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Redewendung
Bild: Jens Bonnke
Redewendungen erklärt

„Kleinvieh macht auch Mist“

Geld regiert die Welt, sagt man. Und es prägt die Sprache. Wir hinterfragen Redewendungen. Diesmal, warum Kleinvieh auch Mist macht.

Nehmen wir nur einmal die Hühner deutscher Eier-Gro߬betriebe: Etwa 36 Millionen Legehennen gackern dort und lassen pro Vogel und Tag etwa 175 Gramm Kot fallen. Im Jahr kommen so rund 2,3 Millionen Tonnen zusammen. Schöner Mist!

Kleinvieh kann viel abwerfen

Allerdings können die Hühner kaum anstinken gegen 12,7 Millionen Rinder und 28 Millionen Schweine hierzulande. Selbst die geschätzte Million deutscher Pferde erzeugt fast viermal so viel Dung wie die Schar der Legehennen.

Dass Kleinvieh dennoch viel abwerfen kann, wissen Sparer seit Langem. Vor allem in Hochzins-Phasen baut der Zinseszins-Effekt aus bescheidenen, regelmäßig angesparten Beträgen ein hübsches Sümmchen auf, weil der Zins im zweiten Jahr seinerseits Erträge abwirft.

Profitieren vom Zinseszins-Effekt

So werden bei einem Zinssatz von drei Prozent aus 1.000 Euro zunächst 1.030 Euro, nach zehn Jahren aber knapp 1.344 – fast 44 Euro mehr als das Zehnfache des Ertrages aus dem ersten Jahr. Nachweisen lässt sich der Kleinvieh-Spruch seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Weisheit dahinter dürfte deutlich älter sein.

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