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Bild: jens bonnke
Redewendungen erklärt

„Für einen Apfel und ein Ei”

Geld regiert die Welt, sagt man. Und es prägt die Sprache. Wir hinterfragen Redewendungen. Diesmal was man für einen Apfel und ein Ei bekommt.

Wer es schafft, sich einen Computer oder eine solide Wetterjacke „für einen Apfel und ein Ei” (mancherorts auch „für ein Ei und ein Butterbrot”) zu kaufen, der muss nicht tief in die Tasche greifen. Sowohl die Redensart mit dem Apfel als auch ihre fettige Variante waren schon im 18. Jahrhundert allgemein bekannt, sie dürften aber in manchen Mundarten deutlich älter sein. Äpfel und Eier (für Butterbrote gilt das weniger) sind seit Jahrhunderten derart hundsgewöhnlich, dass „man davon verschenken kann, ohne selbst ärmer zu werden”, schrieb der Volkskundler Lutz Röhrich in seinem Redensarten-Lexikon.

Heute gilt das zumindest für Käfigeier, die schon für zehn Cent zu haben sind, während Bio-Eier meist zwischen 35 und 42 Cent kosten. Äpfel enden hierzulande an Wegrändern oft achtlos als Fallobst, weil kaum noch einer sich die Mühe macht, sie aufzuheben. China produziert sie längst sehr billig – und verhilft der Redensart zu neuer Aktualität.

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