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Titel Siteinander
Bild: Cindy u. Kay Fotografie GbR
Start up des Monats

Eine App, die Eltern mehr Zeit schenkt

Sich gegenseitig bei der Kinderbetreuung unterstützen und so mehr Gelassenheit und Zeit gewinnen – die App SitEinander vernetzt Eltern im Kiez und hilft so bei der spontanen Suche nach einem Babysitter.

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in spontaner Einsatz für den Job, geschlossene Kita oder einfach mal wieder ein Abend zu zweit mit dem Partner – ein Babysitter muss in all diesen Situationen her. Aber oft gestaltet sich die Suche nach eben diesem nicht ganz so einfach.

Formate: video/youtube

Digital vernetzen und Kinderbetreuung finden

Hier setzt die App „SitEinander“ der drei Schwestern Anna-Lena, Henrike-Marie und Ulrike-Marie Gerber an. „Die App hilft Eltern dabei, sich digital miteinander zu vernetzen, um sich im realen Leben gegenseitig bei der Kinderbetreuung zu unterstützen. Ein Geben und Nehmen von Freizeit sozusagen“, fasst Anna-Lena Gerber die Idee hinter der App zusammen.

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Bild: SitEinander

Und die funktioniert so: Über die App können sich Eltern aus dem gleichen Freundeskreis oder der vertrauten Nachbarschaft organisieren und gegenseitig die Kinder sitten. Wer kein Unterstützer-Netzwerk in der Nähe hat, kann mit Hilfe der App neue Eltern in der Nachbarschaft entdecken. „SitEinander kümmert sich nicht nur um den bloßen Umstand, dass viele Eltern schlichtweg keinen Zugang zu Kinderbetreuung außerhalb der Kita haben, sondern auch um die Gefühle, die oft mit der Frage nach Hilfe einhergehen: Stolz und Scham“, erklärt Anna-Lena Gerber.

„Mit meinen beiden Schwestern an der Seite fiel es mir leicht, die Idee umzusetzen.“ Anna-Lena Gerber, Geschäftsführerin von SitEinander

SitEinander – ein echtes Familienunternehmen

Dass die drei Gründerinnen alle denselben Nachnamen tragen, ist übrigens kein Zufall, sondern liegt daran, dass es sich bei dem Start-up um ein echtes Familienunternehmen handelt. Gemeinsam haben die drei ihr Unternehmen aufgebaut. „Mit meinen beiden Schwestern an der Seite fiel es mir leicht diese Idee umzusetzen. Wir sind alle drei sehr kreativ, enthusiastisch und motiviert, zusammen etwas zu wagen.“ Dass die App einen Nerv getroffen hat, zeigen auch die Nutzerzahlen: Mehr als 3.000 Mütter und Väter haben sich bereits bundesweit angemeldet. Und auch beim BPW (Businessplan Wettbewerb Berlin Brandenburg) überzeugten die drei Frauen und landeten unter den Top Drei im dritten Zyklus 2018.

SitPunkte sammeln und gegenseitig unterstützen

Damit die App nicht einseitig genutzt und nur zur Suche von Babysittern verwendet wird, gibt es für die angemeldeten Mitglieder ein Punktesystem, welches als eine Art virtuelles Zahlungsmittel fungiert. „Man sammelt SitPunkte für jeden Babysitterjob, den man selbst geleistet hat und kann diese SitPunkte später dafür einsetzen, die eigenen Kinder sitten zu lassen.“, erklärt die 28-jährige Berlinerin. Alle neu angemeldeten Mitglieder starten mit einem Punktestand von 24 und können so alle Funktionen der App nutzen.

Babysitter völlig unabhängig von einem Budget finden

Wie wichtig es ist, auf eine spontane und vertrauenswürdige Kinderbetreuung zurückgreifen zu können, wissen die drei Gründerinnen aus eigener Erfahrung. Als zweifache Mutter kennt Ulrike-Marie Gerber auch Zeiten ohne Partner an der Seite und weiß, wie schwer es ist, Kinderbetreuung, Studium und Termine unter einen Hut zu bringen.

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Anna-Lena Gerber, Henrike-Marie Gerber, und Ulrike-Marie Gerber (v.l.) von SitEinander. Bild: SitEinander

Anna-Lena Gerber hat eine Ausbildung als Erzieherin, arbeitet für verschiedene Babysitter-Agenturen und in der Kinderbetreuung einer Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete. Nicht zuletzt ist ein Babysitter oft auch eine Kostenfrage. Nicht alle Familien können sich einen Stundenlohn von 10 Euro oder mehr leisten. Mit der App ist der Babysitter-Service eben völlig kostenlos – nach dem Motto: Ich sitte für dich und du sittest für mich. „So verhelfen wir Familien zu mehr Zeit und Gelassenheit und das ganz unabhängig von ihrer finanziellen oder familiären Situation.“

Dank Crowdfunding App auch bald für IOS verfügbar

In der Berliner Sparkasse hat das Start-up einen verlässlichen Partner für seine Finanzen, aber auch für die persönliche Weiterentwicklung gefunden. Im Co-Workingspace „The Place“, wo die Berliner Sparkasse 2018 kostenfreie Arbeitsplätze für Jungunternehmer zur Verfügung gestellt hat, konnte SitEinander sich nicht nur weiterentwickeln, sondern auch mit anderen Gründern ins Gespräch kommen. „Ich finde es wirklich hilfreich, zusätzlich zum Arbeitsplatz auch von den Kontakten, der Unterstützung durch das The Place-Team und den ganzen anderen Räumlichkeiten zu profitieren“, erinnert sich die Geschäftsführerin.

Die App Siteinander gibt es aktuell nur für Android. Dank einer Crowdfundingkampagne im ersten Halbjahr 2018, bei der rund 8.000 Euro zusammenkamen, steht die Entwicklung einer App für IOS kurz bevor.

www.siteinander.de

Wachsen mit der Berliner Sparkasse: Start-ups finden bei der Berliner Sparkasse zahlreiche Möglichkeiten für die Finanzierung, Förderung und Beratung. In unserer Serie Start-up des Monats stellen wir die Vielfalt der Unternehmen vor.

Weitere Informationen zum Thema Gründung finden Sie auf: www.berliner-sparkasse.de/gruendung

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