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Titel Spaethsche Baumschule
xxx Bild: Späth'sche Baumschulen
300 Jahre Späth’sche Baumschulen

Grüner Jubiläumsmarkt

Seit 300 Jahren sind die Späth’schen Baumschulen Pflanzenparadies und Ausflugsziel. Von den Produktionsflächen in Treptow und Königs Wusterhausen kommen die Stauden für unzählige Vorgärten und die Bäume an vielen Straßen der Hauptstadt. Zum Geburtstag findet ein grüner Markt statt.

E

s fühlt sich ein bisschen so an, als habe es sie immer schon gegeben: Die Späth’schen Baumschulen sind Berlins ältestes produzierendes Unternehmen – eine echte Institution eben. Am 11. September 1720 von Christoph Späth gegründet, feiern sie in diesen Tagen ihr 300-jähriges Jubiläum. Am 19. und 20. September 2020 findet ein bunter Jubiläumsmarkt statt.

Spaeth-herrenhaus Erbaut 1874
Bild: Späth'sche Baumschule

300 Jahre: Eine bewegte Geschichte

Buch Späth'sche Baumschule
Von der Gründung bis in die Gegenwart: Anlässlich des Jubiläums präsentiert das Unternehmen das neue Späth-Buch

Lange sind die Späth’schen Baumschulen die weltweit größte ihrer Art – bis weit in den Fernen Osten reicht ihr Ruhm, wie man den Einträgen aus China und Japan im historischen Gästebuch entnehmen kann. Zahlreiche Persönlichkeiten von Rang und Namen, wie Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck, gehören zum Kundenstamm des Unternehmens.

Mit einer großen Züchtungstradition, dem eigenen Arboretum und internationalen Handelsbeziehungen sind die Späth’schen Baumschulen breit aufgestellt und beschäftigen zu ihrer Blütezeit bis zu 2.500 Mitarbeiter.

Baumsendung nach Shanghai, um 1925, Späth'sche Baumschule
Baumsendung nach Shanghai, um 1925, Späth’sche Baumschule. Bild: Späth'sche Baumschule

Mit dem NS-Regime beginnt für die Baumschulen eine dunkle Zeit, die in der Enteignung und Ermordung von Dr. Hellmuth Späth gipfelt, dem Firmeninhaber in sechster Generation.

Stolperstein für Hellmut Spät in der Späthstraße 80-81.
Stolperstein für Hellmut Spät in der Späthstraße 80-81. Bild: Wikimedia – OTFW, Berlin (CC BY-SA 3.0)

Nach dem Zweiten Weltkrieg ist ein Großteil des Geländes verwüstet, die Gebäude beschädigt. 1949 werden die Späth’schen Baumschulen ins Volkseigentum der DDR überführt und schaffen es, sich wieder als erfolgreicher Betrieb zu etablieren. Dann, nach der Wende, die nächste Herausforderung: Die Treuhand will das Unternehmen zerschlagen. Es folgt ein jahrelanger Rechtsstreit, der an die Substanz geht und Investitionen verhindert, bis 1997 die Rückübertragung erreicht ist. In dieser Zeit ist es die Belegschaft, die den Betrieb eigeninitiativ weiterführt, gegen die Zerschlagung kämpft und für den Fortbestand sorgt.

Schritt für Schritt zum Erfolg zurück

Schon damals mit dabei: Holger Zahn. Der Gartenbau-Ingenieur kennt den Betrieb wie kaum ein anderer. 1987 fing er als Angestellter an, seit 2002 ist er Geschäftsführer und seit 2015 Inhaber des Unternehmens. Als Partner immer mit dabei – die Berliner Sparkasse.

 Holger Zahn, Inhaber der Späthschen Baumschulen
Führt Tradition fort: 30 Jahre war Holger Zahn im ältesten noch existierenden Gewerbebetrieb Berlins angestellt. Seit 2015 ist er Inhaber. Bild: Späth'sche Baumschulen

„Ich hatte schon Banken, die haben mich in den Wahnsinn getrieben”, so der Unternehmer. Ganz anders ist die Zusammenarbeit mit der Berliner Sparkasse. „Mein Berater ist sehr engagiert, er hat immer ein offenes Ohr für mich und meine Konzepte”. Und mit immer neuen Geschäfts- und Eventideen sorgt Zahn dafür, dass Kundenstamm und Umsätze gleichermaßen wachsen.

 Späthsche Baumschulen
Stadtgrün von morgen: Nach den traditionsreichen Plantagen im Westen Treptows ist der Ortsteil Baumschulenweg benannt. Auf rund 20 Hektar wird bis heute innerstädtisch produziert. Bild: Späth'sche Baumschulen

Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen, je nach Jahreszeit bis zu 65 Mitarbeiter. Darunter befinden sich auch Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen – denn als anerkannter Integrationsbetrieb stehen die Späth’schen Baumschulen auch für Inklusion und Vielfalt. Diese Vielfalt ist es wohl auch, die das Konzept der Späth’schen Baumschulen so besonders macht, denn sie zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bereiche – egal ob Pflanzenauswahl, das umfangreiche Beratungsangebot oder die bunte Mischung der saisonalen Veranstaltungen wie dem Frühlingsfest, der Späth’schen Weinstraße oder dem traditionellen Weihnachtsmarkt.

Grüner Markt lockt Aussteller und Besucher

Seit März 2020 mussten die Baumschulen ihren Veranstaltungsbetrieb aufgrund der Corona-Krise runterfahren. Mit dem Jubiläumsmarkt am 19. und 20. September soll die Besuchertradition wiederbelebt werden. Besucher können sich auf Inspirationen für Garten, Terrasse und Balkon freuen. Die Ausstellerinnen und Aussteller kommen aus ganz Deutschland sowie aus der Region. Pflanzenliebhaber können bei der Dahlienschau, Kürbisschau oder der Vorstellung von Baumsorten für den Klein- und Hausgarten jeweils 100 verschiedene Sorten betrachten.

Apfelhalle Spät'sche Baumschule
Bild: Daniela Incoronato

Im Vorfeld des Marktes soll eine Späth-Erle im Berliner Tiergarten gepflanzt werden. Sie symbolisiert einen der besonders klimaresistenten und stadtverträglichen Bäume der Zukunft. Die zukünftige Bedeutung des Stadtgrüns im Zusammenspiel mit den daraus resultierenden Anforderungen an die Berliner Politik sind Teil einer Gesprächsrunde am Veranstaltungstag. Ausstellungen und die Schau mit historischen Baumschulengeräten laden auf dem Markt zur Zeitreise durch drei Jahrhunderte ein.

Wer danach eine kleine Stärkung braucht, kostet sich durch die Äpfel im Obstgarten vor der Apfelhalle, Beratung und Verkauf inklusive. Für den kulinarischen Genuss werden auch andere Spezialitäten aus der Region und Winzerweine im Späth’schen Weingarten geboten.

300 Jahre Späth – Grüner Markt zum Jubiläum

AHA: Sicherheit hat Vorrang!

Die Späth’schen Baumschulen veranstalten den Jubiläumsmarkt unter Beachtung aller geltenden Schutzmaßnahmen. Sitzgelegenheiten auf dem Gelände bieten angemessenem Abstand. Bei Betreten von Hofcafé und Hofladen und aller weiteren Räumlichkeiten ist das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes Pflicht.

19. und 20. September 2020, 9 bis 18 Uhr

Eintritt: 8 Euro (ermäßigt: 5 Euro, bis 16 Jahre frei)
Mit dem Eintritt 10 Prozent Rabatt auf alle Pflanzen der Späth’schen Baumschulen.

Späth’sche Baumschulen
Späthstraße 80/81, 12437 Berlin
S Baumschulenweg/Bus 170 und 265; U7 Blaschkoallee/Bus 170 A 113/Ausfahrt „Späthstraße“; Großer Parkplatz am Ligusterwegh4. Ihre Überschrift :

www.spaethsche-baumschulen.de

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