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Titel Margot-friedlaender-pries
Bild: Adrian Jankowski
Margot-Friedländer-Preis

„Menschen sollen nie wieder das erleben, was ich erlebt habe“

Drei Schülerprojekte erhalten den Margot-Friedländer-Preis 2018. Die Berliner Sparkasse ist Unterstützer des Preises und Gastgeber der Preisverleihung im Max Liebermann Haus am Pariser Platz.

W

er vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.“ Dieses Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker begleitete die Preisverleihung des erstmals bundesweit ausgetragenen Margot-Friedländer-Preises „Zukunft des Erinnerns“. Projekte aus der Joseph-Carlebach-Schule Hamburg, der Nibelungen-Realschule Braunschweig und der Oberschule „An der Mulde“ Rochlitz haben ihn am 6. März erhalten. Etwa 90 Projekte aus dem gesamten Bundesgebiet und aus allen Schularten hatten sich beworben.

Interviewrunde
Preisträger vergangener Jahre interviewen die aktuellen Preisträger bei der feierlichen Preisverleihung im Max Liebermann Haus. Bild: Adrian Jankowski

Sehr persönliche Preisverleihung

Es war wirklich eine sehr feierliche und mit persönlichen Aspekten versehene Veranstaltung im Max Liebermann Haus. Insbesondere den Schülerinnen und Schülern merkte man die Aufgeregtheit und Nervosität an. Kein Wunder, denn für viele wird der Preis eine der wichtigsten Auszeichnungen in ihrem Leben sein.

Der Preis unterstützt die Jugendlichen, damit sie die teils sehr aufwändigen und zeitintensiven Projekte machen und abschließen können. Aber noch wichtiger ist folgende Aussage eines Preisträgers: „Man darf den Holocaust niemals vergessen und das sollten die nachfolgenden Generation wissen. Das Nichtvergessen soll mit den Projekten weitergetragen werden.“

Die Preisträger:

Preistraeger Schaeuble
Vertreter der drei ausgezeichneten Schülerprojekte mit Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble und Margot Friedländer. Bild: Adrian Jankowski
  1. Preis und 5.000 Euro: Joseph-Carlebach-Schule: Unter dem Motto „Nur gemeinsam geht Erinnern – Begegnen – Respektieren“ entwickeln Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse eine App, mit der die ehemalige Bornplatzsynode mit einer Virtual Reality Brille besichtigt werden kann.
  2. Preis und 1.000 Euro: Im Projekt „Die Sinti in Braunschweig gestern, heute und morgen“ begleiten Schüler der Nibelungen-Realschule in einem Interview- und Rechercheprojekt die Gedenkfeier zum 75 Jahrestag der Deportation der Braunschweiger Sinti.
  3. Preis und 600 Euro: „Nie wieder! Never Again!“ lautet der Projekttitel der Oberschule an der Mulde. 10 Jugendliche aus Haupt- und Realschulklassen erstellen eine Zeitung zum jüdischen Leben während und nach dem Holocaust.
„Menschen sollen nie wieder das erleben, was ich erlebt habe. Dieser Preis ist nicht für einen sportlichen Erfolg oder einen guten Aufsatz, den ihr geschrieben habt. Er ist vielmehr eine Anerkennung für etwas unendlich Wichtiges, für euer menschliches Engagement.“ Margot Friedländer

Mit dem Margot-Friedländer-Preis werden seit 2014 Jugendliche und Auszubildende aufgerufen, sich mit dem Holocaust, seiner Überlieferung und Zeugenschaft in interaktiven Projekten auseinanderzusetzen. Und darüber hinaus sich gegen jegliche Formen von Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung einzusetzen.

Darauf verwies auch Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble in seiner Laudatio. Nach seinen Worten ist die zivildemokratische gesellschaftliche Ordnung kein Selbstverständnis, sie muss ständig neu gelebt werden, dass sollte jedem Demokraten bewusst sein. Daher ist der Margot-Friedländer-Preis ein sehr gutes Beispiel, junge Menschen zu ermutigen, sich für Geschichte zu interessieren und sichtbare Zeichen gegen das Vergessen der Greueltaten in der Naziherrschaft zu setzen.

Margot Friedländer

geboren am 5. November 1921 in Berlin, ist Überlebende des Holocaust. 1943 floh sie vor den Nazis und lebte mehr als 50 Jahre in den USA. 2010 kehrte sie in ihre Heimatstadt zurück und tritt als Zeitzeugin regelmäßig unter anderem in Schulen auf, um über ihre Erlebnisse zu berichten. Margot Friedländer erhielt am 9. November 2011 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Die Schwarzkopf-Stiftung „Junges Europa“ arbeitet seit 1971 mit Leidenschaft daran, junge Menschen für Politik zu interessieren und für den europäischen Einigungsprozess zu begeistern. Die Berliner Sparkasse unterstützt die Werte und Ziele der Stiftung. So stellt sie für die Preisverleihung des Margot-Friedländer-Preises das Max Liebermann Haus zur Verfügung. Ein passender Ort, denn dort gab es schon immer einen regen Austausch der Berliner Gesellschaft zu Demokratie, Freiheit, Frieden und Toleranz.

www.schwarzkopf-stiftung.de

Formate: video/youtube

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