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Bild: Shutterstock
LBS-Kaufpreisspiegel

In drei Bezirken ist kaufen günstiger als mieten

Die Zinsen sind weiterhin niedrig – dadurch wird der Kauf einer Eigentumswohnung für viele Berliner Durchschnittsverdiener tatsächlich bezahlbar. Der neue LBS-Kaufpreisspiegel zeigt: Das kann sich in diesen Bezirken tatsächlich mehr lohnen als Miete zu bezahlen.

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ie LBS Nord (Bausparkasse der Sparkassen) hat hierzu die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen in Berliner Zeitungen und Online-Portalen im dritten Quartal 2018 mit den Preisen von Mietwohnungen verglichen.

Die schlechte Nachricht: Gebrauchte Eigentumswohnungen sind in den vergangenen drei Jahren in allen Bezirken deutlich teurer geworden. Seit 2015 kletterten die Wohnungspreise berlinweit um jährlich 12,4 Prozent und liegen im Schnitt in Berlin bei knapp 4.000 Euro pro Quadratmeter (3.975 Euro).

Die gute Nachricht: In drei Bezirken bleibt ein Wohnungskauf trotz gestiegener Preise günstiger als die Miete für eine vergleichbare Wohnung:

  • Am meisten sparen Käufer in Treptow-Köpenick. Bei einem Wohnungspreis von 186.250 Euro liegt der Vorteil zur Miete bei 44 Euro, wenn man eine Finanzierung von 2 Prozent Zins und 3 Prozent Tilgung sowie 25 Prozent Eigenkapital als Investition einrechnet
  • In Marzahn-Hellersdorf würden Käufer mit dieser Rechnung gegenüber Mietern 38 Euro monatlich sparen
  • In Spandau sparen Käufer immerhin noch 14 Euro im Vergleich zu Mietern, wenn sie in ihrer Eigentumswohnung auf dem Balkon sitzen.
„Selbst wenn die Anfangsbelastung von frisch gebackenen Wohneigentümern höher als die Wohnkosten vergleichbarer Miethaushalte ausfällt – auf längere Sicht sieht das Bild anders aus.“ Dr. Rüdiger Kamp, LBS-Vorstandsvorsitzender

So sinken die Ausgaben fürs Wohnen bei Eigentümern kontinuierlich, während viele Mieter mit steigenden Wohnkosten durch Mieterhöhungen konfrontiert sind. „Im Alter, wenn die Immobilie schuldenfrei ist, muss der Wohneigentümer nur noch jeden sechsten Euro fürs Wohnen ausgeben, der Mieter fast jeden dritten Euro“, ergänzt Kamp.

Also ab ans Kaufen? Die höchsten Preise in Berlin müssen Wohnungskäufer derzeit in Mitte bezahlen. Hier wird jede zweite gebrauchte Eigentumswohnung für mindestens 4.830 Euro je Quadratmeter angeboten. Angebotspreise über den berlinweiten Durchschnitt von 3.975 Euro werden auch in den folgenden Bezirken verlangt:

  • Charlottenburg-Wilmersdorf 4.659 Euro pro Quadratmeter
  • Friedrichshain-Kreuzberg 4443 Euro pro Quadratmeter
  • Pankow 4.074 Euro pro Quadratmeter

Bei den Preisen legen aber auch die anderen Bezirke spürbar nach. Besonders hohe Preissteigerungen verzeichnen die Empiriker in Lichtenberg (27,5 Prozent Preissteigerung), Spandau (+18,4 Prozent), Tempelhof-Schöneberg (+15,9 Prozent) und Neukölln (+14,9 Prozent).

Kauf-Tipp für Eigentum

Wenn Sie eine günstige Eigentumswohnung erwerben wollen, finden Sie diese in Berlin am ehesten in Marzahn-Hellersdorf. Der typische Angebotspreis liegt hier bei 2.344 Euro pro Quadratmeter. Besonders preisgünstige Objekte sind sogar mit Quadratmeterpreisen von unter 2.000 Euro zu haben. Aber es geht ja bei einer Eigentumswohnung nicht nur um den Preis, sondern vielmehr um die gesamte Lebenssituation und das Umfeld, in dem man und die Familie sich wohlfühlt.

Deutschland ist ein Mietermarkt

Doch Deutschland und insbesondere Berlin bleiben weiterhin eher ein Mietermarkt. Die Eigentumsquote ist in kaum einem anderen Land so niedrig. Das liegt auch an den hohen Kaufnebenkosten, die in Berlin bundesweit mit am höchsten sind: Mit der Grunderwerbssteuer von stolzen 6 Prozent verdient die öffentliche Hand bei jedem Immobilienkauf gut mit. In Brandenburg liegt sie bei 6,5 Prozent – dem Höchstsatz in Deutschland. In Bayern liegt die Steuer bei 3,5 Prozent.

Und auch der Notar und die Maklerin lächeln Sie nicht kostenlos an, sondern lassen sich die Arbeit stattlich bezahlen: die Maklerin bekommt im Schnitt 7 Prozent, der Notar: 1,5 Prozent. Deswegen zögern viele – aber es gilt der Spruch: Jeder zahlt in seinem Leben eine Wohnung ab. Ob die eigene oder eine fremde – das bleibt die Frage, die sich jeder individuell beantworten muss.

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