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Titel Start-up Freiraum
Bild: Freiraum
Start-up des Monats

Freiraum: Online Marken zum Anfassen

Das Verkaufskonzept von Freiraum bietet sonst nur online erhältlichen Marken die Möglichkeit, sich mit stimmigen anderen Produkten in einem Laden zu präsentieren und von Synergieeffekten zu profitieren.

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ind. Scan. Own. Also: Entdecke, scanne, besitze – so beschreibt Emanuel Elverfeldt das Konzept der Bloom Holding GmbH. Die von ihm zusammen mit Franz de Waal 2019 gegründete Firma bietet Online-Marken die Möglichkeit, ihre Produkte auf der Freiraum-Fläche im Quartier 205 an der Friedrichstraße ganz konkret zum Anfassen zu präsentieren.

Traditionelles Einkaufserlebnis schaffen

Das sei in Deutschland ein neues Konzept, sagen die Gründer. „Viele Marken werden heute online bekannt, sind auf den Sozialen Medien wie Instagram zu sehen“, erzählt Elverfeldt.

Freiraum 1
Bild: Freiraum

Was vielen Menschen fehle, sei das traditionelle Einkaufserlebnis, also die Möglichkeit zum Anfassen und Ausprobieren vor der Kaufentscheidung. „Ein Produkt mit allen Sinnen zu erleben, das ist schon wichtig“, sagt de Waal. Die Erfahrung, beispielsweise bei einem Kleidungsstück den Stoff zu fühlen oder an einer Ledertasche zu riechen, kann auch das beste Produktfoto in einem Online-Shop nicht ersetzen.

Freiraum Berlin: Brücke zwischen Kunde und Marken

Freiraum-Mitarbeiter stehen auf der 300 Quadratmeter großen Ladenfläche als Berater bereit, erläutern bei einem Kaffee die Vorzüge der Waren. Sie sollen mehr sein als Verkäufer, vielmehr als Mittler zwischen Kunde und Marken auftreten.

Team Freiraum
Bild: Freiraum

Dementsprechend aufwändig ist die Schulung des zehnköpfigen Teams, das immer bestens über das wechselnde Sortiment informiert sein muss. „Wir stellen nicht nur Flächen zur Verfügung, wir sind eine Brücke zwischen der Marke und dem Endkunden“, betont de Waal. „Der Kunde wird bei uns sofort persönlich abgeholt.“

Freiraum Aussen
Bild: Freiraum

Freiraum will mehr sein als ein Ladengeschäft, sondern vielmehr das bestmögliche angenehmste Erlebnis bieten – für ihre Klienten sowie für die Kunden. Den Klienten wird beim Einrichten ihrer Verkaufsbereiche mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Für die potenziellen Käufer gibt es eine Kaffeebar, und vor einer Wand mit Reihen von rosa Sprühdosen hängt eine Schaukel – als perfekte Fototapete für ein Instagram-Selfie. Ein Teil des Ladens haben Tape-Art Künstler so gestaltet, dass die Illusion eines dreidimensionalen Raumes entsteht. In diesem Bereich gibt es auch Veranstaltungen, zum Beispiel Poetry-Slams oder Diskussionen mit Machern der kreativen Szene Berlins. Auch die temporären Mieter sollen zu Events einladen. „Wir wollen die Community potenzieren. Wenn sich die bei uns präsentierten 40 Marken zusammentun, haben sie sehr viel mehr Kontakte“, sagt de Waal. Das Sortiment auf der Freiraum-Fläche wechselt stetig, so dass es immer etwas Neues zu entdecken gibt. Zurzeit sind unter anderem Kaschmir-Kleidung, Streetwear, Schönheitsprodukte und Designer-Kleinmöbel vertreten.

Produkt im Laden anschauen – online bestellen

Das Konzept ist bei allen angebotenen Waren identisch: Gefällt dem Kunden, was er sieht, scannt er mit seinem Smartphone den QR-Code des Produktes und kann es über die Freiraum-App bestellen.

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Bild: Freiraum

„Man muss seinen Einkauf nicht nach Hause schleppen, alles wird geliefert“, preist Elverfeldt die Vorzüge dieses Prozesses an. Kleinere Artikel, wie zum Beispiel Kerzen, kann der Kunde jetzt gleich mitnehmen. Das sei eine Änderung des Geschäftsmodells, welche den Rückmeldungen von Kunden Tribut zollt, erläutert de Waal: „Es gab den Wunsch, bei einer spontanen Kaufentscheidung das Produkt auch sofort mitzunehmen“, sagt er.

Unternehmen können sich ab 4 Wochen bei Freiraum einmieten

Die Geschäftsidee ergab sich aus der langjährigen Beobachtung der Verkaufskanäle durch de Waal und Elverfeldt. Die beiden 33-Jährigen waren vorher in der Immobilienbranche tätig und merkten: Der Online-Handel wächst rasch, während der traditionelle Einzelhandel unter Druck steht und Ladenflächen zunehmend leer stehen. Folglich sei die Zeit reif gewesen für ein neues Modell, das physische Einkaufserlebnis für Online-Marken, geben sich die Freiraum-Gründer überzeugt.
Schließlich sei das Anmieten eines eigenen Ladens für junge Unternehmen oft ein zu großer Kostenfaktor, zudem man sich oft auf Jahre festlegen müsse. Freiraum hat Mietzeiten ab vier Wochen, die Kosten für eine eigene Fläche im Freiraum-Raum beginnen bei 300 Euro monatlich.

Konzept eignet sich auch für aussterbende Innenstädte

Dieses Einkaufserlebnis ist nicht nur gut für die Online-Marken, sondern auch für die Einkaufszentren, sind Elverfeldt und de Waal überzeugt. Immer mehr Ladengeschäfte stünden leer, die Innenstädte stürben aus. „Indem wir den Leerstand mit unserem Freiraum Konzept nutzen, setzen wir auch dem Verwaisen der Innenstadt etwas entgegen“, sagt Elverfeldt. Das ist grade in der Friedrichstraße wichtig. Hier stehen laut Untersuchungen des Immobiliendienstleisters Jones Lang LaSalle, der regelmäßig die Auslastung von Geschäftsflächen auf den Einkaufsmeilen ermittelt, ein Viertel der Geschäfte leer: ein Leerstand, doppelt so hoch wie im deutschen Durchschnitt. In den Monaten seit der Öffnung sind bereits einige Immobilienverwalter vorbeigekommen und haben den Freiraum-Machern leerstehende Gewerbeflächen ans Herz gelegt. Auch bei weiteren Vorhaben wird sicher die Berliner Sparkasse Elverfeldt und de Waal als Partner zur Seite stehen. „Immer ansprechbar und mit kontinuierlichem Interesse an der Entwicklung junger Unternehmen”, das fällt Elverfeldt als erstes Charakteristikum dieser Geschäftsbeziehung ein.

Instagram: @freiraumofficial

https://Freiraum.io

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