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Titel Pazls
Thomas Poddey, Phillip McRae und Julian Bäßler (v.l.) sind die Gründer von Pazls. Bild: Pazls GmbH
Gegen die Wegwerfmentalität

Möbel zum Mitwachsen

Zeitloses Design und immer wieder neu zusammensetzbar. Das sind die einzigartigen Regale und Boards von Pazls aus Berlin. Für die drei Gründer sind ihre Möbel die Antwort auf die Austauschbarkeit und Kurzlebigkeit von Wegwerfmöbeln.

N

euer Job, neue Stadt, neue Wohnung – jeder kennt wohl den Stress, den ein Umzug verursacht. Neben den organisatorischen Dingen ist es auch oft die Frage: Was mache ich mit meinem Möbeln? Nicht wenige nutzen den Umzug, um sich gleich neu einzudecken. Nicht immer, weil sie es wollen, sondern schlicht, weil das Regal einfach nicht passen würde. Drei Freunde aus Augsburg standen auch immer wieder vor dem Problem und hatten bald genug von Wegwerfmöbeln und der damit verbundenen Umweltbelastung.

Formate: video/youtube

Pazls Produkte lassen sich immer wieder verändern

„Wir wollten Möbel, die sich anpassen, statt solcher, die wir wegwerfen müssen“, erklärt Thomas Poddey die erste Idee. Langer Rede, kurzer Sinn – 2011 begannen Thomas Poddey, Phillip McRae und Julian Bäßler damit ihre eigenen Möbel zu kreieren. Sie sollten funktional, schick und vor allem: immer wieder neu zusammensetzbar sein. „Wir haben die Möbel komplett selbst erdacht, haben uns aber Hilfe an der Stelle geholt, wo wir nicht weitergekommen sind“, erinnert sich Thomas Poddey. Er und seine zwei Mitgründer kennen sich bereits aus der Schule, ergriffen nach dem Abitur alle ein Studium im Ingenieurswesen. Die Liebe zum Tüfteln, Basteln und Ausklügeln von neuen Ideen liegt den drei jungen Männern also im Blut.

„Wer sich ein hochwertiges und teures Möbel kauft, der will auch lange etwas davon haben.“ Thomas Poddey, CEO, Co-Founder von Pazls

2015 haben sie ihr Unternehmen Pazls als GmbH gegründet. Ihr Anspruch: Hochwertige Möbel, die sich mit dem Käufer mit entwickeln und sich immer neu anpassen lassen. „Unsere Zielgruppe sind eher keine Studenten, sondern die, die nach dem Studium genug haben von Wegwerfmöbeln aus Schweden.“ Für die Gründer ist klar: „Wer sich ein hochwertiges und teures Möbel kauft, der will auch lange etwas davon haben.“ Mit den vielen Gestaltungsmöglichkeiten, die die Käufer von Pazls Low- oder Sideboards und Regalen haben, ist das auf alle Fälle gegeben.

Formate: video/youtube

Individuelle Möbel mit dem Konfigurator

Auf der Homepage haben die Interessenten die Möglichkeit ihr Möbelstück zusammenzustellen. „Jeder kann sich kreativ ausleben und sein ganz individuelles Möbelstück erstellen.“ Zu Auswahl stehen Regal-, Schubläden- oder Schrankelemente, die dann mit Seitenrahmen verbunden werden. Die Möbel bestehen aus Echtholzfurnier und Vollholz, alle Hölzer sind PEFC zertifiziert und stammen aus nachhaltiger, europäischer Forstwirtschaft. Passende Teile können jederzeit nachbestellt und so das Möbel individuell erweitert werden.

Zusammenbau Pazls
Bild: Pazls GmbH

Auf- und abgebaut werden die Möbel ohne Werkzeug – eine Sache weniger, an die man im Umzugsstress denken muss. Dazu haben die drei Tüftler Pazls Snap entwickelt. Dabei löst ein Magnet in dem einen Teil einen Pin in dem andere Teil aus und zieht ihn heraus. So verbinden sich beide Teile fest miteinander. Beim Abbauen wird das Teil mit dem Magneten wieder gelöst und der Pin verliert die Verbindung. Jeder Boden ist mit rund 50 Kilogramm belastbar. Die Verbindungen lassen sich bis zu 100 Mal lösen und neu verbinden.

In der „Höhle der Löwen“

Dass Pazls Möbel designt hat, die wirklich gut ankommen, haben die drei Gründer schon in der VOX-Sendung „Die Höhle der Löwen“ bewiesen. Im September stellten sie dort ihre Boards und Regale vor, konnten sogar einen der Löwen überzeugen zu investieren. „Leider kam es im Anschluss doch nicht zu einer Zusammenarbeit“, sagt der 30-jährige Wahlberliner. „Aber der Tag am Set und der Auftritt vor den Löwen war unheimlich spannend.“ Auch wenn es mit der „Höhle der Löwen“ nicht geklappt hat, hat der Auftritt doch für Aufmerksamkeit gesorgt. „Nach der Sendung haben wir gemerkt, dass die Bestellungen gestiegen sind“, freut sich Thomas Poddey.

„Wir haben Produkte von uns im Kanthaus im Stilwerk Berlin ausgestellt und bei Wagner Living in Augsburg.“ Thomas Poddey, CEO, Co-Founder von Pazls

Dass die Berliner Sparkasse das Finanzinstitut für Pazls geworden ist, hat sich eher zufällig ergeben. „Wir haben uns auf der ‘Start Up Night Berlin’ kennengelernt und schnell festgestellt, dass wir sehr gut zusammenpassen.“ So kam es auch, dass die drei Freunde aus dem Süden Deutschlands ihren Lebens- und Geschäftsmittelpunkt nach Berlin verlegt haben. „Berlin hat einfach tolle Standortvorteile“, sagt Thomas Poddey, der zuletzt an der TU München seinen Master in Produktion und Logistik gemacht hat. Mittlerweile gibt es die Möbel nicht nur im Onlineshop zu bestellen, sondern auch im stationären Handel. „Wir haben Produkte von uns im Kanthaus im Stilwerk Berlin ausgestellt und bei Wagner Living in Augsburg, die uns von Beginn an unterstützt haben.“

Das goldene Los für die Gründer

Mit der Unterstützung der Sparkasse und hoffentlich bald auch mit einem neuen Investor blickt Pazls zuversichtlich in die Zukunft. „Wir wollen natürlich noch bekannter werden und weiter wachsen. Momentan sind wir auch personaltechnisch noch recht schlank aufgestellt und arbeiten zu dritt und bei Bedarf mit freien Mitarbeitern.“ In Zukunft soll auch das stationäre Netz ausgebaut werden und weitere Kooperationen mit Möbelgeschäften angestrebt werden. „Ebenfalls geplant ist es, dass wir Lagerkapazitäten vorhalten, sodass wir die Lieferzeiten verkürzen können“, diese liegen derzeit noch bei etwa 8 bis 10 Wochen.

Sideboard Pazls
Bild: Pazls GmbH

Anderen Gründern rät Thomas Poddey: Durchhaltevermögen und Fokussierung. „Man sollte das Produkt so früh wie möglich am Markt testen, um das Feedback der Kunden bei der weiteren Entwicklung miteinzubeziehen.“ In Bereichen, in denen man selbst nicht so bewandert ist, lohnt es sich außerdem Rat von Fachleuten einzuholen.
Und eine letzte Frage bleibt: Was hat es mit dem Namen Pazls auf sich? Dieser leitet sich vom Wort Puzzle ab. „Es ist durchaus möglich, dass wir uns auch von dem Namen der Bar in der Serie “How I met your mother” inspirieren haben lassen, und auch das ein oder andere Bier im Spiel war“, erklärt der Gründer mit einem Augenzwinkern.

Pazls GmbH
Pappelalle 78/79
10437 Berlin

www.pazls.de

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