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Titel Olaf Schulz
Bild: Elke A. Jung-Wolff
Expertenfrage

Worauf achten bei Investmentfonds?

Worauf bei der Auswahl von Investmentfonds zu achten ist: 7 Tipps von Olaf Schulz, Direktor Private Kunden bei der Berliner Sparkasse.

Berthold Schuster aus Lichtenrade fragt: „Worauf ist bei der Auswahl von Investmentfonds zu achten?“

Olaf Schulz, Direktor Private Kunden bei der Berliner Sparkasse
Im Folgenden habe ich Ihnen wichtige Tipps für die richtige Fondsauswahl zusammengestellt. Vorweg gesagt: Sie müssen schon etwas tiefer einsteigen, um den für Sie passenden Fonds auszusuchen. Wenn Sie sich über Ihre eigene Risikobereitschaft im Klaren sind, kann eine qualitative und quantitative Analyse des Fonds (u.a. Prüfung und Abgleich der Fondskennzahlen) erfolgen.

Bei der Berliner Sparkasse greifen wir hierfür auch auf die 20-jährige Expertise der Fondsresearch-Fachleute von „FondsConsult“ zurück. Wichtig: Betrachten Sie bei Fonds immer die Performance und das Risiko über einen längeren Zeitraum, beispielsweise drei oder fünf Jahre. Es lohnt sich, etwas Zeit in die Fondsauswahl zu investieren und sich dabei von einem Berater Ihres Vertrauens helfen zu lassen.

7 Tipps zur richtigen Fondsauswahl

1. Performance-Betrachtung
Im vergangenen Jahr hatte der XY-Fonds die beste Performance, in diesem Jahr der YZ-Fonds. Für welchen sollte sich der Anleger entscheiden? Für keinen von beiden! Analysen haben gezeigt, dass die Kalenderjahrbetrachtung keine Aussagekraft für die Investitionsentscheidung hat. Stattdessen sollten längere Zeiträume , wie beispielsweise 3 oder 5 Jahre betrachtet werden.

2. Risikoadjustierung
Zudem stellt sich die Frage, mit welchem Risiko die erhöhte Rendite „erkauft“ wurde. Eine Vergleichbarkeit der Fondsergebnisse ist nur möglich, wenn die Werte risikoadjustiert werden und somit das Risiko in die Betrachtung einfließt.

Fondsauswahl
Mit diesen Schritten wählen Sie Ihren passenden Fonds. Bild: Berliner Sparkasse

3. Einteilung des Fondsuniversums
Ein Fonds ist selten wie der andere: Daher müssen die Fonds in einem ersten Schritt den unterschiedlichen Anlagekategorien zugeordnet werden. Der eine Fonds investiert zum Beispiel in deutsche DAX-Titel, der andere in globale Rohstoffwerte und ein dritter in amerikanische Staatsanleihen. Der eine hat zudem Währungsrisiken, der andere nicht. Auch muss der Fonds zu der Risikobereitschaft des Anlegers passen.

4. Quantitative Analyse
In einem festen Turnus (beispielsweise: monatlich) werden die notwendigen Zahlen erhoben und miteinander vergleichen. Die Bewertung erfolgt anhand verschiedener Rendite- wie auch Risikokennziffern, die über unterschiedliche Zeiträume erhoben wurden. Um das Risiko eines Fonds näher zu bestimmen, könnte die Schwankungsbreite, der maximale Verlust und die Abhängigkeit von Marktschwankungen über eine festgelegte Periode analysiert werden.

5. Qualitative Analyse
Gibt es bei dem Fonds einen transparenten, strukturierten Investmentprozess, ist das Investmentteam breit aufgestellt und bleibt der Fondsmanager seinem Stil treu? Antworten auf die Fragen zur Organisation, zum Fondsmanagement, zum Investmentansatz, zum Risikomanagement, aber auch zu den Fondskosten tragen zu einer Beurteilung der Fondsqualität bei. Da es bei einzelnen Punkten kein richtig oder falsch geben kann, ist das Gesamtbild entscheidend.

6. Selektionsentscheidung
Auf Basis der vorliegenden Daten wird, frei von Emotionen, nun die Auswahl getroffen und ein bzw. mehrere Fonds im Rahmen des Portfoliogedankens zur Vermögensanlage ausgewählt.

7. Überwachung der Empfehlung
Mit der Selektionsentscheidung sollte der Prozess jedoch nicht abgeschlossen sein. Wir raten dem Anleger, in regelmäßigen Abständen die Erfüllung der quantitativen und qualitativen Kriterien zu überprüfen und ggf. eine daraus resultierende Veränderung bei der Fondsauswahl zu berücksichtigen sowie einen Austausch vorzunehmen.

Wem es an Zeit mangelt, die notwendigen Daten zusammenzutragen, oder wer die Mühe nicht auf sich nehmen möchte, kann auf die Analysen einiger Fondsresearch-Häuser zurückgreifen. Die Berliner Sparkasse arbeitet beispielsweise mit dem unabhängigen Research-Unternehmen FondsConsult zusammen, das auf eine über 20-jährige Erfahrung bei der Fondsselektion zurückgreifen kann und aus den über 8.000 in Deutschland zugelassenen Fonds die nach festgelegten quantitativen und qualitativen Kriterien aussichtsreichsten auswählt. Im Rahmen des strukturierten Investment- und Beratungsprozesses fließen diese dann in die Produktkörbe ein und können vom Kunden erworben werden. Aber auch die weitere Entwicklung der Fonds wird verfolgt und eine laufende Empfehlung (Kaufen, Halten oder Umschichten) ausgesprochen. Somit wird sichergestellt, dass Veränderungen in der Fondsentwicklung zeitnah erkannt und im Rahmen der Anlagestrategie umgesetzt werden können.

Es lohnt sich, etwas Zeit in die Fondsauswahl zu investieren oder sich dabei von dem Berater Ihres Vertrauens helfen zu lassen.

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