie nicht allein: „Für 2022 haben wir uns als Berliner Trainingsgruppe fest vorgenommen, dass wir dort gemeinsam hinfahren”, sagt sie.

Anlagen und Potenzial dafür habe sie, bestätigt Robert Lehmann, bis 2014 selbst Athlet und nun als Trainer Leas Betreuer. “Sie ist enorm talentiert, bringt viel mit, hat ein Superschlittschuhgefühl. Körperlich und mental kann sie noch zulegen.”

Extrovertiert und ein bisschen frech

Der Coach beschreibt Lea als “offen, lustig, aber auch sehr ehrgeizig” und ist damit nah am Selbstbild der Sportlerin. “Ich bin eher extro- als introvertiert”, meint diese, “sehr aktiv und kommunikativ, ein bisschen frech, aber auch gelassen”.

Im Training musste sie früher öfter Strafrunden absolvieren, “weil ich zuviel rumgequatscht habe”. Die Sportschülerin mag Trubel um sich herum. Am Gymnasium lernt sie statt in einer festen Klasse in mehreren Kursen. “Kein Problem, ich find’s gut, immer wieder mit anderen zusammen zu sein.”

Fixpunkt Familie

Fixpunkt für Lea Scholz ist die Familie, die sie enorm unterstützt. Eltern, Großeltern, Verwandte halfen, neue Skates und zwei Wochen Training in Kanada zu finanzieren. Leichtathletin Natalie Schröter, “meine beste Freundin”, kommt zu jedem ihrer Wettkämpfe. “Das hilft und gibt Kraft.”

Genauso wie ihr Hobby, das Reiten. In Münchehofe bei Berlin steht das Pferd, auf dessen Rücken Lea besonderes Glück empfindet. Tiere mag sie ausgesprochen gern, Veterinärmedizinerin wäre ihr Traumberuf. Nur: “Ich kann kein Blut sehen, als ich selbst mal zu einer Abnahme musste, bin ich in Ohnmacht gefallen.”

März: Annika Hocke

Annika Hocke
März: Annika Hocke (15, Eiskunstlaufen) Bild: Tilo Wiedensohler

Die fünfzehneinhalb Jahre alte Zehlendorferin hat alles – nur sehr wenig Zeit. Aber sie hat große Pläne für die Zukunft.

Man merkt, dass es nicht das erste Interview ist, das sie gibt. Annika Hocke(15) ist eine der besten deutschen Nachwuchs-Eiskunstläuferinnen. Eine Zukunftshoffnung, wie es sie hierzulande seit Längerem nicht gegeben hat. 2015 und 2016 war die beim SCC von Manuela Machon trainierte Schülerin des Coubertin-Sportgymnasiums bereits so erfolgreich, dass Zeitungs-Schlagzeilen wie „Die Eisprinzessin aus Zehlendorf“ fast normal geworden sind. Sie findet das eher amüsant.

Die Ziele im Sport nimmt sie um so ernster und legt sich einen straffen Zeit plan auf. Morgens um 5 Uhr steht sie daheim in Zehlendorf auf, eine Stunde später geht es gen Osten ins Schul- und Leistungssportzentrum nach Hohenschönhausen, wo Lernen und Trainieren zu kombinieren sind. Abends um acht ist sie zu Hause. 20 bis 23 Stunden pro Woche trainiert sie , frei ist bestenfalls der mit Lernen, Hausaufgaben und „ein bisschen Joggen“ ausgefüllte Sonntag, wenn nicht Wettkämpfe anstehen. Vergangene Saison von September bis März waren es neun. Sie bekommt das alles auf erstaunliche Weise hin. Auch in der Schule, wo sie das Abitur anstrebt, steht sie gut da.

Erster Meistertitel mit acht Jahren

Als sie mit fünf Jahren im Eisstadion Wilmersdorf die Eiskunstläufer im Innenraum schweben und springen sah, war es um sie geschehen: „Mama, das will ich auch!“ Seitdem gehört Eiskunstlaufen zu ihrem Leben. Mit acht holte sie den ersten Berliner Meistertitel . 13 war sie, als sie 2014 Deutsche U13-Nachwuchsmeisterin wurde. 2015 und 2016 reihte sich Erfolg an Erfolg. In Dortmund gewann Hocke die NRW-Trophy, in Budapest den Santa Claus-Cup: „Es war cool zu wissen, dass ich bei internationalen Wettkämpfen gewinnen kann.“

2016 wurde sie Junioren-Vizemeisterin . Obgleich sie bei den Youth Olympics Games in Lillehammer mit ihrer Carmen-Kür die Top Ten als Elfte knapp verfehlte, war dieses Ereignis für sie „meine bisher größte Erfahrung“. Das Wort bisher spielt dabei eine entscheidende Rolle, es soll „noch einiges kommen“. Die Teilnahme an Olympischen Spielen steht dabei über allem.

Das Berliner Sport-Videoportal Sportfanat stellt die Nachwuchssportler des Monats vor. Das Video mit Annika Hocke finden sie hier.

Übrigens: Vor exakt zwei Jahren hat Annika Hocke schon einmal die Auszeichnung als „Nachwuchssportlerin des Monats” bekommen.

Februar: Lena Hentschel

Lena Hentschel
Februar: Lena Hentschel (14, Wasserspringen) Bild: Eberhard Thonfeld

Die 14-jährige Wasserspringerin aus Wilhelmsruh hat eine 60-Stunden-Woche und träumt von einer Teilnahme bei Olympia 2020.

Die Frage nach dem Lebensmotto beantwortet Lena Hentschel rasch. „Ohne Spaß kommt kein Erfolg“, sagt sie so überzeugt und überzeugend, dass sie mit der Wintersonne vor der Schwimm- und Sprunghalle an der Landsberger Allee um die Wette strahlt. Sie hängt, nun ein ganzes Stück ernster, gleich einen Kurzsatz an: „Ohne Schmerzen aber auch nicht!“

Ziemlich erwachsen klingt das. Dabei wird Lena am 17. Juni erst 15 Jahre alt. Zehn davon ist sie bereits Wasserspringerin. Als sie fünf Jahre alt war, suchten ihre Eltern einen Verein, der dem Bewegungsdrang der Tochter Genüge tun konnte.

Mit 1,55 Meter und 51,4 Kilo hat sie ideale Maße für die Sportart, die turnerisches Können, Mut, Kraft und Ausdauer verlangt. Beim Berliner TSC, bundesweiter Vorzeigeklub der Salti- und Schraubendreher, absolvierte sie ein Probetraining, wurde als “entwicklungsfähig” befunden. Verein, schrittweiser Auf- und Ausbau von Trainingspensum und -intensität, erste Wettkämpfe und Erfolge – das klingt folgerichtig, wie Automatismus. Dabei steckt hinter Leichtigkeit und Eleganz der Sprünge harte, tägliche Arbeit.

Vollbeschäftigung und 500 Sprünge pro Woche

Neunmal pro Woche trainiert Lena im Becken, in 25 Stunden kommt sie auf 500 Sprünge. Danach heißt es nach Hause fahren, Schule nachbereiten – so kommt schnell eine 60-Stunden-Woche zusammen. Für den Traum von Olympia nimmt das Mädchen aus WIlhelmsruh täglich auch die einstündige Anfahrt auf sich.

Laut Bundestrainer Lutz Buschkow ist sie eines der „größten deutschen Springertalente“. Für ihre Trainerin Anne-Kathrin Hoffmann ist sie auch eine große Hoffnung für Olympia 2020 in Tokio. Bis dahin heißt es: Rauf aufs Brett, konzentrieren, abheben, drehen, sauber eintauchen, wieder und wieder.

Lena Hentschel nimmt es auf sich, weil sie Wasserspringen liebt. Solange der Spaß da sei, werde sie auf dem Brett stehen, sagt sie.

Das Berliner Sport-Videoportal Sportfanat stellt Lena Hentschel in einem Video vor.

Januar: Leonie Kullmann

Leonie Kullmann
Januar: Leonie Kullmann (16, Schwimmen) Bild: Matthias Radtke / Berliner Morgenpost

Für die 16-jährige Leonie Kullmann könnte sich schon in diesem Sommer ein großer Traum erfüllen: Die Sächsin ist eine der größten deutschen Nachwuchshoffnungen im Schwimmen und darf sich gute Chancen für Olympia in Rio in diesem Sommer ausrechnen.

Deshalb gehört sie zum DSV-Team, das seit Jahresanfang im dreiwöchigen Camp im thailändischen Phuket die “Grundlagen für die Olympiaform” legen will, wie sie selbst sagt. Obwohl erst 16, hat die Schwimmerin schon ein bewegtes Leben hinter sich. Im Alter von neun Jahren zog die Familie für drei Jahre in die USA, wo sie mit dem Schwimmen begann, nachdem sie sich daheim zuvor im alpinen Skilauf und in der Akrobatik versucht hatte.

Auf den Kraulstrecken von 100 bis 400 Meter ist sie eine Top-Nachwuchsschwimmerin. So gewann sie bei den Europaspielen in Baku 2015 einmal Silber (400 m), zweimal Bronze (200 m, 4×100 m). Trainer Alexander Römisch mag die Arbeit mit ihr, “weil man sieht, dass ankommt, was man vermittelt”. Sie sei zwar “nicht das allergrößte Talent”, aber “Leonie ist unheimlich akribisch, arbeitet unglaublich hart an sich.”

Qualifikationen ab Mai

Das Wissen, “dass meine Stärke hinten heraus kommt, wenn es hart wird”, macht sie gelassen. Leonie ist eine pflichtbewusste Schwimmerin mit Löwenherz. Eine Mischung, die Chefbundestrainer Henning Lambertz schätzt. “Wenn Leonie auf geradem Weg bleibt, dann wird sie uns mit Sicherheit noch viel Freude machen.”

Vielleicht schon in Rio. Zwischen Mai und Juli stehen die nationalen Qualifikationen an – ein Staffelplatz sollte auf jeden Fall möglich sein. In der aktuellen DSV-Rangliste der 200 Meter Freistil ist sie Vierte. Kann sie das bestätigen, dann wäre sie mit noch nicht mal 17 Jahren bei den Spielen dabei.

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