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Bild: Shutterstock [Montage]
Redewendungen erklärt

Goldener Handschlag

Geld regiert die Welt, sagt man. Und es prägt die Sprache. Wir hinterfragen Redewendungen. Diesmal: „Goldener Handschlag“

Mit vergiftetem Händedruck verabschiedet man bisweilen Mitarbeiter, die man am liebsten nie mehr wiedersähe. Das kann den Gegangenen grämen. Tröstlicher wird die Sache, wenn der erzwungene Abgang vergoldet wird.

Wer nämlich wegen eines laufenden Vertrags noch weiterarbeiten dürfte, aber Bockmist unterhalb der Kündigungsschwelle produziert hat, bekommt seinen Rücktritt oft versüßt – vor allem, wenn sein Weiterwurschteln noch schlimmeren Schaden im Unternehmen anrichten könnte, als es bei einer hohen Abfindung der Fall wäre. Dazu muss man eine gewisse Wichtigkeit für die Firma besessen, am besten sie geführt haben. Dann sind beim Abschied auch Reichtümer drin – oft mehrere Millionen.

Unken rufen, dass dick vergoldete Handschläge auch deshalb erteilt werden, weil man einander in Chefkreisen gut kennt und bald ja der nächste Geschasste sein könnte: hinausgeworfen womöglich von einem, den man unlängst selber vor die Tür gesetzt hat. Da sollte man sich besser nicht lumpen lassen beim Vergolden des Abgangs. Man kann ja nie wissen.

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