Newsletter abonnieren
Titel Unternehmensnachfolge
Bild: Barbara Dietl
Unternehmensnachfolge

Loslassen und loslegen

Wenn Firmeninhaber sich aus dem aktiven Geschäft zurückziehen möchten, hilft die Berliner Sparkasse bei der Suche nach einem Nachfolger und sorgt mit fachlicher Expertise für einen reibungslosen Übergang.

W

illkommen in unserer Schaltzentrale!“, Elektroinstallations-Meister Tilo Onodi (55) öffnet die Tür zu seinem Büro in Berlin-Marzahn. „Von hier aus koordinieren wir unsere Mitarbeiter und die Einsätze“, erklärt der Inhaber von Fiedler & Co. GmbH Elektroinstallationen.

Im Chefbüro stehen auf einem großen Schreibtisch zwei Computer, die Wände hängen voll mit Fotos, Bauplänen und anderen Dokumenten. Man sieht: hier wird viel gearbeitet. Gegenüber von Tilo Onodi sitzt Herbert Reichelt (65). Die beiden Männer sind ein eingespieltes Team, nicht nur, wenn sie über den Werdegang des Unternehmens sprechen, mit dem sie lange verbunden sind.

„Wir haben uns 2006 beim Segeln kennengelernt“, erzählt Herbert Reichelt, der die Firma vor 21 Jahren mitgegründet hat.

Kurz darauf stieg Onodi bei Fiedler & Co ein. „Ab 2008 war ich im Unternehmen als Geschäftsführer tätig und seit 2016 bin ich der Inhaber“, erzählt der heutige Chef.

Sein Vorgänger Reichelt ergänzt: „Und ich bin stattdessen nun der Geschäftsführer.“

Diese Konstellation ist schon etwas ungewöhnlich, funktioniert bei Fiedler & Co. aber gut.

Oft suchen Unternehmer vergeblich nach einem Nachfolger, wenn sie sich aus dem aktiven Geschäft zurückziehen möchten oder müssen. Nicht wenige verpassen den richtigen Zeitpunkt.

Die Berliner Sparkasse kennt das Problem und unterhält seit vielen Jahren ein spezielles FirmenCenter Gründung und Nachfolge. Ein Expertenteam unterstützt Unternehmen bei ihrer Entwicklung und begleitet auch den Generationenwechsel. „Wenn der Inhaber ein bestimmtes Alter erreicht hat, sprechen wir die Pläne zur Unternehmensnachfolge an“, sagt Andreas Gruner, Kundenbetreuer von Fiedler & Co bei der Berliner Sparkasse.

So auch bei Herbert Reichelt und Tilo Onodi. „Gemeinsam wurde schnell die optimale Lösung für einen fließenden Übergang gefunden“, erinnert sich Tilo Onodi. Mit den günstigen Fördergeldern der KfW, einer Bürgschaft der Bürgschaftsbank Berlin sowie mit jeder Menge Branchen-Know-how half die Berliner Sparkasse dabei, die Übernahme reibungslos voranzubringen.

Handwerksbetriebe suchen händeringend nach Nachwuchs

Die Stromexperten von Fiedler & Co. kümmern sich um sämtliche Elektroinstallationen an großen Bauvorhaben. „Eigenheime und Wohnungen von Privatpersonen gehören nicht zu unserem Tätigkeitsfeld“, beschreibt Tilo Onodi den Firmenschwerpunkt. „Wir haben zum Beispiel am Flughafen Tegel mitgearbeitet.

Die Firma hat zehn Mitarbeiter, die Auftragslage ist gut. Wie bei den meisten Handwerksbetrieben ist die Frage nach dem Nachwuchs im Unternehmen derzeit nicht gerade einfach zu beantworten.

Tilo Onodi
Tilo Onodi. Bild: Barbara Dietl

„Dass wir gut zu tun haben, ist natürlich sehr gut für unser Unternehmen“, sagt Inhaber Onodi. „Doch es ist sehr schwierig, neue Mitarbeiter zu finden. An einen Azubi ist gar nicht zu denken.“ Junge Leute würden heute lieber studieren, immer wenigere interessierten sich für die traditionellen Handwerksberufe. Fachleute, die gut ausgebildet auf der Suche nach einer neuen Stelle sind, können sich ihren zukünftigen Arbeitsplatz meist aussuchen. „Wir hatten vor drei Jahren unseren letzten Praktikanten“, erinnert sich Tilo Onodi.

Zumindest bei der Suche nach einem Unternehmensnachfolger konnte Herbert Reichelt sich auf seinen langjährigen Geschäftsführer verlassen. Die Berliner Sparkasse bietet aber auch hier Unterstützung an.

„Wir arbeiten mit der bundesweiten Unternehmensbörse Nexxt-Change.org zusammen. Hier können sich Unternehmer, die ihre Firma abgeben wollen und solche, die eine Firma suchen, vernetzen. Als Regionalpartner beraten wir gern und suchen gemeinsam nach der optimalen Lösung für die Unternehmensnachfolge.“ Andreas Gruner, FirmenCenter Gründung und Nachfolge

Auf die Frage, wann Ex-Inhaber und Geschäftsführer Reichelt nun in Rente gehe, lacht der 65-Jährige.

„Na, so ein paar Jahre will ich schon noch machen.“

KompetenzCenter Gründung und Nachfolge der Berliner Sparkasse

Tel.: 030/869 855 50
www.berliner-sparkasse.de/nachfolge

Diese Themen könnten Sie auch interessieren