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Titel Firmenkundeberater In Der Corona-krise
Bild: Berliner Sparkasse
Interview

Firmenkundenbetreuer in der Corona-Zeit: „Der persönliche Kontakt zu den Kunden fehlt mir.“

Aleksander Kelly ist Firmenkundenbetreuer bei der Berliner Sparkasse und berichtet für Berliner Akzente über die geänderte Arbeitswelt in Zeiten der Corona-Krise.

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ach dem Abitur 2012 und zwei Praktika bei einer Bank stand für Aleksander Kelly fest, dass er Bankkaufmann werden möchte. Entschieden hat er sich letztlich für eine Ausbildung bei der Berliner Sparkasse, denn er ist der Meinung, dass es hier deutlich menschlicher zugeht als bei anderen Großbanken. Für Berliner Akzente spricht der Kundenbetreuer im FirmenCenter Reinickendorf über seinen Arbeitsalltag und was sich seit Corona verändert hat.

Herr Kelly, angenommen, es gäbe Corona nicht: Wie sähe ein normaler Arbeitstag bei Ihnen im FirmenCenter der Berliner Sparkasse aus?

Aleksander Kelly: Als Erstes schaue ich mir die neuen E-Mails an und bearbeite Kreditanträge und andere Anliegen, führe Telefonate mit Kunden und Kollegen, wenn ich auf Unterstützung aus den zentralen Bereichen angewiesen bin. Ich besuche auch meine Kunden vor Ort in den Betrieben, um die Unternehmer sowie das Unternehmen kennen zu lernen und besser zu verstehen. Gerade bei neuen Kunden oder die, die es werden möchten, ist das sehr wichtig.

Und ist es jetzt aktuell alles anders?

Ja natürlich, bedingt durch die Corona-Pandemie und die Auflagen der Bundesregierung. Persönlich kommen aktuell keine Kunden mehr in unser FirmenCenter und ich kann jetzt auch leider nicht mehr in die Betriebe fahren. Der persönliche Kontakt zu den Kunden fehlt mir, denn zurzeit kommen eher besorgte Anrufe. Die Kunden haben Fragen zu Tilgungsaussetzungen laufender Kredite und wollen wissen, wie wir sie bei finanziellen Engpässen unterstützen können. Viele Anfragen beziehen sich auch auf die von der Bundesregierung beschlossenen Förderprogramme der KfW Förderbank und welche Unterlagen einzureichen sind.

Gibt es ein Kundengespräch, das Sie besonders beeindruckt hat?

Es sind schon einige, viele meiner Kunden haben große Probleme und nicht immer können wir helfen. Da freut es mich umso mehr, wenn ein Kunde Kreativität zeigt und aus der Not eine Tugend macht. Bei einem meiner Kunden mit einem Catering-Betrieb sind zwangsläufig fast 100 Prozent der Aufträge weggebrochen, ein Großteil der Einnahmen entfällt dieses Jahr. Er hat schnell reagiert und nun seine großen Eventzelte an das Rote Kreuz vermietet. So hat er wenigstens eine beschränkte Einnahmequelle und tut gleichzeitig etwas Gutes. Not macht eben erfinderisch.

Die Berliner Sparkasse wird von den Medien oft als Positivbeispiel im Umgang mit der Corona-Krise hervorgehoben. Was macht die Berliner Sparkasse anders als andere Kreditinstitute?

Ich glaube, es ist vor allem die Nähe zu unseren Kunden. Wir sind in den Kiezen gut vernetzt, bekommen Bedürfnisse und Nöte sehr schnell mit und sind immer offen für persönliche Gespräche. Das gilt auch für den Vorstand der Berliner Sparkasse. Er hat sehr schnell reagiert und Entscheidungen getroffen, die es uns ermöglicht haben, als eine der ersten Banken in Deutschland unseren Kunden zu helfen.

Im Allgemeinen wird kritisiert, dass die Banken in der derzeitigen Krise bei der Kreditvergabe zu unpragmatisch und zu streng prüfen. Finden Sie das auch?

Der Prozess von der Antragstellung eines KfW-Darlehens bis zu dem Zeitpunkt, wo das Geld auf dem Konto des Kunden ist, ist bestimmt verbesserungsfähig. Aber in dieser Zeit ist es unabdingbar, dass alle, die Kleinunternehmer, Unternehmer und auch wir, die Prozesse laufend und dynamisch anpassen, denn solch eine weltweite Krise gab es noch nicht. Es ist aber unumgänglich die absehbar höheren Risiken bei der Kreditvergabe neu zu bewerten.

Und wie reagieren die Kunden auf die veränderte Situation und die neuen Herausforderungen?

Es sind ja nicht alle Betriebe und Branchen gleich stark von der Corona-Krise betroffen, somit gibt es allein hierdurch auch positive Zukunftsansichten. Natürlich gibt es auch einige die verärgert sind, weil sie kein Darlehen bekommen können. Die Regularien für eine Kreditvergabe sind ja durch Corona nicht aufgehoben. Nur ein Unternehmen, das bereits vor der Krise gut gewirtschaftet hat, wird mit dem Kredit finanzielle Engpässe überbrücken und das Darlehen später auch zurückzahlen können. Für mich als Kundenberater ist es wichtig, ruhig und verständnisvoll auf den Kunden einzuwirken, weil er unter einem erkennbaren Druck und großen Stress steht. Eine besondere Freundlichkeit oder gar eine Dankbarkeit kann man in dieser Zeit vom Kunden sicherlich nicht erwarten.

Wie erleben Sie die Situation unter den Kollegen vor Ort und in der Berliner Sparkasse allgemein?

Von den Aufgaben selbst hat sich für die meisten von uns nicht viel geändert. Wir arbeiten weiter lösungsorientiert, egal ob im Büro, im Home Office, bei einer Telefonkonferenz oder im Video-Chat. Auch am Abend oder am Wochenende muss öfter noch etwas erledigt werden. Überstunden sind für viele selbstverständlich, denn wir alle setzen uns mit all unserer Kraft dafür ein, dass wir gemeinsam die Berliner Sparkasse und unsere Kunden gut durch diese Krise bekommen.

Und wie stellen Sie sich privat auf die Einschränkungen ein?

Ich denke, wie die meisten auch. Ich fahre alleine mit meinem kleinen Smart zur Arbeit und nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Ich wasche mir wie immer sehr oft und gründlich meine Hände, halte einen Abstand von möglichst zwei Metern zu Kollegen und anderen Mitmenschen. Ansonsten bin ich ein positiv denkender Mensch und arrangiere mich irgendwie mit der Situation und mache das Beste draus.

Weiterführende Informationen zu den Förderprogrammen für Firmenkunden, Informationen zum Gutscheinportal helfen.gemeinsamdadurch und ein Erklärvideo finden Sie hier in unserem Artikel `Berliner Sparkasse unterstützt Unternehmen´ und auf der Website der Berliner Sparkasse.

www.berliner-sparkasse.de/unternehmer

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