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Titel Flowpilot
Bild: Christoph Schieder
Start-up des Monats

Zahlungsfähigkeit im Blick behalten mit flowpilot

Eine neu entwickelte Software vom Start-up flowpilot soll kleine und mittelgroße Unternehmen vor Liquiditätsschwierigkeiten bewahren. Auch für Gründer ist Cashflow-Management wichtig.

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n Konzernen beschäftigen sich ganze Abteilungen mit der Finanzplanung. Kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) haben oft wenig Wissen in diesem Bereich“, sagt Bernd Thöne, Gründer von flowpilot. In seiner Arbeit als Unternehmensberater habe der 45-Jährige immer wieder beobachtet, wie das fatale Auswirkungen hat. Viele Unternehmen mit eigentlich gutem Konzept gingen kaputt, weil sie vorübergehend nicht zahlungsfähig sind. „Das ist wie bei an sich gesunden Menschen. Da kann auch nicht „kurz mal“ Blut fehlen. Tot wäre er dennoch.“ Oder anders gesagt: Eine schöne Idee reicht nicht, die Zahlen müssen stimmen.

Start-up statt sicherer Festanstellung

Bernd Thoene-sophie Schwalbe Quer
Bild: flowpilot

Bernd Thöne tat sich bei der Gründung von flowpilot mit der 39-jährigen Programmiererin Sophie Schwalbe zusammen. Thöne war zunächst in einer Steuerberater-Kanzlei beschäftigt und hat danach lange Jahre in der Unternehmensberatung gearbeitet, wo er als Projektmanager oft für Teams von 80 oder mehr Mitarbeitern zuständig war. Die sichere Festanstellung gab er auf für flowpilot, die Finanzplanungs-Software für KMUs anbietet.

Leicht zu bedienende Software statt Excel-Tabellen

Ein fundierter Blick in die finanzielle Zukunft ist für jedes Unternehmen wichtig. „Die meisten kleinen und mittelgroßen Unternehmer arbeiten in der Finanzplanung noch mit denselben Werkzeugen wie vor 40 Jahren“, sagt Thöne. Viele Entscheider hielten an Papier-und-Stift-Methoden fest, beziehungsweise benutzten Excel-Tabellen. „Excel, damit kann vielleicht noch der Betreiber eines Zeitungskiosks den Überblick behalten“, verkündet Thöne. Software–Tools seien einfacher zu bedienen und kostengünstiger als viele Unternehmer vermuteten. Die Unternehmer hätten fast null Aufwand: Sie müssten lediglich ihre bestehende Buchhaltung hochladen und könnten sofort eine Analyse des Cashflows, also die Verfügbarkeit von Geld, sehen. „Das gibt eine klare Sicht auf die Finanzsituation und die Zukunftsperspektiven“, sagt Thöne. Nicht nur für einen selber sei ein solcher Überblick hilfreich: Man schaffe Vertrauen, indem man Banken, Investoren und potentielle Partner zuverlässig informiert.

Flowpilot Uebersicht Computer
Bild: flowpilot

Diagramme helfen die Finanzsituation zu veranschaulichen

Oberstes Ziel ist stets: Die Erhaltung der Zahlungsfähigkeit. Die Darstellung der Finanzlage in Diagrammen macht Probleme augenfällig. Diese können zum Beispiel darin liegen, dass Ware im Schnitt zu lange im Lager liegt und „totes“ Kapital darstellt oder dass die Kunden zu lange Zahlungsfristen haben, während man selber Rechnungen zum Beispiel für Subunternehmer schnell zahlen muss. „Wenn man den Überblick behält, kann man Entscheidungen auf fundierter Grundlage treffen und nicht nach Bauchgefühl“, erläutert Thöne. Diese Entscheidungen können zum Beispiel sein: Wann soll ich neue Vertriebsmitarbeiter einstellen? Schließlich generieren diese erfahrungsgemäß einige Monate nur Kosten, bevor sie effektiv arbeiten und Umsatz hereinholen. Oder auch Überlegungen in der Art: Ein gut gefülltes Lager garantiert zwar kurze Lieferzeiten für den Kunden, verursacht aber hohe laufende Kosten und bindet viel Kapital.

Mit der Software Zahlungsfähigkeit im Voraus testen

Die flowpilot Software bildet nicht nur den aktuellen Finanzstatus des Unternehmens ab, sie berechnet auch Szenarien für die Zukunft. „Mit künstlicher Intelligenz kann man Muster im Geldfluss erkennen und präzise Vorhersagen für den Cashflow treffen“, erläutert Geschäftsführer Thöne. Auswirkungen unternehmerischer Entscheidungen können spielerisch getestet werden.

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Bild: Christoph Schieder

So lassen sich Lieferketten, Lagerhaltung, Bestell- und Bezahlprozesse optimieren. Mit in der Buchhaltung ohnehin vorliegenden Daten können mit der Software von flowpilot auf Basis einzelner Kategorien (zum Beispiel Umsätze, Auszahlungen für Personal und Miete) Szenarien für die Zukunft angelegt werden. „Diese Szenarien zeigen Ihnen, wie sich Ihre Zahlungsfähigkeit entwickeln wird – bis zu fünf Jahre im Voraus“, sagt Thöne.

Optimierung von Finanzflüssen

Diese langzeitige Planung verschafft Handlungsspielräume, um zum Beispiel neue Geldquellen zu erschließen oder Ausgaben zu optimieren. „Wer seine Finanzflüsse nicht im Blick behält, dem läuft leicht am Ende die Zeit davon, um beispielsweise neue Investoren zu gewinnen oder Einsparungen durchzusetzen“, gibt Bernd Thöne zu bedenken.

Idee mit anderen Gründern teilen und Feedback einholen

Für flowpilot selber waren die Prognosen in Sachen Finanzentwicklung positiv genug, dass das Unternehmen bisher neun Privatinvestoren, sogenannte Business Angel, gewinnen konnte. Thöne rät Start-up Unternehmern: Den Austausch mit anderen Gründern suchen. „Man selber ist naturgemäß extrem drin im Thema. Es ist gut, mal seine Ideen Menschen zu kommunizieren, die sich nicht auskennen. Schließlich muss man seine Gedanken auch im Kontakt mit potenziellen Geldgebern und Kunden gut herüberbringen können.“

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Bild: Christoph Schieder

Reichlich Gelegenheit zum Austausch und neue Impulse sammeln gibt es für Thöne, Schwalbe und die vier Angestellten von flowpilot an ihrem Arbeitsplatz im Co-Workingspace „Mindspace“ an der Friedrichstraße. „Mein Tipp für Gründer: Sich nicht gleich Kosten für eigene Büroräume auflasten. Wir waren zunächst sechs Monate in einem Accelerator-Programm und danach ein Jahr in einem Incubator. In einem Accelerator läuft ein eher schulisches Programm ab, in dem man die Grundlagen des Unternehmertums vermittelt bekommt. Einen Incubator kann man eher mit einer Universität vergleichen“, erläutert Thöne.

Berliner Sparkasse passende Bank für Gründer

Für Thöne war klar: „Wenn gründen, dann in Berlin!“ „Gerade in unserem Bereich FinTech, also Finanztechnologie, ist Berlin die Nummer Eins – nicht Frankfurt. Das sollte man vielleicht meinen, aber Banker haben einen ganz anderen Stil.“ Bei der Berliner Sparkasse stehen Gründern zum Glück keine typischen steifen Banker gegenüber. Daher sind Thöne und Schwalbe glücklich darüber, sie als Finanzpartner zu haben. „Die Berliner Sparkasse ist im Bereich Start-up Finanzierung sehr aktiv, hat da extra geschulte Berater. Auch sonst macht die Sparkasse viel für die Berliner Gründerszene. Bei einem Wettbewerb von ihr haben wir für drei Monate ein kostenloses Büro im Co-Workingspace „The Place“ gewonnen und ein Jahr lang kostenlose Kontenführung.“ Solche Starthilfen können ein junges Unternehmen maßgeblich auf Erfolgskurs bringen.

Wachsen mit der Berliner Sparkasse

Start-ups finden bei der Berliner Sparkasse zahlreiche Möglichkeiten für die Finanzierung, Förderung und Beratung. In unserer Serie Start-up des Monats stellen wir die Vielfalt der Unternehmen vor. Hier geht es zu unserer Übersichtsseite Start-up des Monats >>

Weitere Informationen zum Thema Gründung finden Sie auf: www.berliner-sparkasse.de/gruendung

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