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Geschichte der Berliner Sparkasse: 1969
Bild: Niklas Hughes
Historie 1968

Von der Lochkarten-EDV zur populärsten Finanz-App

Die jüngere Vergangenheit: Über vier Jahrzehnte ist nicht nur die Stadt, sondern auch die Sparkasse der Berliner geteilt. In Ost und West befindet sich Finanzdienstleistung durch gesellschaftlichen wie technischen Fortschritt in fortwährendem Umbruch. Nach friedlicher Revolution und Deutscher Einheit wächst die Berliner Sparkasse in Windeseile wieder zusammen – und macht sich fit für eine digitale Zukunft.

B

erlin trennt eine Mauer, Ostberlin mit seinen rund 1,1 Millionen Einwohnern ist Hauptstadt der DDR, auf der Westberliner Insel leben rund 2,1 Millionen Menschen.

Geschichte der Berliner Sparkasse: 1969
Kontodaten mit EDV-Unterstützung: Die fiktive Bankangestellte Helga Friedel arbeitet 1968 in der hypermodernen Zentrale der Sparkasse der Stadt Berlin West in der Bundesallee. Es sind hochpolitische und auch moderne Zeiten. Bild: Niklas Hughes

Hier protestiert die 68er-Bewegung gegen den Vietnamkrieg und für eine Hochschulreform, in Moabit wird die Kommune I gegründet.

In diesen bewegten Zeiten im August 1968 arbeitet die 23-jährige Helga Friedel in der neu bezogenen Zentrale der Sparkasse der Stadt Berlin West in der Bundesallee. Die junge Bankangestellte staunt immer noch über das moderne Gebäude und all die technischen Neuerungen, die es in letzter Zeit gegeben hat. Sie und ihre Kolleginnen müssen sich erst einmal einarbeiten. Rund zwei Jahrzehnte nach dem Krieg sind es vor allem Frauen, die hier arbeiten.

Neue Technologie in der Sparkasse

Erst kürzlich wurde die innerbetriebliche Datenverarbeitung eingeführt. Durch die neuen Online-Schaltermaschinen können Kunden ihren aktuellen Kontostand jetzt viel schneller erfahren. Weil die meisten Arbeit­geber keine Lohntüten mehr ausgeben, nutzen immer mehr Kunden das zeitgemäße Girokonto und gewöhnen sich nach und nach an den Dauerauftrag für ihre Miete und andere regelmäßige Zahlungen.

Besuch der Ostzentrale am Alexanderplatz

In diesem Jahr feiert die Berliner Sparkasse ihren 150. Geburtstag, natürlich in West und Ost. Helga Friedel interessiert es sehr, wie eine Zweigstelle der Sparkasse im anderen Teil der Stadt aussieht. Privat begibt sie sich auf eine Erkundungstour zur Ostzentrale am Alexanderplatz.

Geschichte der Berliner Sparkasse: 1969
Bild: Niklas Hughes

Sieben Jahre nach dem Mauerbau ist das für Westberliner zwar beschwerlich, aber möglich. Sie reist über den Grenzübergang am Bahnhof Friedrichstraße in die DDR ein und läuft zu Fuß zum neu gestalteten Alexanderplatz.

Berlin und seine Sparkasse in den letzten Jahrzehnten:

Das rote Sparkassen-S

Sparkassen-s

1972: Es ist eines der bekanntesten Logos Deutschlands – das rote S mit der stilisierten Münze darüber. Bereits seit 1938 ist es als Markenzeichen der Sparkassen in Gebrauch, aber erst der berühmte Grafiker Otl Aicher macht es durch behutsame Modernisierung und vor allem durch das markante Rot zur populären Dachmarke der mehr als 400 regionalen Sparkassen. Im selben Jahr werden Aichers Grafikentwürfe übrigens auch weltweit stilprägend: Von ihm stammt das visuelle Konzept der Olympischen Spiele 1972 in München.

Selbstbedienung für Kunden

1978: Eine der wichtigsten technischen Innovationen für Sparkassenkunden wird in der Zweigstelle am Kurfürstendamm vorgestellt. Erstmals gibt es Bargeld aus dem Automaten, ab 1985 können auch Kontoauszüge selbst ausgedruckt werden.

Geldautomat 1978, Berliner Sparkasse
Bild: Berliner Sparkasse

Die Sparkasse der Stadt Berlin Ost ist ab 1983 die erste Ostblock-Bank, die mit »mikroelektronischer Schaltertechnik« ausgestattet wird. Den ersten Geldautomaten bekommt 1984 die Zweigstelle in der Leipziger Straße.

Filiale in der Hand

App Berliner Sparkasse

2009: Zwei Jahre nach der Erfindung des Smartphones eröffnet eine digitale Sparkassenfiliale für die Hosentasche. Die Sparkassen-App wird schnell zur populärsten und innovativsten deutschen Banking-App. Neben dem Zugriff auf die eigenen Konten sind heute auch die praktische Fotoüberweisung oder das unkomplizierte Geldversenden per KWITT integriert. Sogar der Live-Chat zum persönlichen Sparkassenberater kann hier gestartet werden.

Hauptstadt-Sparkasse

2016: Die Landesbank Berlin, zu der die Berliner Sparkasse seit 1991 gehört, hat ihren Umbau zur reinen Sparkasse erfolgreich abgeschlossen.

Berliner Sparkasse Filiale Alexanderplatz
Bild: Michael Jungblut

Damit wird das Kapitel der Berliner Bankenkrise um das Jahr 2000 endgültig beendet. Als Teil der Sparkassenfamilie setzt die Berliner Sparkasse voll und ganz auf ihre regionale Stärke. Sie konzentriert sich auf das Kundengeschäft in der Hauptstadt und ihren öffentlichen Auftrag. Ganz so, wie es im Berliner Sparkassengesetz definiert ist: »Förderung des Sparens und die Befriedigung des örtlichen Kreditbedarfs, insbesondere des Mittelstandes und der wirtschaftlich schwächeren Bevölkerungskreise.«

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