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Ruby Limes
Bild: Promo
Start-up des Monats: Ruby Limes

Medizin trifft Mode

Mehr als 300.000 Menschen mit Diabetes Typ 1 leben in Deutschland. Viele davon tragen eine Insulinpumpe am Körper. Für diese hat sich das Berliner Start-up Ruby Limes eine ganz besondere Lösung ausgedacht, wie die Pumpe in der Kleidung verstaut werden kann.

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as Besondere an dem Geschäftskonzept: Die Insulinpumpe ist von außen nicht zu sehen, sondern eine Tasche hierfür unauffällig im Slip (Panty) eingenäht. „Eine Betroffene hat uns 2016 auf das Thema aufmerksam gemacht und gefragt, ob wir ihr nicht einmal eine solche Unterhose mit Zusatz nähen können“, erinnert sich Frida Lüth von der carida products GmbH, die sich seit mehreren Jahren auf Unterwäsche spezialisiert hat.

Mehr Freiheit für Betroffene

Nach enger Zusammenarbeit mit Ärzten, Patienten und Diabetes-Experten der Charité entstand die Wäschemarke „Ruby Limes“. Die Trägerinnen sollen sich in der Kleidung wohlfühlen. „Die Modelle verbinden Funktion, Mode und Komfort“, sagt Mitgründer Carlo Zimmermann. Von außen lassen sich die Panties nicht mehr von denen gängiger Dessoushersteller unterscheiden. Innen bieten zwei verschiedene Taschenfächer Platz für sämtliche Pumpengrößen und unterschiedliche Positionierungen. Die Produktion sowie sämtliche Materialien stammen aus Europa.

Es ist uns wichtig, den Trägerinnen eine Option zu bieten, die gleichermaßen modisch wie funktional ist. Medizin und Mode müssen sich nicht ausschließen. Frida Lüth

„Verstecken muss sich natürlich kein Mensch mit Diabetes in unserer heutigen Gesellschaft. Aber durch Ruby Limes haben Betroffene nun mehr Wahlfreiheit, ihre Insulinpumpe zu zeigen – oder eben nicht“, erklärt Lüth. „Es ist uns wichtig, den Trägerinnen eine Option zu bieten, die gleichermaßen modisch wie funktional ist. Medizin und Mode müssen sich nicht ausschließen.“

Ruby Limes Rose Briolette
Bild: Promo

Nicht nur Frauen haben übrigens Interesse an den besonderen Slips. Auch Männer kamen auf die Ruby-Limes-Gründer bereits auf Messen zu und erkundigten sich neugierig, ob es solche Slips denn auch bald für Männer gebe. Vor allem bei Sport-Aktivitäten und nachts wäre die Insulinpumpe dann noch besser verstaut. Die Insulinpumpe versorgt den Körper über einen Schlauch mit Insulin.

Weitere Nischen für Medizin-Textilien erschließen

Frida Lüth und Carlo Zimmermann können sich ebenfalls gut vorstellen, weitere Nischen zu erschließen. „Es hat Vor- und Nachteile eine so kleine Zielgruppe zu haben. Wir können Interessenten dadurch sehr direkt ansprechen und gut erreichen – andererseits haben wir keine Millionen-Stückzahlen“, erklärt Lüth. Deshalb richtet carida products sich von Anfang an international aus. Die Internetseite und der Online-Shop sind dazu bereits auch auf Englisch. „Wir haben spannende Monate vor uns.“

Dabei hilft die Berliner Sparkasse, die Partner des Berliner Start-up-Stipendiums ist und für die carida products GmbH auch das Firmenkonto anbietet: „Bei der Berliner Sparkasse schätzen wir die gute Kommunikation und leichte Erreichbarkeit“, sagen die beiden Gründer.

Viel Energie und Ausdauer als Grundvoraussetzung

Ihre Tipps für andere angehende Unternehmer: „Die Grundvoraussetzungen sind nach unserer Erfahrung: viel Energie – und Ausdauer!“ Besonders in der Anfangsphase sei es enorm wichtig, die richtigen Partner auszuwählen. „Da lieber mehr Arbeit in die Recherche stecken als den Erstbesten zu nehmen, nur um Geld zu sparen“, gibt Frida Lüth anderen Gründern mit auf den Weg. Auch das Budget dürfen Start-ups auf keinen Fall zu knapp planen. „Unsere Erfahrung ist: Es dauert immer länger und ist immer teurer als anfangs gedacht.“

Gut gegründet!

Für Jung­unter­nehmer und die, die es werden wollen, hat die Berliner Sparkasse ihr gesamtes Know-how im FirmenCenter Grün­dung und Nachfolge ge­bün­delt. Dort wer­den Existenz­gründer und Unter­neh­mens­nach­folger nach der Finan­­zierungs­­zu­­sage mindes­tens drei Jahre lang von einem erfah­renen Kom­petenz­team indi­viduell begleitet.
Außerdem können sie das große Experten­netz­werk mit Coaches, Unter­nehmens­beratern und Steuer­experten nutzen.

Telefon: 869 855 50
www.berliner-sparkasse.de/gruendung

„Alles was du brauchst:“ Die Spezialisten Arnas Bräutigam und Till Willebrand aus dem FirmenCenter Gründung und Nachfolge der Berliner Sparkasse erklären, was Start-ups zum Start wissen müssen. Hier geht’s zum Interview.

Traumhafte Bedingungen fürs Wachsen

Das Stipendium hat die carida products GmbH in ihrem ersten Firmenjahr 2017 finanziert. Zudem hat das Unternehmen Büroräume sowie einen Mentor der Charité an die Seite bekommen. „Das waren natürlich traumhafte Bedingungen für uns, unser Produkt weiterzuentwickeln. Mit einem Halbtagsjob parallel wären wir nicht so schnell an diesen Punkt gekommen. Auch Zeit ist ein wichtiges Investment.“

Ruby Limes Black Briolette Essential
Bild: Promo

Für die nächsten Monate heißt es nun: viel Öffentlichkeitsarbeit machen, damit Ruby Limes in mehreren EU-Ländern bekannt und ein Erfolg wird. „Wir versenden bereits europaweit“, freut sich Frida Lüth. Sie freut sich ebenfalls über begeisterte Feedbacks von Menschen mit Diabetes, die sich nun mit ihrer Insulinpumpe wohler und bei der Kleiderwahl weniger eingeschränkt fühlen.

Und zum Schluss schiebt Frida Lüth noch erfreut hinterher, dass auch einige Kundinnen, die Panties „zweckentfremdet“ hätten – um zum Beispiel im Urlaub das Bargeld im leichten Sommerkleid ohne Taschen mitnehmen zu können oder den Schlüssel zum Laufen dort verstauen.

Für sie das Zeichen: Es läuft gut an.

Carida Products GmbH
Blissestraße 24a
10713 Berlin
Telefon 550 605 69
www.rubylimes.com

Wachsen mit der Berliner Sparkasse: Start-ups finden bei der Berliner Sparkasse zahlreiche Möglichkeiten für die Finanzierung, Förderung und Beratung. In unserer Serie Start-up des Monats stellen wir die Vielfalt der Unternehmen vor.

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