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Titel Startup Re-nt
Bild: Leonor von Salisch
Leihen statt kaufen

Keider zum Mieten: „Mode ist für mich Freiheit“

Jeder hat wohl diese Kleidungsstücke im Schrank: einmal gekauft und nie getragen. Das Start up RE-NT will etwas gegen den Wegwerf-Trend tun und bietet Kleidung zum Mieten an – von normaler Alltagskleidung bis zu außergewöhnlicher Abendgarderobe.

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m Laden sah wirklich toll aus, zuhause, bei genauerer Betrachtung überzeugte es dann aber doch nicht mehr und nun, liegt es irgendwo ganz hinten vergessen in der Schublade. Einmal gekauft, nie getragen – diesem Schicksal von Kleidungsstücken will Robina von Stein mit ihrem Start-up RE-NT etwas entgegensetzen und bietet Kleidung zum Mieten an.

Für 35 Euro im Monat Kleidung mieten

„Unsere Kunden gehören zur Generation Z“, erklärt Robina von Stein. „Also jene, die sich für Mode interessieren denen es auch um Selbstdarstellung in den sozialen Medien geht. Gleichzeitig sind sie aber umweltbewusst und wollen auf unnötigen Konsum verzichten.“

Startup Re-nt
Bild: RE-NT

Wer also nicht ständig neue Klamotten kaufen will, sich aber stets dem Trend angepasst kleiden möchte, der nutzt RE-NT, um seine Garderobe kurzfristig immer wieder neu zu bestücken. Die Vorgehensweise ist denkbar einfach: „Wir arbeiten mit einem klassischen Abomodell.“ Für 35 Euro im Monat kann der Kunde sich drei Teile aussuchen und einmal tauschen. Für 70 Euro im Monat gibt es ebenfalls drei Teile geliefert, es darf aber dreimal getauscht werden. Nach jedem Kunden werden die Kleidungsstücke natürlich gereinigt und neu verpackt.

Alte Klamotten einschicken und recyceln

„Wir verleihen aber nicht nur Klamotten, wer will kann auch getragene Kleidung einschicken, die wir dann wiederrum recyceln“, so die Unternehmerin weiter. „Dafür gibt es dann Rabatte.“ Die Kleidung bleibt weiterhin im Besitz der Modefirmen. Sind die Kleidungsstücke von einer gewissen Kundenzahl getragen, gehen sie zurück an den Hersteller, der diese dann recycelt.

Kleider zum Mieten: noch ein fast leerer Markt

Robina von Stein hat RE-NT gegründet, nachdem sie ihren Master in Wirtschaft, Politik und Philosophie abgeschlossen und einige Zeit in der Politikberatung gearbeitet hatte. „Schon 2014 bin ich während meines Studiums auf das Modell der Kleidermietung gestoßen und fand den Gedanken interessant, statt zu Kaufen einfach seine Klamotten auszuleihen und so nicht nur Ressourcen zu schonen, sondern auch immer neue Klamotten zur Verfügung zu haben.“ Nach dem Studium dann der AHA-Moment: „Es hatte sich in der Zeit erstaunlich wenig in dem Segment getan.“

RE-NT: Der Onlineshop ist online

Ein Grund, so vermutet die Gründerin: der Start in das Business ist mit relativ hohem finanziellem und logistischem Aufwand verbunden. „Es müssen Kleidungsstücke besorgt werden, man braucht genügend Lagerfläche und Logistiker.“ Dennoch stand für Robina von Stein fest, selbst ein Unternehmen zu gründen. „Mich hat Mode schon immer begleitet, habe in der Industrie gearbeitet und bin auch familiär vorgeprägt“, lacht die junge Frau. 2018 gründete sie, zog nach Berlin und startete im Oktober 2018 die Test-Version ihres Onlineshops der Anfang Juni 2019 gelauncht wurde.

Von kleinen Labels, über Adidas bis Viviene Westwood

Dass sie mit ihrem Geschäftsmodell auf das richtige Pferd setzt, davon ist die 28-Jährige überzeugt. „Im Leihmodell liegt die Zukunft der Modeindustrie. Der Gedanke des Teilens und Wiederverwendens wird auch in den Modefirmen immer präsenter.“ So lief sie bei den Modefirmen offene Türen ein.

Re-nt-app
Bild: Shutterstock

„Jeder Gesprächspartner war begeistert von der Idee, nur an der Umsetzung hat es gefehlt“, erinnert sich die Wahlberlinerin. Mit ihrem Onlineshop bietet Robina von Stein die optimale Plattform und hat mittlerweile kleine Labels ebenso wie große Modefirmen, wie Adidas oder Edited als Partner gewonnen. Auch das Luxussegment ist vertreten, etwa mit Kleidung von Vivien Westwood „Wir setzen nicht nur auf unbekanntere Marken oder Designer, sondern auch auf große Namen, weil dies einfach vom Kunden gewünscht ist und wir so auch ein breites Preissegment abdecken können.“

Neue Labels entdecken

Viele der Nutzer seien aber auch neugierig für sie unbekannte Labels zu entdecken.
Damit es nicht nur ums Leihen geht, hat jeder Nutzer Einblick auf seinen persönlichen Greenscore. Darin wird angezeigt, wieviel CO2 oder Wasser der Kunde bereits eingespart hat, weil er lieber mietet, statt zu kaufen.

Persönlicher Ansprechpartner bei der Berliner Sparkasse

Zur Berliner Sparkasse kam sie durch eine Empfehlung von Freunden, die dort ebenfalls als junges Unternehmen Kunde waren. „Ich fühle mich bei der Berliner Sparkasse sehr gut aufgehoben. Besonders der persönliche Ansprechpartner, der einem immer weiterhilft, ist für mich ein wichtiger Aspekt.“ Außerdem sei die Sparkasse einfach eine Bank, die für Sicherheit stehe.
Für die nahe Zukunft ist geplant, natürlich den Onlineshop offiziell zu starten. „Momentan haben wir 500 Kunden in unserer Testversion. Das Ziel ist es, bis Ende des Jahres 5.000 Kunden zu gewinnen“, so das ehrgeizige Ziel der Unternehmerin.

Weg mit dem kleinen Schwarzen, sondern tragen was gefällt

Geplant ist auch einen Showroom zu eröffnen, um Kleidung zu präsentieren. „Außerdem wollen wir nächstes Jahr eigene Büroräume anmieten und weitere Mitarbeiter einstellen. Heute sind es fünf, nächstes Jahr sollen es zehn bis 15 Mitarbeiter sein. „Ich suche vor allem Entwickler, die sich mit Künstlicher Intelligenz auskennen, um unser nächstes Produkt weiter voranzubringen.“
Auf die Frage, was man als Grundstock in seinem Kleiderschrank haben sollte, um gut gekleidet zu sein, sagt Robina von Stein: „Mode ist für mich Freiheit und die Möglichkeit sich auszudrücken, seine eigene Identität zu finden. Deswegen gibt es für mich nicht die Kleidungsstücke, die jeder haben sollte.“ Gut, dass es RE-NT gibt. Hier muss sich niemand lange festlegen, sondern kann immer das tragen, was gerade gefällt, ohne zuhause einen Berg an Kleiderleichen anzuhäufen, die ungetragen im nächsten Altkleidercontainer landen.

www.re-nt.de

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