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Klub zur hohen Kante
Bild: Christoph Schieder
Berliner Sparkasse

Coole Beratung im „Klub zur hohen Kante“

Die Berliner Sparkasse entwickelt ihr Betreuungsangebot weiter. Service für junge Kunden auf Augenhöhe ist das Konzept einer ganz besonderen Einrichtung in Friedrichshain.

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um ersten Mal besucht der 22-jährige Edgar eine Sparkasse nicht nur, um Geld abzuheben. Es handelt sich dabei nicht um irgendeine Sparkasse, sondern um den neu eröffneten „Klub zur hohen Kante“ in der Boxhagener Straße. Hier im Friedrichshainer Szenekiez mit dem “Club der Visionäre” und der “Wilden Renate”, ist auch der Name Programm. Der “Klub zur hohen Kante” will gezielt junge Berlinerinnen und Berliner zwischen 18 und 30 Jahren ansprechen, die Berater sind selber aus dieser Altersgruppe. Die Idee: Gleichaltrige wissen authentisch, was in dieser Lebensphase an finanziellen Themen interessiert.

Schon rein von der Optik unterscheidet sich der Klub von einer typischen Sparkassenfiliale: Die Möblierung besteht teils aus übereinandergestapelten Paletten, die Wände ziert ein Graffiti. „Das hat ein Kumpel einer unserer Berater gemacht“, sagt Lisa Enderlein.

Lisa Enderlein
Bild: Christoph Schieder

Die Beraterin ist mit 25 die älteste im „Team hohe Kante“. Insgesamt sind es zehn “Klubmitglieder”, von denen drei immer in ihrer Friedrichshainer Home Base, dem “Klub zur hohen Kante” arbeiten. Der Rest tourt durch Berlin. Ein Clou des Beratungsangebotes ist nämlich Folgendes: „Wir sind für den Kunden da, wo und wann er uns braucht. Wir kommen auch in sein Lieblingscafé, die Firma, an die Uni oder nach Hause. Per WhatsApp können wir natürlich auch angefunkt werden“, sagt Lisa. Kommt das Gespräch auf ein Thema, in dem die jungen Bankkaufleute keine ausgewiesenen Experten sind, wird der entsprechende Fachmann oder die Fachfrau flugs via Video-Schaltung konsultiert.

Etwas auf der hohen Kante haben

„Hohe Kante“ ist ein Berliner Sprachgebrauch und das Synonym für Geld anlegen, sparen, etwas „auf die hohe Kante legen“. Woher diese Redewendung kommt und was man noch so auf der hohen Kante haben kann, erfahrt ihr hier >>

Diese sehr persönliche Betreuung beeindruckt auch Edgar, Student des Ingenieurwesens, bei seiner ersten Beratung mit Ricardo Braun, 23. Man hat sich schnell auf das „du“ geeinigt.

Edgar: Ist ja cool, dass ich hier sitzen kann und mit dir ganz locker über meine finanzielle Zukunft rede, obwohl ich noch nicht mal richtig im Berufsleben stehe.

Ricardo: Es geht mir darum, eine langfristige Beziehung aufzubauen. Gerade wenn man erst anfängt, sich mit den finanziellen Aspekten des Lebens zu beschäftigen, ist es schwer, selbst vorausschauend zu planen. Bei der Altersvorsorge beispielsweise ist Zeit das wichtigste Gut. Daran kann man nicht früh genug denken. Sag mir, wie viel du monatlich beiseitelegen kannst und willst, zum Beispiel 25 Euro, und ich berate dich, wo du das Geld sinnvoll hinpacken kannst.

Edgar: Mir ist es wichtig, notfalls schnell an meine Rücklagen heranzukommen. Was ist mit Tagesgeld?

Ricardo: Das war vor zehn, 15 Jahren eine gute Idee. Heute bringt das nichts mehr, da rate ich zu alternativen Geldanlagen wie zum Beispiel Wertpapiere.

So geht das Gespräch weiter, Themen von Bafög bis zur Hausratversicherung werden angeschnitten. Wichtig dabei: Es gibt nie Druck, Entscheidungen zu treffen oder sich gar auf bestimmte Produkte festzulegen. Der konkreten Lebenssituation angepasste Information ist das Ziel der Beratung.

Club Zur Hohen Kante-edgar
Bild: Christoph Schieder

Ricardo: Vieles hat man als junger Erwachsener nicht unbedingt im Blick. Man denkt zum Beispiel: Hausrat- oder Unfallversicherung, das mache ich irgendwann mal, und legen das Geld lieber anders an. Viele bedenken nicht: In Aktien investieren macht wenig Sinn, wenn du Versicherungen außen vor lässt. Ein Schadensfall, und schnell ist sämtliches angespartes Vermögen weg.

Natürlich könnten sich junge Leute Informationen zu Fragen, die sie beschäftigen, auch aus dem Internet holen, sagt Berater Ricardo Braun. Aber dies sei nicht vergleichbar, denn oft sind pauschale Antworten keinesfalls die Lösung. Durch das persönliche Gespräch kann ich erkennen, worauf es wirklich ankommt. Ich weiß jetzt, das Edgar gerade seine erste eigene Wohnung gemietet hat. Die Miete und das Studium finanziert er aus einem Nebenjob, der ihm ein regelmäßiges Einkommen von 1.000 Euro im Monat einbringt. Gern würde er davon auch etwas fürs Alter zurücklegen – macht sich aber Sorgen, ob er auch kurzfristig an sein Geld herankommt, wenn er zum Beispiel in einen Fonds investiert. Sowas kann ich nur im individuellen Gespräch erfahren und individuelle Lösungen anbieten“, betont Ricardo.

Club Zur Hohen Kante-ricardo Braun
Bild: Christoph Schieder

Individuell – dieses Wort fällt beim Gespräch über den „Klub zur hohen Kante“ häufig. Die Teammitglieder haben das Konzept zum größten Teil selbst entwickelt und dafür in Umfragen die Bedürfnisse junger Kunden eruiert. „Eine Aussage lautete zum Beispiel: Bankfilialen, da herrscht ein dröges Bürgeramt-Feeling“, sagt Ricardo. Hingegen wolle man mit dem Klub zur hohen Kante ein Treffpunkt im Viertel werden. Es gibt einen Raum mit Kaffeeautomat und Sitzkissen, der auch dazu einladen soll, einfach mal beim Bummel durch den Kiez eine Pause zu machen, sich zum Beispiel auf dem Laptop schnell seine E-Mails anzusehen. „Wegen Corona können wir bisher erst eingeschränkte Angebote machen“, bedauert Ricardo. Sobald es möglich ist, soll es auch Workshops geben. Zum Beispiel: „Was für finanzielle Aspekte sind bei einem Auslandssemester zu bedenken?“ oder „Um was muss ich mich kümmern, wenn ich ein Start-Up gründe?“

Welches von diesen Angeboten er nutzen will, weiß Edgar noch nicht. Eines ist ihm aber klargeworden: Diese Sparkasse ist ein Ort, an dem viel mehr geht als „einfach Geld holen“.

„Klub zur hohen Kante“

Boxhagener Straße 55 in 10245 Berlin.

Öffnungszeiten:
Montag und Freitag 9.30 bis 15 Uhr,
Dienstag und Donnerstag 9.30 bis 18 Uhr.
Mittwoch 12 bis 18 Uhr
Beratungstermine außerhalb der Öffnungszeiten sind möglich.

Telefon: 030- 869 90 545

Jeden Freitag beantwortet das „Team hohe Kante“ via Instagram Fragen.
>> Hier geht es zu der Instagram-Seite

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