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Titel Stat-up Bunch
Bild: Bunch
Start-up des Monats

Teamplayer gesucht

Das Start-up Bunch aus Berlin-Mitte sorgt mit Machine-Learning und Spracherkennungssoftware für das perfekte Teamklima. Unternehmen finden mit Hilfe der innovativen Analysesoftware passende Mitarbeiter, bestehende Teams können dank Echtzeitfeedback effektiver und besser zusammenarbeiten.

B

unch, das bedeutet auf Deutsch “Bündel” und ist der Name von Darja Gutnicks Start-up, welches sie 2016 gründete und heute gemeinsam mit Charles Ahmadzadeh und Anthony Reo leitet. Der Name ist das Ziel: Das perfekte Bündel finden. „Wir wollen Unternehmen helfen, ihre Teams zu optimieren oder bei Neueinstellungen die Mitarbeiter zu finden, die optimal in das bestehende Team passen.“ Hinter dem, was die 35-Jährige in einem Satz so treffend zusammenfasst, stecken ein ausgeklügeltes Assessment und eine wissenschaftliche Analysesoftware – entwickelt in der US-Eliteuniversität Stanford nach dem „Organisational Culture Profiling“-Ansatz.

Teamarbeit auf dem Prüfstand

„Wir messen verschiedene Faktoren in Teams und können darüber Rückschlüsse ziehen, wie das Team arbeitet und voraussagen, wie sich das Team und die einzelnen Personen bei der Organisation ihrer Arbeit verhalten könnten.“ Dazu werden zum Beispiel Kundenorientierung, Zielorientierung, Kollaboration, Detailorientierung, Prinzipientreue und Adaptabilität betrachtet. Die Persönlichkeit des Einzelnen wird nicht berücksichtigt. „Die Persönlichkeit ist etwas sehr stabiles und wird sich kaum verändern. Darüber lassen sich für die Teamarbeit keine so großen Rückschlüsse ziehen“, erklärt Darja Gutnick den Ansatz.

Bunch-anwendung Auf Rechner
Bild: Shutterstock, Bunch [Montage]

Um Teams oder Unternehmen, die neue Mitarbeiter einstellen wollen, nicht nur kurzfristig zu unterstützen, in dem sie im Assessment einen Fragebogen beantworten, greift Bunch auch auf die Kommunikation zwischen den Kollegen zurück. Mit Hilfe von Machine Learning und Spracherkennung werden Konversationen im Messenger-Dienst Slack, den zahlreiche junge Unternehmen nutzen, ausgewertet. „Mit Hilfe dieser Daten wertet die Software die Teamstruktur aus und kann quasi in Echtzeit ein Feedback zur Arbeit geben“, beschreibt die studierte Psychologin. Jeder Mitarbeiter bekommt Einblick in die Daten für das gesamte Team und sich selbst. Jedoch nicht für die anderen Kollegen. „Sich gegenseitig anschwärzen oder die Arbeitsweise des anderen ausspähen, geht so also nicht.“ Schließlich soll die Software das Team stärken und nicht demotivieren.

„Der Schlüssel zum Fortschritt ist untrennbar mit effektiver Zusammenarbeit im Team verknüpft.“ Darja Gutnick, Gründerin von Bunch

Einflüsse von Teams im Unternehmen erhöhen

Wie wichtig eine gute Zusammenarbeit mit den Kollegen ist, weiß Darja Gutnick nicht erst, seit sie selbst Gründerin ist. Schon vorher war sie in vielen Teilen der Welt unterwegs – immer konfrontiert damit, sich in neue Strukturen einzufinden. „Wir wollen mit unserer Arbeit Teams voranbringen und ihren Einfluss erhöhen.“ Zwar sei nach wie vor auch eine Führung nötig, aber das herkömmliche Top-Down-Management habe ausgedient. „Mit unserer Bunch-Software können sich die Teams selbst besser organisieren, werden autonomer und es bleibt nicht der Führung überlassen, nur von außen auf die Mitarbeiter einzuwirken“, erklärt Darja Gutnick. „Der Schlüssel zu menschlichem Fortschritt ist für uns untrennbar mit effektiver Zusammenarbeit im Team verknüpft.“

Darja Gutnick
Bild: Bunch

Die Idee für Bunch entstand aus einer Beratungsfirma, die Darja Gutnick leitete. „Wir boten allerdings nur ein Assessment an. Immer mehr Unternehmen, die wir beraten haben, kamen zu uns zurück und wollten weitere Informationen über sich und ihre Arbeitsweise.“ Um auch eine langfristige Betreuung zu ermöglichen, kamen dann neue Anwendungen wie die Auswertung von Kommunikation im Messenger-Dienst Slack hinzu. Und das Team und das Arbeitsfeld wächst stetig. Mittlerweile hat Bunch 11 Mitarbeiter, die 1,5 Büroräume unter dem Dach in der Invalidenstraße werden bald zu klein. „Dann müssen wir all unsere Whiteboards und Post-Its verstauen und umziehen“, lacht die gebürtige Russin, die ihre Kindheit in einem kleinen Dorf irgendwo zwischen Thüringen und Bayern verbracht hat.

Berliner Sparkasse als passender Partner

Zur Berliner Sparkasse kam das Start-up vor rund einem Jahr. „Wir waren zuvor bei einer anderen Bank Kunde, allerdings haben wir uns dort nicht so gut aufgehoben gefühlt. Es gab keinen persönlichen Ansprechpartner für uns und der Kundenservice war grundsätzlich nicht auf technische Unternehmen wie das unsere ausgerichtet.“ Als sich dann die Gelegenheit ergab, zur Berliner Sparkasse zu wechseln hat Darja Gutnick sofort gehandelt und den Schritt nicht bereut. „Wir fühlen uns jetzt sehr viel besser aufgehoben und vor allem ernstgenommen. Das Verhältnis ist sehr partnerschaftlich und unterstützend.“ Positiv beurteilt die Wahl-Berlinerin auch, dass die Berliner Sparkasse selbst immer digitaler wird und deswegen auch ein Verständnis für Kunden aus dem Digitalsektor hat.

„Als Gründer sollte man sich nicht nur auf Intuition, sondern auch auf Zahlen und Fakten verlassen.“ Darja Gutnick, Gründerin von Bunch

Das Ziel: Noch mehr Unternehmen und Teams begeistern

Bunch ist als Start-up gut aufgestellt. Erst im April konnte das Unternehmen eine siebenstellige Summe von verschiedenen Alt- und Neu-Investoren einstreichen. Welchen Tipp gibt Darja Gutnick anderen Gründern mit auf den Weg? „Was der ultimative Tipp ist, das frage ich mich auch noch“, räumt sie bescheiden ein. „Ich denke, wichtig ist einfach, sich und seine Arbeit stets zu analysieren und niemals damit aufzuhören zu lernen.“ Sie rät, sich bei einer Gründung niemals nur auf Intuition zu verlassen. „Man sollte auch immer die Zahlen und Fakten im Blick behalten und vor allem einen Schritt nach dem anderen tun.“

Der nächste Schritt für Bunch und das Team um Darja Gutnick ist eine kleine Roadshow durch die USA, denn dort seit der Hauptmarkt des Start-ups angesiedelt. Das Start-up hat natürlich auch Deutsche Kunden und das Assessment soll sehr bald auch auf Deutsch verfügbar sein. „Wir freuen uns darauf weiter unsere Kundenbasis auszubauen und immer mehr Unternehmen und Teams für unsere Idee von einem gut funktionierenden Team zu begeistern.“

Bunch

Invalidenstraße 112
10115 Berlin
www.bunch.ai
Telefon: 030 5 55 73 22 66

Wachsen mit der Berliner Sparkasse: Start-ups finden bei der Berliner Sparkasse zahlreiche Möglichkeiten für die Finanzierung, Förderung und Beratung. In unserer Serie Start-up des Monats stellen wir die Vielfalt der Unternehmen vor.

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