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Industriegeschichte trifft Mobilitätszukunft: Der alte Gasometer ist das EUREF-Wahrzeichen. Bild: EUREF
EUREF-Campus

Berlins nachhaltigstes Stadtquartier

Die Energiewende gemeinsam gestalten – unter diesem Leitbild haben sich auf dem EUREF-Campus rund um den alten Gasometer in Schöneberg zahlreiche Unternehmen und Forschungseinrichtungen angesiedelt. Sie machen den Standort zu einem europaweit einzigartigen Zentrum für innovative Zukunftsprojekte.

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ie sieht die Stadt der Zukunft aus? Wie entstehen wegweisende Konzepte rund um Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Mobilität? Wie können neue, intelligente Technologien entwickelt und getestet werden? Ein Ort, an dem diese Fragen nicht nur beantwortet, sondern auch umgesetzt werden, ist der EUREF-Campus in Schöneberg: ein zukunftsorientiertes Stadtquartier, in dem schon heute die Lösungen für morgen entstehen.

Die Mischung macht’s

2007 begann die Entwicklung des Büro- und Wissenschaftscampus, auf dem sich seitdem zahlreiche nationale und internationale Unternehmen angesiedelt und zu interdisziplinären Partnerschaften zusammengeschlossen haben. Von innovativen Start-ups über Berliner Traditionsunternehmen bis hin zu renommierten internationalen Konzernen trifft sich hier die ganze Bandbreite der Unternehmenswelt. Hinzu kommen hochkarätige Forschungseinrichtungen aus den Bereichen Energie, Nachhaltigkeit und Mobilität.

Euref Olli
Bitte einsteigen! Mit Tempo 6 bis 9 km/h rollen bis zu acht Personen im selbstfahrenden Elektrobus „Olli” über den Campus. Der serienreife Prototyp soll schon bald in großen Stückzahlen gebaut werden. Bild: Promo
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lle eint die Vision, Themen rund um die Energiewende sichtbar zu machen, Lösungsansätze zu entwickeln und grüne Konzepte für zukunftsweisende Stadtentwicklung schon heute umzusetzen. Mit Erfolg: So setzt der EUREF-Campus mit klimaneutraler Energieversorgung, einem intelligenten Energienetz und energieeffizienten Gebäuden das CO2-Klimaschutzziel der Bundesregierung für 2050 bereits seit dem Jahr 2014 erfolgreich um.

Die beste Technologie bringt nichts, wenn sie nicht genutzt wird. Karoline Karohs, stellvertretende Geschäftsführerin Mobility2Grid

Mit zentralen Fragen der Energiewende beschäftigt sich auch der Forschungscampus Mobility2Grid, der seit 2013 auf dem EUREF-Campus ansässig ist. Kerngedanke ist hier die Integration von gewerblichen und privaten elektrischen Straßenfahrzeugen in dezentrale Energienetze. Die Idee: Fahrzeuge aller Art sollen nicht nur Energie aufnehmen, speichern und nutzen, sondern auch wieder in intelligente Netze einspeisen können. So dienen sie einerseits als riesige mobile Energiespeicher und tragen gleichzeitig zu einer Abfederung von Lastspitzen sowie einer allgemeinen Netzstabilisierung bei.

Karohs
Karoline Karohs Bild: Promo

Rund 36 Einrichtungen aus Wirtschaft und Wissenschaft sind im Mobility2Grid e. V. zusammengeschlossen, um im Rahmen von sieben Themenschwerpunkten aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen die Möglichkeiten und Herausforderungen der Energie- und Verkehrswende zu erforschen und innovative Mobilitätslösungen zu entwickeln. Hier werden nicht nur die technischen Voraussetzungen analysiert und erprobt, sondern auch die gesellschaftliche Akzeptanz erforscht. „Denn die beste Technologie bringt nichts, wenn sie nicht genutzt wird”, so die stellvertretende Geschäftsführerin Karoline Karohs.

Einen besonderen Mehrwert sieht Karohs in der Infrastruktur des Standortes EUREF-Campus: „Die Vernetzung auf dem Campus ist sehr gut: Es gibt vier Restaurants, einen Park direkt vor dem Tor und sogar ein Beachvolleyballfeld – man kann hier praktisch gar nicht vor die Tür gehen, ohne jemanden zu treffen.” Und genau das ist gewollt, entstehen doch so Partnerschaften und Synergien in unmittelbarer Nachbarschaft.

Die Zukunft ist digital

Einer, dem man hier ebenfalls täglich über den Weg laufen kann, ist Marcus Dröscher. Er ist Geschäftsführer der Berliner Synchron GmbH – einem der ältesten Synchronunternehmen Deutschlands „mit der Tradition im Rücken und der Zukunft im Visier”. Und die ist digital.

Berliner Synchron
Pionier mit digitaler Vision: Die Berliner Synchron zog an den innovativen Standort. Bild: Berliner Synchron

1949 vom Filmproduzenten Wenzel Lüdecke gegründet, erlangt das Unternehmen rasch eine starke Monopol-Stellung in Deutschland und eine hervorragende Reputation weltweit. Doch ab den 1990er-Jahren werden die Konsequenzen des technischen Fortschritts immer deutlicher: Mit Einzug der Digitaltechnik werden die Arbeitsschritte enorm vereinfacht, die Produktionskosten sinken und die Anzahl der Konkurrenten steigt. Die Berliner Synchron reagiert und stellt ebenfalls auf vollständig digitale Studios um.

Marcus Droescher
Marcus Dröscher Bild: Berliner Synchron

Doch es geht noch mehr: „Um dem Wettbewerbsdruck entgegenzuwirken war eine radikale Veränderung nötig” berichtet Dröscher. So wird das historische Betriebsgrundstück in Lankwitz verkauft, im März 2017 zieht das Unternehmen auf den EUREF-Campus. „Hier profitieren wir von der Nähe zur innovativen Start-up-Szene sowie hoffentlich zukünftig zum Cisco Innovation Center openBerlin. Und unsere Sprecher haben den Vorteil, dass sie nicht mehr quer durch die Stadt pendeln müssen”, so Dröscher.

In guten wie in schlechten Zeiten dabei: die Berliner Sparkasse. „Egal in welcher Lage wir uns gerade befinden, die Berliner Sparkasse ist immer ein verlässlicher Ansprechpartner, mit dem man einfache und schnelle Lösungen finden und umsetzen kann”, beschreibt Dröscher die Zusammenarbeit. Und der nächste Schritt ist bereits in Planung: weitgehend digitalisierte Organisationsabläufe – weg von Hunderten von Ausdrucken, hin zum papierlosen Büro. „Zudem arbeiten wir derzeit an Datenbanklösungen, damit beispielsweise Arbeitsschritte, die derzeit noch linear erfolgen, perspektivisch parallel umgesetzt werden können.”

Auch für Besucher offen

Erfolgreich abgeschlossene Projekte können dann auch gleich auf dem Gelände des EUREF-Campus gefeiert werden. Denn in und um den historischen Gasometer, aus dem bis November 2015 noch Günther Jauchs Polit-Talkshow gesendet wurde, gibt es verschiedene Eventlocations, die Platz für bis zu 600 Personen bieten. Hier finden auch regelmäßig externe Veranstaltungen wie private Feiern, Kongresse oder Ausstellungen statt. Wer gerade keine Feier plant, aber trotzdem einmal die Stadtluft der Zukunft schnuppern möchte, dem bietet das Campusgelände zahlreiche Alternativen. Zum Beispiel eine Gasometerbesteigung auf knapp 80 Metern Höhe – inklusive eines herrlichen Ausblicks auf Berlins nachhaltigstes Stadtquartier.

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Schöneberg gestern und morgen: Im Stadtquartier am S-Bahnhof Schöneberg entstehen Zukunftstechnologien zur Elektromobilität, zur Energieversorgung und zur Gebäudetechnik. Bild: Berliner Synchron

www.euref.de

Infos zur Gasometer-Tour:
www.facebook.com/gasometertour

Fit für die Zukunft!

Der Umwelt zuliebe: Nachhaltigkeitsexpertin Karin Teichmann vom EUREF-Campus erklärt, was beim Städtebau von morgen wichtig wird.

Was macht den EUREF-Campus zu einem „intelligenten Stadtquartier der Zukunft”?
Das nachhaltige Standortentwicklungskonzept, klimaneutrale Energieversorgung, ein intelligentes Energienetz, die Erprobungsplattform für Elektromobilität – das sind nur einige Beispiele für die zukunftsorientierte Ausrichtung des EUREF-Campus. Unsere Schwerpunkte liegen hierbei ganz klar in den Bereichen Energie, Mobilität und Green Building: zukunftsrelevante Themen, die wir innerstädtisch erforschen, erproben und umsetzen.

Karin Teichmann
Bild: Promo

Was bedeutet Nachhaltigkeit in einem städtebaulichen Kontext?
Zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung gehören neben dem Bau neuer Gebäude oder der Gestaltung von Wirtschaftsstandorten auch das konsequente Sparen von Ressourcen und die Entwicklung intelligenter, stadt- und umweltverträglicher Mobilitätsangebote.

Was sind die größten Herausforderungen für urbane Nachhaltigkeit?
Die Energiewende ist in Deutschland machbar – mit Produkten und Lösungen, die teilweise längst am Markt sind. Denken Sie beispielsweise einfach mal an moderne Pumpen oder LED-Lampen: Wir müssen das nur noch viel stärker in unserem Bewusstsein verankern, unsere Verantwortung erkennen und dann auch gemeinsam anpacken! Vielleicht ist das die größte Herausforderung?

Wo liegt Berlin in Sachen Nachhaltigkeit im internationalen Vergleich?
Eine IHK-Studie hat im vergangenen Jahr gezeigt, dass Berlin Hauptstadt der Green Economy ist. Hier arbeiten 6.200 Unternehmen an Themen wie Energieerzeugung, Ressourceneffizienz oder Kreislaufwirtschaft. Mehr als 30 Hochschulen und Institute forschen an energie- und umweltrelevanten Fragen. Der Preis der Vereinten Nationen für „Best Practice of Global Urban Renewal” ging an den EUREF-Campus. Da stehen wir im internationalen Vergleich wohl ganz gut da.

Wie wichtig ist der Austausch mit anderen Zentren, Städten und Projekten?
Die Umsetzung der Klimaziele ist nur machbar, wenn Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit sich fortlaufend zu neuen Ideen austauschen und gemeinsam Maßnahmen formulieren. Und wir möchten unseren Teil dazu beitragen. So begrüßen wir täglich nationale und internationale Gäste aus diesen Bereichen – im Rahmen von geführten Campustouren und zu Kooperationsgesprächen. Mit informativen Veranstaltungen und Projekten rund um Nachhaltigkeitsthemen möchten wir unsere Rolle als Forum und Informationshub auch in Zukunft wahrnehmen.

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Bild: Berliner Sparkasse

Leute von heute, Orte von morgen, Trends von gestern

„Die Zukunft – schon heute?“ ist der Schwerpunkt-Thema unseres aktuellen Print-Magazins. In der Sommerausgabe (Juli 2017) erzählen wir von Dingen, Menschen und Orten, die unter dem Titel »Die Zukunft – schon heute« Berlin als Zukunftsstadt mitgestalten und vorantreiben:

Leute von heute: Vier Berliner, die nicht auf die Zukunft warten wollen: Wie wir mit digitaler Technik besser leben und mit ökologischen Konzepten nachhaltig wirken können.

Trends von gestern: Die Zukunft ist nicht nur digital: Manche Dinge sind so gut, dass sie einfach bleiben, wie sie sind. Wir zeigen analoge Errungenschaften für die Ewigkeit.

Orte von morgen: Wie wir in Zukunft leben, arbeiten, spielen und Krankheiten besiegen: Hier können Berlinerinnen und Berliner visionäre Ideen erleben.

Online-Banking ist keine Zukunftsmusik: Über die Unterstützung der Berliner Sparkasse für digitale Spätstarter.

Die Zukunft in der eigenen Immobilie: Warum sich die Investition in Wohnung oder Haus in Berlin weiterhin lohnt. Und warum die Berliner Sparkasse hier ein hervorragender Partner ist.

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