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Start-up des Monats: IMANOX

Ein Foto als emotionale Erinnerung

Das interaktive Fotosystem von IMANOX fügt mittels 3D-Sensor Technologie die Nutzer in jede vorstellbare Hintergrundszenerie ein. Diese werden passend für den Bedarf von Kunden, Agenturen und Standorte konzeptioniert und entwickelt.

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enn Siemens in seinem Gasturbinenwerk in Moabit Besucher durch die Werkshallen führt, ist das Fotografieren unter anderem zum Schutz nicht veröffentlichter Prototypenteile verboten. Dennoch haben die Besucher die Möglichkeit, besondere Erinnerungsfotos mitzunehmen: Mit dem Fotosystem des Berliner Start-ups IMANOX können sie sich in professionelle, Werkshintergründe versetzen lassen – oder gar in historische Szenarien (siehe Foto).

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Reise in die Vergangenheit: Siemens’ Werkshallen 1938 Bild: Imanox

Event- und Standortmarketing

Das automatische Fotosystem mit 3D-Sensor-Technologie haben die Gründer Johannes Darrmann (23) und Manuel Kolmet (23) selbst entwickelt und vermieten dieses an Veranstalter und Agenturen, die Kunden und Gästen die Möglichkeit geben wollen, außergewöhnliche Erinnerungen mitzunehmen. „Auch im Einkaufscenter, in Sportstätten und Kinos kann unser Fotosystem gut funktionieren – eben dort, wo viel Besucheraufkommen ist“, sagt Johannes Darrmann über seine Zielgruppe.

Hinter jedem Foto soll dabei ein Konzept stecken. „Daher fragen wir immer zuerst nach dem Ziel: Was soll kommuniziert werden? Marke, Image, Entertainment?“, beschreibt der junge Gründer den Ansatz der Zusammenarbeit. Sobald die Ziele feststehen, konzipiert IMANOX die Hintergrundszenarien und damit die Orte, an den sich die Besucher platzieren können. Zum Beispiel auf den Trägern eines Flugzeugs oder große Werbescreens am Broadway. Der skurilste Ort, an dem das Fotosystem bisher stand? „Das war sicherlich die Halloween-Party im Grand Hyatt Berlin. Die Fotobox stand hier direkt am Ende eines interaktiven Horror-Tunnels, so dass die Besucher diesen mit einem gruseligen Schnappschuss beenden konnten“, erzählt Johannes Darrmann.

Portrait Gruender
Die beiden jungen Gründer in ihrem System: Johannes Darrmann (l) und Manuel Kolmet Bild: Imanox

Diese Hintergrundszenerien können, je nach Belieben des Veranstalters, designt und mit Markenbotschaften individualisiert werden: „So verbinden wir Entertainment mit Erlebniskommunikation auf interaktive und sehr persönliche Art“, erklärt Johannes Darrmann. Das Fotosystem gibt es in zwei verschiedenen Größen, bei denen sich bis zu 13 bzw. sieben Personen auf einem Foto arrangieren können.

Die Idee entsteht im Freizeitpark

Die erste Idee eines Fotosystems entwickelte der gebürtige Hamburger 2012, als er neben dem Abitur im Europapark Rust als Kellner arbeitete. Als er in seinen Pausen über das Gelände lief, haben viele Besucher nach Fotos vor verschiedensten Hintergründen gefragt. „Die Wünsche wurden immer individueller. Ich habe gemerkt, dass es einen riesigen Bedarf an Fotos mit den Liebsten an coolen Orten gibt“, erinnert sich der Gründer.

Bei seiner Recherche stellte er fest, dass die angebotenen Lösungen sehr betreuungsintensiv und die Ergebnisse nicht optimal sind. Im Alter von 18 Jahren entwickelt er die Grundidee eines vollautomatischen Fotosystems und darf diese direkt dem Direktor im Europapark vorstellen. Dieser ist begeistert und fragt nach einem Prototyp.

Um sich auf die Gründung des eigenen Unternehmens vorzubereiten, studierte er in Berlin Wirtschaftsrecht und entwickelte parallel die Idee weiter. Ab Ende 2016 entwickelte Ingenieur Manuel Kolmet den Algorithmus hinter dem ganzen Fotosystem samt Beleuchtung, im April 2017 führten sie erste Test-Events durch. Aufgrund des hohen Innovationsgrads ihres Produkts erhielten sie eine Förderung durch das EXIST Gründerstipendium für das Anfang 2017 gegründete Unternehmen.

Die besten vier Tipps für Gründer von Johannes Darrmann

1: Bleib positiv
So banal es klingt, das ist eminent wichtig. So stürmisch es auch sein mag – die Realität ist nur so dramatisch, wie du sie dramatisch sein lässt.

2: Kontext
Gib den Menschen, die um dich herum arbeiten, immer einen Kontext für ihre Aufgaben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Ziele immer schneller und besser erreicht werden, wenn die Menschen den übergeordneten Sinn ihrer Tätigkeit kennen.

3: Fragen
Bei Fragen: fragen. Das gilt für Praktikanten ebenso wie für Gründer und Geschäftsführer. Es gibt einfach super viele Menschen, die super gern helfen. Ich frag mich immer: Was ist schon das Schlimmste, was passieren kann? Wenn man sich den Worst Case vor Augen führt, wird einem meist klar, dass dieser gar nicht so schlimm ist. Das bringt Gelassenheit und nimmt die Angst.

4: Behaarlichkeit
Ich denke, dass Behaarlichkeit die Spreu vom Weizen trennt. Es gibt so viele gute Ideen, die einfach nicht konsequent verfolgt und umgesetzt werden.

Technik: 3D statt GreenScreen

Bei den Tests stellten die jungen Unternehmer fest, dass sie mit dem GreenScreen nicht die angestrebte Qualität erreichen können. „Manuel hat dann in einem Tempo, das mich total verblüfft hat, die 3D-Sensor-Technologie entwickelt.“ Mit dieser stellt das Fotosystem die Personen nicht über die Farben, sondern über Tiefeninformationen frei – einzigartig in Deutschland, auch international sind Nutzer dieser Technik an einer Hand abzählbar.

IMANOX positioniert seine Fotobox damit ganz klar als Premium-Produkt. Zu diesem gehört auch die intelligente Beleuchtungsanlage, die jeweils zur Szenerie die passenden Lichtverhältnisse schafft und den User farblich optimal an die virtuelle Welt anpasst. Der Verzicht auf den GreenScreen hat für die Kunden einen weiteren Vorteil: Sie können nicht nur den Terminal, sondern auch die Leinwand, vor der sich die Besucher für das Foto arrangieren, nach individuellen Wünschen gestalten lassen und so ihre eigene Marke in Szene setzen.

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Unterstützung der Berliner Sparkasse

Der November 2017 war ein ganz entscheidender Monat für die beiden Gründer und ihre mittlerweile vier Mitarbeiter: Zum einen haben sie die Pilotphase ihres Fotosystem abgeschlossen und den Marktstart gefeiert. Zum anderen musste nach Ablauf des EXIST Gründerstipendiums eine neue Förderung her, um eine kleine Serie ihrer Systeme zu produzieren. Bei der Beantragung des Förderdarlehens der KfW wurde das junge Unternehmen von der Berliner Sparkasse unterstützt und betreut. „Unser Berater hat das wirklich sehr gut gemacht und sich viel Zeit für uns genommen. Insbesondere in der kritischen Phase, als unser Antrag aufgrund KfW-interner Missverständnisse zunächst grundlos blockiert wurde“, erinnert sich Johannes Darrmann. Am Ende sei auch alles gut gegangen und das Geld rechtzeitig da gewesen.

Friedhof
Eine Erinnerung an die Halloween-Party im Grand Hyatt. Bild: Imanox

Geld, dass nicht nur in die Produktion der Serie investiert werden soll, sondern auch in neue Produkte und Ideen. Auf Anregung eines Kunden hat Manuel es schon ermöglicht, GIF Animationen als Hintergrundszenarien zu nutzen und so die Besucher in Bewegtbilder á la Harry Potter zu integrieren. Als nächstes steht die Entwicklung eines noch kleineren Systems an: „Das FX.mini ist mit seinen 6,5 Quadratmetern oft schon zu groß für die Nutzung in Ladengeschäften, die durchaus schon interessiert sind“, erzählt der optimistische Jungunternehmer. Sein übergeordnetes Ziel sei es, „möglichst vielen Menschen die Möglichkeit zu geben, aus sich herauszukommen und einzigartige Erinnerungen zu schaffen. Und dabei Markenkommunikation mit tollen emotionalen Erlebnissen zu verbinden“.

www.imanox.de

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