Titel Kartenverlust
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Kreditkarte verloren

Karte weg – und nun?

Ein Moment der Unachtsamkeit – schon ist es passiert: Die Kreditkarte fehlt im Portmonee, und sofort stehen die Schweißperlen auf der Stirn. Was ist zu tun?

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b im Shoppingcenter im Ausland, im Biergarten um die Ecke oder einfach unterwegs: Überall kann die Kreditkarte verloren gehen, und daher sollten Kartenbesitzer auch stets eine Notfallnummer für das Sperren von Karten im Handy gespeichert oder auf einem Zettel dabei haben.

24-Stunden-Notruf-Service

Callcenter
Rund um die Uhr für Karten-Sperrungen erreichbar: das KontaktCenter der Berliner Sparkasse unter Tel.: 030 – 245 524 00. Bild: colourbox.com

Die Berliner Sparkasse bietet unter der Nummer 030 – 245 524 00 den Service einer eigenen 24-Stunden-Hotline. Betreut wird sie von 61 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im KontaktCenter im Wedding. Oft müssen Anrufer erst einmal beruhigt werden. Kunden, die gerade im Ausland Urlaub machen, seien in der Regel besonders aufgeregt. Im KontaktCenter wird der Sperrauftrag angenommen und anschließend ins System übertragen. Ab diesem Zeitpunkt muss der Kunde nicht mehr haften, wenn ein möglicher Dieb mit der Karte Einkäufe tätigt. Daher ist das oberste Gebot, wenn man den Verlust feststellt, sofort die Bank anzurufen und die Karte sperren zu lassen.

Ihre Kartensperren tauschen die Banken rund um den Globus über sogenannte “Kopfstellen” aus. Diese garantieren, dass eine in Berlin gesperrte Karte auch von einem Geldautomaten in New York nicht akzeptiert wird. Beim Einstecken der Karte prüft das Gerät automatisch jede Karte, ob diese ausreichend gedeckt, noch gültig oder gesperrt ist.

Karten-Sperrung

Rund 125 Millionen Zahlungskarten sind bundesweit im Umlauf; davon sind 25 Prozent Kreditkarten:

Diebe gingen mit Karte munter auf Einkaufstour

Visacard Gold
Mehr als eine Million Karten werden pro Jahr verloren oder gestohlen gemeldet. Bild: Berliner Sparkasse

Anders sieht dies im Handel aus, da sich viele Geschäfte noch mit dem vergleichsweise günstigen “Elektronischen Lastschriftverfahren” begnügen. Im Gegensatz zum electronic-cash-Verfahren (der Kunde tippt seine Geheimzahl in ein Lese-Gerät), reicht hier lediglich eine Unterschrift, weshalb der Händler nicht merkt, ob eine Karte gesperrt ist oder nicht. Laut Bundeskriminalamt wurden im Jahr 2016 140.907 Karten in Deutschland gestohlen. In jedem sechsten Fall gingen die Diebe danach mit dem Lastschriftverfahren ohne PIN auf Einkaufstour.

Daher ist es wichtig, die nächsten Tage nach der Sperre unbedingt die Kontoauszüge zu kontrollieren. Wenn ein widerrechtlicher Umsatz da ist, sollte sich der Kunde sofort in seinem PrivatkundenCenter melden und parallel zur Sperrung auch eine Anzeige bei der Polizei erstatten.

Die Zahl der Kartensperren steigt

Bei der Berliner Sparkasse versuchen die Mitarbeiter im KontaktCenter gleich nach Annahme des Sperrauftrages gemeinsam mit dem Anrufer aus dem Ausland eine Lösung zu finden, wie dieser in seinem Urlaub auch weiterhin zahlen kann. Haben andere Mitreisende eine Karte dabei? Gibt es eine zweite Karte, zum Beispiel eine Kreditkarte (Mehrere Karten sollten stets getrennt voneinander aufbewahrt werden)? Ist der Kunde in der Nähe einer Bank, zu der schnell eine Bargeldzahlung transferiert werden könnte?

Rund einhundert Anrufe wegen eines Kartenverlustes werden im KontaktCenter der Berliner Sparkasse zu Spitzenzeiten täglich bearbeitet, hinzu kommen allgemeine Fragen rund um SparkassenCard und Kreditkarten. Die Zahl der Sperrungen steigt von Jahr zu Jahr. Kein Wunder: Immer mehr Bezahlungen laufen bargeldlos, inzwischen wird bei rund 40 Prozent aller Bezahlvorgänge die Karte gezückt. Das Bundeskriminalamt meldet einen Bestand von 125 Millionen Bezahlkarten in Deutschland – entsprechend viele können verloren gehen.

Da die Berliner Sparkasse einen eigenen 24-Stunden-Notruf-Service hat, sollten Kunden diesem bei Kartenverlust Priorität einräumen. Nicht jeder Fall ist dramatisch, mancher Anruf löst ein unfreiwilliges Schmunzeln aus. Zum Beispiel der eines Anrufers, der beschämt gestand, seine Karte im Bademantel in einem Hotelzimmer zurückgelassen zu haben. Auf die Frage: “Warum er nicht einfach zurückgehe und sie sich hole”, antwortete der Mann verlegen, dass dies nicht gehen würde. Das Hotelzimmer sei gar nichts seines – und auch nicht die Frau, die das Zimmer gemietet hatte.

Die meisten haben ihre Karte schlichtweg verloren

Wie viele Karten insgesamt in Deutschland gesperrt werden, lässt sich hingegen nur schätzen, da eine zentrale Erfassungsstelle fehlt. Bei dem Unternehmen “CardProcess”, das unter anderem den zentralen, Banken übergreifenden Sperrnotruf 116 116 verantwortet, wurden im vergangenen Jahr 1,15 Millionen Sperraufträge entgegengenommen. Die meisten Anrufer sind allerdings nicht beraubt worden, sondern haben ihre Karte schlichtweg verloren oder vergessen.

Wenn die Geldbörse auf Reisen über Bord geht

Schmunzeln lässt auch der Fall eines älteren Herren, der von einem Kreuzfahrtschiff im KontaktCenter der Berliner Sparkasse anrief, weil er glaubte, seine Geldbörse sei über Bord gegangen. Was er denn nun machen solle, falls die Geldbörse an Land geschwemmt wird und jemand die Karten darin findet, fragte der aufgeregte Mann. Eine Mitarbeiterin beruhigte: “Die Karten sind dann sicherlich nicht mehr lesbar.” Kurze Zeit später rief er erneut an: Falscher Alarm. Die Geldbörse war mitsamt der Karten wieder aufgetaucht.

Clever reisen und shoppen

Rückvergütungen auf Reisebuchungen, kostenfreie Geldautomatennutzung und Versicherungsschutz: Infos zu den Kreditkarten der Berliner Sparkasse finden Sie unter www.berliner-sparkasse.de/karten.

Bank haftet nicht bei grober Fahrlässigkeit

Mit der Kartensperre können Kunden auch gleich eine neue Karte beantragen. SparkassenCards werden nach zehn bis vierzehn Tagen zugeschickt. Bei Kreditkarten läuft der Austausch im Falle einer Sperrung automatisch. Wenn der Kunde einverstanden ist, wird die neue gleich versandt. Zudem gibt es die Möglichkeit, sich eine Notfallkarte ins Ausland schicken zu lassen. Das dauert in der Regel nur 48 Stunden, da die Kartenproduzenten weltweit mehrere Standorte haben. Meldet beispielsweise ein Kunde den Verlust seiner Visa Card aus den USA, kommt die Ersatzkarte aus Baltimore.

Auf keinen Fall sollten Kunden auf ihrer Karte die Geheimzahl notieren. Die Erfahrungen im KontaktCenter der Berliner Sparkasse zeigen, dass dies leider immer noch sehr häufig vorkommt. Auch würden immer noch zu viele ihre PIN mitsamt der Karte an andere Personen weitergeben. Dann räumt schon mal der Sohnemann das Konto ab, ohne dass die Mutter davon weiß. So geschehen bei einer 40-Jährigen, die kürzlich anrief, weil der Dauerauftrag für die Miete plötzlich geplatzt war. In solchen Fällen begeht der Kartenbesitzer “grobe Fahrlässigkeit”, weshalb die Bank im Schadensfall nicht haftet.

Grobe Fahrlässigkeit

Grob fahrlässig handeln Sie, wenn:

• Sie die PIN auf der Karte vermerken oder zusammen mit der Karte am gleichen Ort, wie zum Beispiel im Geldbeutel, aufbewahren.
• Sie den Geldbeutel unbeaufsichtigt liegen lassen , etwa im Auto oder am Arbeitsplatz.
• Sie das Abhandenkommen der Karte nicht sofort melden , und zwar bei der Bank oder der zentralen Sperrannahme.

Damit sich Kunden nicht in die Karten schauen lassen, sollten sie auch keinesfalls Bankdaten im Handy speichern. Ist die Kontonummer nicht parat, kann die Karte auch durch die Angabe von persönlichen Daten, beispielsweise des Namens oder des Geburtsdatums, gesperrt werden.

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