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Titel Hohe Kante
Bild: Shutterstock [Montage]
Redewendungen erklärt

„Etwas auf der hohen Kante haben“

Geld regiert die Welt, sagt man. Und es prägt die Sprache. Wir hinterfragen Redewendungen. Zum Beispiel, warum man etwas auf der hohen Kante hat.

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er überschüssiges Geld hat, möchte es eine Zeit lang vor fremden Zugriff schützen. Gut gesicherte Banken, Schatzkammern und Wandtresore wurden auch dafür erfunden. Kleinere Beträge bewahrten Wohlhabende früher an verborgenen Plätzen rasch verfügbar in ihrer Nähe auf. Dazu zählten ab dem Mittelalter auch die Baldachine (Zierdächer) von Himmelbetten. Deren Vorhänge waren an einem umlaufenden Holzrahmen befestigt, auf dessen Brettern man Geld blicksicher aufbewahren konnte – sozusagen auf der hohen Kante. In manchen Fällen war im Holzrahmen sogar ein kleines Geheimfach zum Aufbewahren von Wertvollem versteckt.

Auch abschließbare Seekisten hatten, außer kleinen Fächern, nahe dem Kistendeckel ein schmales Bord, auf dem sich Geld aufbewahren ließ. Dieses Holzbrett befand sich an der hinteren Innenseite oder an einer Schmalseite – auch dies eine mögliche »hohe Kante«. Über ein solches Bord verfügten auch Aussteuertruhen, in denen die Mitgift künftiger Bräute verstaut wurde. Wer heute Geld auf der hohen Kante hat, verfügt schlicht über Gespartes.

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