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Titel Ghost
Bild: Ghost
Start-up des Monats

Ghost: Mit Haptik zu neuem Fahrgefühl und alten Sinnen

In der Hand ohne Gefühl wieder etwas spüren oder die Sicherheit im Auto erhöhen. Die beiden Günderinnen von Ghost – feel it setzen auf neueste Technik und haben einen Handschuh entwickelt, der Gefühle in Nervenbahnen zurückbringt. Aber nicht nur das.

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reude am Fahren – mit diesem Slogan wirbt ein deutsches Automobilunternehmen. Aber nicht nur dieser eine Konzern möchte natürlich, dass ihre Autos Fahrspaß vermitteln und für Kunden das perfekte Erlebnis bieten.

Sieg beim Porsche Innovationswettbewerb

Dass das Fahren eines Autos noch erlebbarer wird, dafür haben Laura Bücheler und Isabella Hillmer von „GHOST – feel it.“ jetzt einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Die beiden jungen Gründerinnen haben im Juni beim Porsche Innovationswettbewerb „Next Open Innovation Competition“ einen Autositz vorgestellt, der dem Fahrer ein haptisches Feedback zu seinem Fahrstil gibt. „Mit unserer Idee wollen wir aber nicht nur den Fahrspaß, sondern auch die Sicherheit für den Fahrer erhöhen“, erklärt Laura Bücheler. Denn in der Rückenlehne des Sitzes sind Aktoren eingebaut, die dem Fahrer über Sensoren eine Rückmeldung geben und zwar in Form von Impulsen, die er in seinem Rücken spürt.

Lerneffekt durch haptisches Feedback

„So kann etwa, wenn der Fahrer zu viel Gas gibt, um die nächste Kurve zu nehmen, über den Sitz das haptische Signal gesendet werden, dass er weniger Gas geben sollte oder das Lenkrad weniger einschlagen muss“. Kurz gesagt: Durch die haptischen Interfaces lernt der Nutzer etwas, was er vorher noch nicht spüren konnte. Diese Signale werden im Gehirn abgespeichert und helfen so, dass der Fahrer unmittelbarer auf Gefahren reagieren kann, als wenn das Auto bloß einen Warnton von sich geben würde.

Ghost Team
Bild: Robert Greinacher

„Wir waren natürlich sehr erfreut, dass unsere Idee bei Porsche so gut angekommen ist“, erinnert sich die 28-jährige Wahlberlinern, die ihre Mitgründerin bereits aus der Schule kennt. Gegen 150 andere Teams konnten sich die beiden durchsetzen und schafften es auf Platz 1 des Wettbewerbs. Die Idee kam bei der Automobilfirma so gut an, dass bereits ein weiteres Projekt in Arbeit ist – was genau, darüber darf noch nicht gesprochen werden.

Mit smartem Handschuh als Start-up begonnen

Hinter dem, was so einfach klingt – haptische Signale an den Körper und damit das Gehirn weitergeben – ist ein Feld, dass eine Menge Know-How erfordert. „Angefangen haben wir mit einem smarten Handschuh, der Menschen, die kein Gefühl mehr in der Hand habe, hilft, wieder etwas zu spüren“, erklärt die studierte Medizintechnikerin.“ Über Sensoren werden so Empfindungen wie Temperatur und Tastsinn auf den Teil des Körpers – in diesem Fall der Unterarm – übertragen. Sie ermöglichen so, dass der Nutzer wieder ein Empfinden in der Hand hat.

Know-How aus Ingenieurwessen und Psychologie

„Neben der Automobilindustrie sind es vor allem Prothesen- und Orthesenhersteller, die an der Technik interessiert sind. Mit Isabella Hilmer, die ihrerseits Psychologie und Industriedesign studiert hat, haben die beiden Frauen die perfekten Kompetenzen, um ihr Produkt voranzubringen. „Grundsätzlich ist es eine große Herausforderung ein haptisches Interface umzusetzen“, sagt Laura Bücheler. „Aber wir ergänzen uns da sehr gut. Auf der einen Seite bin ich mit meiner Herangehensweise einer Ingenieurin, auf der anderen Seite Isabella, die das Ganze aus der Sicht einer Psychologin und Neurowissenschaftlerin betrachtet – das passt schon sehr gut.“

Von Beginn an das Produkt den Kunden zeigen

Die Idee zu ihrem Produkt hatten die beiden Gründerinnen bereits 2015, Anfang 2019 gründeten sie schließlich die GHOST- feel it. GmbH. Die Gründerinnen stehen quasi noch am Anfang ihrer Start-up Laufbahn und sind überzeugt, dass sie auf das richtige Pferd setzen. „Wir haben mit vielen verschiedenen Unternehmern und Menschen gesprochen und Veranstaltungen besucht, um uns Feedback zu unserer Idee und dem Produkt einzuholen. Ich denke, dass sollte man als Gründer von Anfang an tun.“ Außerdem sei es wichtig, sein Produkt nicht zu verstecken und nicht zu warten, bis es ausgereift ist. „Ein weiterer Tipp, den wir geben können: Netzwerken ist das A und O. So haben wir zum Beispiel Kontakt zur Forschungsfabrik Mikroelektronik knüpfen können, mit denen wir an einem Projekt arbeiten.“

Neue Ideen für die nächsten Monate

Auf einer dieser Veranstaltungen trafen Laura Bücheler und Isabella Hillmer auch auf die Mitarbeiter der Berliner Sparkasse und waren sofort überzeugt, dass die Berliner Sparkasse der perfekte Finanzpartner für das Start-up ist. „Es hat nicht nur fachlich, sondern auch menschlich sofort super gepasst“, erinnert sich Laura Bücheler.
Als nächstes steht für das junge Unternehmen an, weitere Kunden zu akquirieren, weitere Beta-Tests durchzuführen sowie die Anschlussfinanzierung zu sichern. Außerdem werden weitere Projekte angeschoben, so wie etwa die Idee, ferngesteuerte Roboter für den Bedienenden fühlbar zu machen.

www.ghost-feel.it

Wachsen mit der Berliner Sparkasse

Start-ups finden bei der Berliner Sparkasse zahlreiche Möglichkeiten für die Finanzierung, Förderung und Beratung. In unserer Serie Start-up des Monats stellen wir die Vielfalt der Unternehmen vor. Hier geht es zu unserer Übersichtsseite Start-up des Monats >>

Weitere Informationen zum Thema Gründung finden Sie auf: www.berliner-sparkasse.de/gruendung

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