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Titel Anlageverhalten
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Umfrage

Berliner sparen mehr und mutiger

Immer mehr Berlinerinnen und Berliner passen ihr Sparverhalten den niedrigen Zinsen an. Mehr als jeder Fünfte legt sein Geld inzwischen eher kurzfristig an und jeder Zehnte spart wegen der niedrigen Zinsen mehr – doppelt so viele wie noch 2017.

Immer mehr Berlinerinnen und Berliner passen ihr Sparverhalten den niedrigen Zinsen an. Zwar sind das Tagesgeldkonto (35 Prozent), das Sparbuch (34 Prozent) und private Rentenversicherungen (29 Prozent) nach wie vor die Top drei unter den am häufigsten genutzten Geldanlagen. Mehr als jeder Fünfte aber legt sein Geld inzwischen eher kurzfristig an und jeder Zehnte spart wegen der niedrigen Zinsen mehr – das sind jeweils doppelt so viele wie im Jahr 2017. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage der Berliner Sparkasse, die die Idee des Sparens seit ihrer Gründung vor 200 Jahren fest in Berlin verankert hat.

Das Interesse an Wertpapieren nimmt zu

So hat zum Beispiel die Beliebtheit von Aktien seit 2013 um gut ein Drittel zugenommen, von 13 Prozent auf 19 Prozent: Jeder fünfte Berliner hält mittlerweile Papiere am Aktienmarkt. Allein im Jahr 2017 ist die Zahl der Befragten, die wegen der niedrigen Zinsen allgemein mehr Risiko bei der Geldanlage eingehen, von drei Prozent auf sieben Prozent gestiegen. „Das Interesse an Wertpapieren nimmt – wenn auch sehr zaghaft – zu. Das ist ein gutes Zeichen, denn der Schlüssel zur Vorsorge kann heute nicht mehr das gute alte Sparbuch sein. Nichtsdestotrotz: Zu viele lassen sich immer noch Renditechancen durch Aktien oder Fonds entgehen“, sagt Olaf Schulz, Direktor Private Kunden der Berliner Sparkasse.

Geldanlage
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Besonders zurückhaltend bei Aktien und Fonds ist die Gruppe der unter 30-Jährigen. „Dabei hätten gerade junge Leute die größten Renditeaussichten: Schon 25 Euro pro Monat bringen in breit gemischten Investmentfonds langfristig mehr als auf dem Sparbuch“, sagt Schulz.

Sicherheit steht weiterhin an erster Stelle

Doch für 85 Prozent der Berlinerinnen und Berliner steht nach wie vor nicht die Rendite, sondern die Sicherheit ihres Geldes an erster Stelle. 50 Prozent wollen erst im Alter auf das Ersparte zurückgreifen. Die Bedeutung der Altersvorsorge ist für die Befragten damit gegenüber dem Vorjahr um acht Prozentpunkte gestiegen. Mehr als die Hälfte spart zudem für ungeplante Anschaffungen (55 Prozent) und die Absicherung im Notfall (52 Prozent). Mit einem Anteil von 26 Prozent wollen sich auffallend viele Berliner zwischen 18 und 29 Jahren mit dem Ersparten zudem selbstständig machen (versus Berliner über 29 Jahren: sieben Prozent).

Der Anteil derer, die gar nicht sparen, ist von 32 Prozent auf 26 Prozent zurückgegangen. Hier macht nur die Gruppe der über 50-Jährigen eine Ausnahme: 36 Prozent sparen zurzeit nichts. Insgesamt legen die Berliner jeden Monat Summen zwischen bis zu 100 Euro (30 Prozent) und über 400 Euro (zwölf Prozent) zur Seite – Tendenz steigend.

Mehr als 1.000 Berlinerinnen und Berliner waren im Auftrag der Berliner Sparkasse vom Umfrageinstitut info GmbH zu ihrem Anlageverhalten befragt worden.

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