Bankenpräventionstag
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Bankenpräventionstag

Vor Diebstahl und Betrug schützen

Mit einem Banken-Präventionstag will die Polizei Berlin Kunden der Berliner Sparkasse für das Thema Diebstahl und Betrug sensibilisieren. Denn die Zahl der Taschen- und Trickdiebstähle steigt. Nicht nur Touristen und Senioren werden zur Zielscheibe der Täter.

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ie dunkle Jahreszeit bietet Kriminellen für Diebstähle reichliche Gelegenheiten. „Denn im Schutz der Dunkelheit haben Täter leichteres Spiel“, warnt Anja Simon, Mitarbeiterin der Zentralstelle für Prävention bei der Polizei Berlin. Zudem beginnt Ende November, Anfang Dezember das Weihnachtsgeschäft. Dann heben die Menschen mehr Bargeld ab, in der Stadt wird es voller und das Gedrängel in den Kaufhäusern oder auf öffentlichen Plätzen größer. „Entsprechend nehmen auch die Tatgelegenheiten für Taschendiebe zu.“ Seit mehr als zehn Jahren bietet daher das Landeskriminalamt Berlin zu dieser Zeit den Präventionstag an.

An diesem will die Polizei Berlin die Bevölkerung aufklären und Verhaltenstipps an die Hand geben, wie sie sich besser schützen können. „Schon mit einfachen Verhaltenstipps kann sich jeder vor großem Ärger schützen“, sagt Anja Simon. Wem schon mal das Portemonnaie geklaut worden ist, der wird hier sicherlich gerade kräftig nicken. Damen sollten zum Beispiel ihre Handtasche im Café gut sichtbar und immer im Blick haben, Männer ihr Portemonnaie in die vordere Hosentaschen statt Gesäßtasche stecken.

Mit Bankkunden direkt ins Gespräch kommen

Am Donnerstag, den 30. November 2017, stehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizei Berlin wieder an ausgewählten Standorten der Berliner Sparkasse (siehe Infokasten) und informieren wie Bürgerinnen und Bürger achtsamer werden können. „Neben der Ausgabe von Informationsmaterial möchten wir mit den Bankkunden ins Gespräch kommen. Hiervon versprechen wir uns mehr Nachhaltigkeit bei unseren Präventionsbemühungen“, sagt Anja Simon. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berliner Sparkasse selbst wolle man für das Thema Diebstähle und Betrug sensibilisieren. Schließlich könne diese durch gesundes Misstrauen Kunden vor großem Schaden bewahren.

Theater für Senioren als Präventionsmaßnahme

Der Präventionstag in Banken ist daher nur eine Maßnahme von vielen. Beamte der Polizei Berlin spielen sogar Theater. So stehen sie zum Beispiel im Seniorentheater auf der Bühne, um älteren Menschen die Tricks der Betrüger beim sogenannten „Enkeltrick“ vorzuführen, der die Polizei Berlin immer wieder beschäftigt.

Präventionstag der Polizei 30. November 2017

An diesen Standorten der Berliner Sparkasse beraten Mitarbeiter der Polizei Berlin die Bürger, wie sie sich vor Diebstahl und Betrug schützen können:

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Seniorenwoche rund um den Bankentag

Informationen auf der Website der Polizei Berlin.

Enkeltrick und Schockanruf

Zwar ist auch im Jahr 2016 ein Rückgang der „Enkeltrick“-Taten feststellbar, dafür seien aber die durchschnittlichen Schadensummen erheblich angestiegen – auf mittlerweile über 22.000 Euro. Insgesamt 1,8 Millionen Euro zogen die Betrüger, die in professionellen, gut organisierten Teams agieren, ahnungslosen Senioreninnen und Senioren aus der Tasche oder vom Konto.

Beim Enkeltrick rufen die Täterinnen und Täter ältere Menschen an und geben sich als Verwandte – meist eben als Enkel – in einer finanziellen Notlage aus, die gerade ein Auto oder eine Wohnung günstig kaufen wollen. Bei der Bitte, kurzfristig mit Bargeld auszuhelfen, geht es um mehrere tausend Euro. Der angebliche Verwandte ist bei einer Zusage stets verhindert, das Geld selbst abzuholen: Der Täter, ein Komplize oder eine Komplizin tritt dann als entsandte Vertrauensperson auf, die das Geld entgegennimmt.

Eine besonders perfide Art des Enkeltricks ist der sogenannte „Schockanruf-Trick“, bei der der Anrufer von einem Unfall erzählt, der von einem Verwandten des Opfers verschuldet worden sei. Gegen die Zahlung eines hohen Geldbetrages, der von „vertrauenswürdigen Mitarbeitern“ sofort abgeholt werde, könne von einer Sanktionierung des Verwandten abgesehen werden.

Anja Simon empfiehlt: „Sollten Sie unsicher bzw. misstrauisch sein bei Anrufen angeblicher Verwandter in finanzieller Notlage, rufen Sie die übliche Telefonnummer des Verwandten zurück und prüfen Sie den Sachverhalt. Sollte sich der Sachverhalt als falsch erweisen, informieren Sie sofort die Polizei. Wichtig ist: Händigen Sie vermeintlichen Vertrauenspersonen vorgegebener Verwandter niemals Bargeld aus. Sollten Sie dennoch Geschädigter eines Enkeltricks geworden sein, sollten Sie sich nicht davor scheuen, Anzeige zu erstatten. Eine weitere wirksame Maßnahme zur Verhinderung solcher Anbahnungen über das Telefon ist die Löschung Ihres Telefonbucheintrags. Menschen, die Sie persönlich kennen, kennen Ihre Nummer oder können sie direkt von Ihnen erhalten.“

Enkeltrick: Sieben Tipps der Polizei

In unserem Artikel „Vorsicht vor dem falschen Enkel” geben wir sieben Tipps, wie Sie sich vor dem Enkeltrick schützen können. Außerdem: Warum nicht nur einfach gestrickte Menschen zum Opfer werden und wie ein aufmerksamer Mitarbeiter der Berliner Sparkasse ein Kundin vor einem Betrüger rettete – und wie der Betrüger letztlich festgenommen werden konnte.

Artikel: „Vorsicht vor dem falschen Enkel

Ausgetrickst und abgezockt

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Mit dem Bankenpräventionstag rückt die Polizei Berlin das Thema Diebstahl und Betrug in den Fokus von Kundinnen und Kunden. Bild: shutterstock

Auch so genannte „Trickdiebstähle in Wohnungen“ haben laut der Polizeilichen Kriminalstatistik 2016 in Berlin zugenommen. Schauspielerisch begabte Tricktäter (sowohl Männer als auch Frauen!) benutzen ständig neue Varianten, um sich Zugang zu fremden Wohnungen zu verschaffen und die Inhaber zu bestehlen.

„Eine häufige Methode sind vorgetäuschte Notlagen, bei denen der sogenannte Zetteltrick angewendet wird. Hierbei werden Sie um eine Schreibgelegenheit in der Wohnung gebeten, um einem nicht angetroffenen Nachbarn eine vermeintliche Nachricht zu schreiben. Unter Ablenkung betritt dann ein zweiter Täter unbemerkt die Wohnung und stiehlt Wertgegenstände“ berichtet Anja Simon. Mit einem ähnlichen Ablenkungsmanöver täuschen – meist Frauen – Übelkeit, Schwangerschaft oder eine Arzneimitteleinnahme vor, fragen nach einem Glas Wasser und entwenden sodann Wertgegenstände aus der Wohnung.

Am wirkungsvollsten können Sie sich schützen, wenn Sie bei solchen angeblichen Notlagen anbieten, selbst nach Hilfe zu telefonieren oder das Gewünschte (Schreibzeug, Glas Wasser) hinaus reichen und dabei die Tür gesperrt lassen.

Betrüger treten sogar als falsche Polizisten oder Handwerker auf. Lassen Sie sich von Uniformen oder Ausweisen nicht einschüchtern. Im Zweifel: Rufen Sie bei der Polizei oder Hausverwaltung an und fragen, ob sie jemanden geschickt haben. Ein echter Polizist wird für so etwas Verständnis und Geduld haben.

Tipps gegen Tricks

Enkeltrick: Die Täter suchen gezielt Opfer mit älter klingenden Namen über Telefonbücher aus. Deshalb rät die Polizei dazu, sich nicht mit vollem Namen ins Telefonbuch eintragen zu lassen.

Nachläufertat : Der Täter beobachtet das Opfer beim Geldabheben, folgt ihm dann und schlägt in einem günstigen Augenblick zu. Wer die Bank verlässt, sollte nie öffentlich Geld nachzählen. Nutzen Sie wenn möglich die Gelegenheit zum bargeldlosen Zahlen, erzählen Sie keinem Fremden, wie viel Geld Sie gerade abgehoben haben, und nehmen Sie, wenn Sie größere Beträge abheben wollen, lieber eine Begleitung mit.

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Hohe Zahl an Taschendiebstählen

„Immer wieder gelingt es dreisten Taschendieben, Touristen aber auch Berlinerinnen und Berlinern mit flinken Fingern und einer raffinierten Arbeitsweise Bargeld, Handys, Schmuck und Scheckkarten aus Geldbörsen, Bekleidung und Taschen zu entwenden“, berichtet Anja Simon. Überall, wo viele Menschen zusammen kommen, wo Gedränge entsteht, sind auch Taschendiebe nicht weit. So können Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Einkaufsbummel und Besuche von Veranstaltungen unerfreulich enden. „Langfinger“ nutzen Maschen wie Anrempeln, Beschmutzen sowie Ablenkmanöver. So kam es im Jahr 2016 zu 44.722 erfassten Taschendiebstahl-Taten.

Neben der strikten Verfolgung von Taschendieben setzt die Polizei Berlin stark auf vorbeugende Maßnahmen, um Taschendiebstähle zu verhindern: „Wer aufmerksam für die Thematik sei und mit seinen Wertgegenständen sorgsam umgehe, nimmt den Tätern die Chance zuzugreifen.“ Erfreulicher Weise konnte die Polizei Berlin in den letzten Monaten einen Rückgang der angezeigten Taschendiebstahlsdelikte verzeichnen.

Taschendiebstahl: Augen auf, Tasche zu!

Tipps der Polizei Berlin:

  • Nehmen Sie nur das Notwendigste an Bargeld und Wertsachen mit.
  • Tragen Sie Wertsachen möglichst eng am Körper. Gut geeignet sind Jackeninnentaschen bzw. Brustbeutel und Bauchtaschen.
  • Die stets geschlossene Hand- bzw. Umhängetaschen mit der Verschlussseite/Zipper zum Körper hin tragen und nie unbeaufsichtigt lassen.
  • Im Gedränge den Rucksäcke immer vorn tragen.

Anstieg beim Kartenbetrug

Neben Bargeld werden oft auch Bankkarten entwendet, was nicht selten Folgetaten wie betrügerische Einkäufe mittels Lastschriftverfahren oder Bargeld-Abhebungen an Geldautomaten nach sich zieht. Beim Betrug mittels „rechtswidrig erlangter unbarer Zahlungsmittel” wurden im vergangenen Jahr 14.268 Fälle registriert (Vorjahr:13.413). Den Anstieg erklärt Anja Simon mit der weiten Verbreitung und Nutzung von Zahlungskarten sowie deren möglichen Verlust durch andere Straftaten (zum Beispiel Taschendiebstahl) und der anschließenden betrügerischen Nutzung im Lastschriftverfahren.

Hinweise zum Kartenbetrug

Melden Sie den Verlust oder Diebstahl der Kredit- oder EC-Karte unbedingt bei der Polizei und Ihrer Bank oder Sparkasse. Über KUNO, ein System der Polizei, können Sie Ihre EC Karte fürs Lastschriftverfahren sperren lassen – so ist das Bezahlen mit Unterschrift nicht mehr möglich. PINS oder Kartennummern immer separat, außerhalb der Geldbörse, aufbewahren.

KUNO Karten-Sperrdienst: www.kuno-sperrdienst.de

Berliner Sparkasse: Ein Anruf genügt
Sperrung der Sparkassen­-Card: 869 869 05
Sperrung der Kredit­karte: 245 524 00
Sperrung Online-Banking: 869 869 57
Zentraler Sperr-Notruf aller Kreditinstitute: 116 116

Die Polizei Berlin rät: Seien Sie an Automaten bei der Eingabe Ihrer PIN stets achtsam. Sonst könnten Täter sensible Daten ausspähen – und dann direkt im Anschluss die Karte entwenden, um abzukassieren. Wie Sie sich vor der neuen Betrugsmasche schützen, und was Sie im Fall der Fälle vor dem größten Ärger bewahrt, lesen Sie in unserem Artikel: Kartenbetrug: Ausgespäht und abgezogen

Und noch ein Tipp: Wer die Bank verlässt, sollte nie öffentlich Geld nachzählen. Erzählen Sie keinem Fremden wie viel Geld Sie gerade abgehoben haben und nehmen Sie bei größeren Geldbeträgen lieber eine Begleitung mit.

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