Bild: Berliner Sparkasse

Innovationspreis

Berlin macht erfinderisch

Die Bandbreite neuer Erfindungen aus der Region ist beeindruckend. Die besten Ideen des Jahres 2016 wurden mit dem Innovationspreis Berlin Brandenburg ausgezeichnet. Wir stellen die Gewinner vor.

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b die Behandlung von chronischen Krankheiten, effiziente Solarzellen oder die nächste Roboter-Generation: Aus 120 Bewerbungen hat eine 18-köpfige Jury die herausragendsten fünf Ideen mit dem Innovationspreis Berlin – Brandenburg 2016 gekürt. Seit mehr als 30 Jahren würdigt dieser einfallsreiche Neuentwicklungen. Die Berliner Sparkasse ist Premium-Partner. Dies sind die Gewinner 2016:

So strahlen Sieger: die Gewinner des Preises 2016. Bild: Berliner Sparkasse

1) Dendro Pharm: Krankheiten besser behandeln

Vor allem Kinder und alte Menschen können oft wichtige Medikamente nicht schlucken. Hier greift die Erfindung der Dendro Pharm GmbH: Mit Hilfe von winzigen Partikeln („Nanocarriern“) können medizinische Wirkstoffe auch auf der Haut aufgetragen werden. Das Verfahren eignet sich zum Beispiel für Medikamente gegen chronische Erkrankungen sowie für bildgebende Verfahren, wie etwa Röntgenaufnahmen oder eine Computertomographie.

Die DendroPharm GmbH ist 2013 als „Spin-Off“ an der Freien Universität entstanden. Nun versuchen die Berliner mit der Entwicklung einer Salbe die Marktreife zu erreichen. Dabei hilft die Berliner Sparkasse, deren Firmenkunde das ambitionierte Unternehmen ist. So sollen in Berlin in den nächsten Jahren 25 Arbeitsplätze in Forschung und Produktion entstehen.

www.dendropharm.de

2) pi4_robotics: Der Service- und Industrie-Roboter

Er ist 1,75 Meter hoch, wiegt 120 Kilogramm und hat einen Greifarm, der die vielfältigsten Aufgaben übernehmen kann: der Roboter der Firma pi4_robotics. Mit seinem flexiblen Greifarm soll er in der Industrie zum Einsatz kommen. Etwa wenn für Menschen Gefahr besteht, wie zum Beispiel bei einer Sprengstoffentschärfung oder in Gebieten mit erhöhter radioaktiver Strahlung.

Alternativ kann der Industrieroboter in der Fabrik kleinere Stückzahlen kostengünstig herstellen. Die Firma hat den Roboter so entwickelt, dass er auch gut in kleinen und mittelständischen Unternehmen funktioniert: mit schneller Einweisung für Mensch und Roboter. So kann er zum Beispiel dank seiner Spracherkennung auch mündliche Befehle vom Bedienpersonal verstehen. Mit dieser Technik schenkt er sogar im Servicebereich Getränke aus – und wünscht Gästen einen „Guten Appetit“.

Die Firma pi4_robotics GmbH ist mit rund 50 Mitarbeitern einer der führenden Hersteller von Bildverarbeitungssystemen, Prüfautomaten und Robotern mit Sitz in Berlin-Wedding.

http://www.pi4.de

3) SENTECH Instruments: Effiziente Solarzellen

Die Nutzung der Sonnenenergie (Photovoltaik) zählt zu den wichtigsten Bereichen der erneuerbaren Energien. Doch günstig produzierte Solarmodule aus China setzen deutsche Hersteller unter Druck. Um bei der starken Konkurrenz mitzuhalten, müssen Solarzellen möglichst effizient sein. Hierzu hat die SENTECH Instruments GmbH ein nützliches Messverfahren entwickelt, das die Effizienz von Solarzellen um mehr als 20 Prozent steigert.

Das Verfahren hilft dabei, Solarzellen noch qualitativ hochwertiger herzustellen – ohne dass dies langwierig, umständlich oder nur durch ein hochspezialisiertes Fachpersonal möglich ist.

Für eine grundlegende Komponente der Gesamtlösung hat das Unternehmen aus Berlin-Treptow bereits ein Patent angemeldet. Ein erster Prototyp des „SENperc PV“ ist mittlerweile bei einem Solarzellenhersteller im Probebetrieb. Mit Hilfe der Innovation kann das Unternehmen seine bisher 60 Arbeitsplätze sichern und plant in den kommenden Jahren fünf neue Arbeitsplätze.

www.sentech.com

4) shoutr labs: die Realität erweitern

An einer Baustelle können Interessenten auf dem Smartphone sehen, wie das fertiggestellte Haus einmal aussehen wird. Im Museum erhalten Besucher an einer ausgestellten Statue umgehend detaillierte Infos auf ihr Smartphone – beides Beispiele für die Technik der „Augmented Reality“, zu deutsch: erweiterte Realität. Damit diese nicht enorme Datenmengen produziert, hat die Firma shoutr labs ein Streamingverfahren entwickelt, dass das Datenvolumen aufs Nötigste begrenzt.

Die Erfindung erlaubt es, nur noch die Daten herunterzuladen, die tatsächlich gebraucht werden. Dieses Streamingverfahren, wie man es auch vom Internet-Fernsehen kennt, spart Platz auf dem Smartphone und schont das Datenvolumen. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig, das Marktpotenzial ist entsprechend groß. Denn der Augmented-Reality-Bereich ist ein Milliardenmarkt, in den deutsche Unternehmen künftig mehr und mehr investieren werden. Nicht nur Museen und Bauträger.

https://www.shoutrlabs.com

5) Xion GmbH: bessere Bilder bei Operationen

Operationen oder Eingriffe, die nur minimale Narben zurücklassen – das wünschen sich Patienten. Diesen Wunsch erfüllt die „minimal-invasive Methode“, also Eingriffe mit Hilfe von schlanken endoskopischen Geräten. Damit Ärzte erfolgreich operieren können, müssen aber auch Bildsensoren, Kamera-Köpfe und Prozessoren besser werden,

Dabei hilft das Bildgebungssystem der Xion GmbH: Es bietet einen leistungsfähigen Videoprozessor und liefert dem Arzt ein optimales Bild – bis in kleinste Details hinein. Eingriffe, die aufgrund der hohen Anforderungen an die Detailauflösung und räumliche Wahrnehmung bisher OP-Mikroskopen vorbehalten waren, macht die nahtlos integrierte 3D-Funktionalität erstmalig der Endoskopie zugänglich.

Am Firmensitz in Berlin-Pankow gehören inzwischen über 80 Mitarbeiter in den Bereichen Einkauf, Entwicklung, Fertigung und Vertrieb zum XION-Team.

http://www.xion-medical.com

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