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Bankenpräventionstag
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Bankenpräventionstag

Vor Diebstahl und Betrug schützen

Mit einem Banken-Präventionstag will die Polizei Berlin Kunden der Berliner Sparkasse für das Thema Diebstahl und Betrug sensibilisieren. Denn die Zahl der Taschen- und Trickdiebstähle ist leider immer noch sehr hoch. Nicht nur Touristen und Senioren werden zur Zielscheibe der Täter.

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ie dunkle Jahreszeit bietet Kriminellen für Diebstähle reichliche Gelegenheiten. „Im Schutz der Dunkelheit haben Täter leichteres Spiel“, warnt Michael Kühl, Mitarbeiter der Zentralstelle für Prävention bei der Polizei Berlin. Zudem beginnt Ende November, Anfang Dezember das Weihnachtsgeschäft. Dann heben die Menschen mehr Bargeld ab, in der Stadt wird es voller und das Gedrängel in den Kaufhäusern oder auf öffentlichen Plätzen größer. „Entsprechend nehmen auch die Tatgelegenheiten für Taschendiebe zu.“ Seit mehr als zehn Jahren bietet daher das Landeskriminalamt Berlin zu dieser Zeit den Präventionstag an.

Am Donnerstag, 28. November 2019, will die Polizei Berlin die Bevölkerung aufklären und Verhaltenstipps an die Hand geben, wie sie sich besser schützen können. „Schon mit einfachen Verhaltenstipps kann sich jeder vor großem Ärger schützen“, sagt Michael Kühl. Wem schon mal das Portemonnaie geklaut worden ist, der wird hier sicherlich gerade kräftig nicken. Damen sollten zum Beispiel ihre Handtasche im Café gut sichtbar und immer im Blick haben, Herren ihr Portemonnaie in die Jackeninnentasche statt in die Gesäßtasche der Hose stecken.

Mit Bankkunden direkt ins Gespräch kommen

Am Donnerstag, den 28. November 2019 stehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizei Berlin wieder an ausgewählten Standorten der Berliner Sparkasse (siehe Infokasten) und informieren, wie Bürgerinnen und Bürger achtsamer werden können. „Neben der Ausgabe von Informationsmaterial möchten wir mit den Bankkunden ins Gespräch kommen. Hiervon versprechen wir uns mehr Nachhaltigkeit bei unseren Präventionsbemühungen“, sagt Michael Kühl. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berliner Sparkasse selbst wolle man für die Themen Diebstähle und Betrug sensibilisieren. Schließlich können diese durch gesundes Misstrauen Kunden vor großem Schaden bewahren.

Theater für Senioren als Präventionsmaßnahme

Der Präventionstag in Banken ist daher nur eine Maßnahme von vielen. Beamte der Polizei Berlin spielen sogar Präsentionstheater für Senioren, um älteren Menschen die Tricks der Betrüger beim so genannten „Enkeltrick“ vorzuführen, der die Polizei Berlin immer wieder beschäftigt. Der Besuch dieser Vorstellungen ist kostenfrei. Informationen auf der Internetseite der Polizei Berlin oder unter der Telefonnummer des LKA Berlin, Ansprechpersonen zur Seniorensicherheit 030/ 4664979222

https://www.berlin.de/polizei/aufgaben/praevention/senioren/

Standorte Zum Bankenpräventionstag der Polizei Berlin am 28. November 2019

Charlottenburg:
Theodor-Heuss-Platz 8, 11 bis 13 Uhr
Hellersdorf:
Hellersdorfer Str. 77-83 (EKZ Spree-Center), 10 bis 14 Uhr
Hohenschönhausen:
Prerower Platz 1 (EKZ Lindencenter), 10 bis 12 Uhr
Köpenick:
Bruno-Taut-Str. 1, 10 bis 14 Uhr
Bölschestr. 128, 15 bis 17 Uhr
Kreuzberg:
Gneisenaustr. 5, 09:30 bis 13 Uhr
Lichtenberg:
Frankfurter Allee 111 (EKZ RingCenter), 10 bis 14 Uhr
Landsberger Allee 277 (EKZ Allee-Center), 10 bis 13 Uhr
Heinrich-Dathe-Platz, 9 bis 12 Uhr
Marzahn:
Helene-Weigel-Platz 1/2, 10 bis 13 Uhr
Mitte:
Alexanderplatz 2, 10 bis 12 Uhr
Neukölln:
Karl-Marx-Str. 91, 11 bis 13 Uhr
Prenzlauer Berg:
Schönhauser Allee 145, 13 bis 15 Uhr
Schöneberg:
Hauptstr. 135, 10 bis 12 Uhr
Spandau:
Obstallee 28, 10:30 bis 13:30 Uhr
Steglitz:
Oberhofer Weg 8, 10 bis 14 Uhr
Treptow:
Schnellerstr. 128, 10 bis 16 Uhr
Sterndamm 79, 13 bis 16 Uhr
Dörpfeldstr. 40-42, 10 bis 13 Uhr
Wedding:
Badstraße 4, 10 bis 12 Uhr
Weißensee:
Berliner Allee 27, 10 bis 13 Uhr
Wilmersdorf:
Berliner Str. 40, 11 bis 12:30 Uhr
Wilmersdorfer Str. 57, 10 bis 12 Uhr

Enkeltrick und Schockanruf

Gemäß der Geschäftsstatistik des zuständigen Fachkommissariats im LKA wurden im Jahr 2018 insgesamt 994 Enkeltrick Taten festgestellt (Vorjahr: 866 Taten). Darunter befanden sich 117 vollendete Taten (Vorjahr: 78). Insgesamt entstand hier eine Schadenssumme von 2,1 Mio. Euro. Die mittlere Schadenshöhe pro Tat lag bei 19.000 Euro.

Beim Enkeltrick rufen die Täterinnen und Täter ältere Menschen an und lassen sich am Telefon erraten, frei nach dem Motto „Rate mal, wer hier ist“. Je nach Antwort schlüpft der Anrufer in die entsprechende Rolle. Daher ist die Bezeichnung Enkeltrick eigentlich gar nicht richtig. Tatsächlich ist es in den seltensten Fällen der Enkel, der erraten wird, sondern viel häufiger der Nachbar, eine Freundin oder andere Bekannte.

Die Anrufer geben an, in einer in einer finanziellen Notlage zu sein oder gerade ein Auto oder eine Wohnung günstig kaufen zu wollen. Bei der Bitte, kurzfristig mit Bargeld auszuhelfen, geht es um mehrere tausend Euro, nicht selten sogar auch um fünf- bis sechsstellige Beträge. Der angebliche Verwandte oder Freund ist bei einer Zusage stets verhindert, um das Geld selbst abzuholen: Der Täter, ein Komplize oder eine Komplizin tritt dann als entsandte Vertrauensperson auf, die das Geld entgegennimmt.

Eine besonders perfide Art des Enkeltricks ist der so genannte „Schockanruf-Trick“, bei der der Anrufer von einem Unfall erzählt, der von einem Verwandten des Opfers verschuldet worden sei. Gegen die Zahlung eines hohen Geldbetrages, der von „vertrauenswürdigen Mitarbeitern“ sofort abgeholt werde, könne von einer Sanktionierung des Verwandten abgesehen werden.

Michael Kühl empfiehlt: „Sollten Sie unsicher bzw. misstrauisch sein bei Anrufen angeblicher Verwandter in finanzieller Notlage, rufen Sie die übliche Telefonnummer des Verwandten zurück und prüfen Sie den Sachverhalt. Sollte sich der Sachverhalt als falsch erweisen, informieren Sie sofort die Polizei. Wichtig ist: Händigen Sie vermeintlichen Vertrauenspersonen, vorgegebenen „Verwandten“ niemals Bargeld aus. Sollten Sie dennoch Geschädigter eines Enkeltricks geworden sein, sollten Sie sich nicht davor scheuen, Anzeige zu erstatten. Eine weitere wirksame Maßnahme zur Verhinderung solcher Anbahnungen über das Telefon ist die Löschung Ihres Telefonbucheintrags. Menschen, die Sie persönlich kennen, kennen Ihre Nummer oder können sie direkt von Ihnen erhalten.“

Enkeltrick: Sieben Tipps der Polizei

In unserem Artikel Vorsicht vor dem falschen Enkel geben wir sieben Tipps, wie Sie sich vor dem Enkeltrick schützen können. Außerdem: Warum nicht nur einfach gestrickte Menschen zum Opfer werden und wie ein aufmerksamer Mitarbeiter der Berliner Sparkasse ein Kundin vor einem Betrüger rettete – und wie der Betrüger letztlich festgenommen werden konnte.

Ausgetrickst und abgezockt

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Mit dem Bankenpräventionstag rückt die Polizei Berlin das Thema Diebstahl und Betrug in den Fokus von Kundinnen und Kunden. Bild: shutterstock

Die so genannten „Trickdiebstähle in Wohnungen“ haben laut der Polizeilichen Kriminalstatistik 2018 in Berlin um 13 Prozent abgenommen. Diese Begehungsart stellt mit 1.119 Fällen bzw. 65 Prozent den größten Anteil an allen erfassten Trickdiebstählen dar (Vorjahr 1.284 Fälle). Der Gesamtschaden (Wert der erlangten Beute) aller vollendeten Trickdiebstähle 2018 betrug 5,9 Millionen Euro (Vorjahr: 6,3 Mio.). Der durchschnittliche Schaden pro vollendeten Fall stieg gegenüber dem Vorjahr von 4.079 Euro auf 4.221 Euro.

Schauspielerisch begabte Tricktäter (sowohl Männer als auch Frauen!) benutzen ständig neue Varianten, um sich Zugang zu fremden Wohnungen zu verschaffen und die Inhaber zu bestehlen.

„Eine häufige Methode sind vorgetäuschte Notlagen, bei denen der so genannte Zetteltrick angewendet wird. Hierbei werden Sie um eine Schreibgelegenheit in der Wohnung gebeten, um einem nicht angetroffenen Nachbarn eine vermeintliche Nachricht zu schreiben. Unter Ablenkung betritt dann ein zweiter Täter unbemerkt die Wohnung und stiehlt Wertgegenstände“ berichtet Michael Kühl. Mit einem ähnlichen Ablenkungsmanöver täuschen – meist Frauen – Übelkeit, Schwangerschaft oder eine Arzneimitteleinnahme vor, fragen nach einem Glas Wasser und entwenden sodann Wertgegenstände aus der Wohnung.

Am wirkungsvollsten können Sie sich schützen, wenn Sie bei solchen angeblichen Notlagen anbieten, selbst nach Hilfe zu telefonieren oder das Gewünschte (Schreibzeug, Glas Wasser) hinaus reichen und dabei die Tür gesperrt lassen.

Tipps gegen Tricks

Enkeltrick: Die Täter suchen gezielt Opfer mit älter klingenden Namen über Telefonbücher aus. Deshalb rät die Polizei dazu, sich nicht mit vollem Namen ins Telefonbuch eintragen zu lassen.

Nachläufertat : Der Täter beobachtet das Opfer beim Geldabheben, folgt ihm dann und schlägt in einem günstigen Augenblick zu. Wer die Bank verlässt, sollte nie öffentlich Geld nachzählen. Nutzen Sie wenn möglich die Gelegenheit zum bargeldlosen Zahlen, erzählen Sie keinem Fremden, wie viel Geld Sie gerade abgehoben haben, und nehmen Sie, wenn Sie größere Beträge abheben wollen, lieber eine Begleitung mit.

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Falsche Polizisten

Die Geschädigten werden von einem oder zwei Tätern aufgesucht, die sich als Kriminalbeamte vorstellen und mitteilen, dass ein Einbruch stattgefunden habe. Die falschen Beamten lassen sich Wertgegenstände zeigen und entwenden diese bei passender Gelegenheit.

Der sogenannte „Enkeltrick“ sowie der „Anruf von falschen Polizeibeamten“ werden dem Betrugsbereich zugerechnet. Beide Phänomene werden aus dem Ausland angebahnt (Polen bzw. Türkei). Bei „Call-ID-Spoofing-Taten“ geben sich die Tatverdächtigen telefonisch als „Polizeibeamte“ aus und untermauern ihre Legende, in dem sie unter Verwendung technischer Hilfsmittel ihre Rufnummer verschleiern und stattdessen eine polizeiliche Rufnummer bei den Geschädigten anzeigen lassen. Die überwiegend älteren Geschädigten werden vor angeblich bevorstehenden Straftaten gewarnt und dazu gebracht, Geld oder Wertgegenstände auszuhändigen bzw. Überweisungen zu tätigen.

Bei den falschen Polizeibeamten am Telefon standen 2018 den 3.700 polizeilich erfassten Anrufsachverhalten 117 vollendete Taten gegenüber. Insgesamt entstand hier ein Schaden von über 5 Millionen Euro bei einem Durchschnittsschaden von 43.000 Euro pro Tat.

Lassen Sie sich von Uniformen oder Ausweisen nicht einschüchtern. Im Zweifel: Rufen Sie bei der Polizei an und fragen, ob sie jemanden geschickt haben. Ein echter Polizist wird für so etwas Verständnis und Geduld haben. Auch ruft sie die echte Polizei nicht an. Beenden sie das Gespräch, legen eigenständig auf (wichtig!) und informieren dann die Polizei.

Hohe Zahl an Taschendiebstählen

Immer wieder gelingt es dreisten Taschendieben, Touristen aber auch Berlinerinnen und Berlinern mit flinken Fingern und einer raffinierten Arbeitsweise Bargeld, Handys, Schmuck und Scheckkarten aus Geldbörsen, Bekleidung und Taschen zu entwenden“, berichtet Michael Kühl. Überall, wo viele Menschen zusammen kommen, wo Gedränge entsteht, sind auch Taschendiebe nicht weit. So können Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Einkaufsbummel und Besuche von Veranstaltungen unerfreulich enden. „Langfinger“ nutzen Maschen wie Anrempeln, Beschmutzen sowie Ablenkmanöver. So kam es im Jahr 2018 zu 20.006 erfassten Taschendiebstahl-Taten.

Neben der strikten Verfolgung von Taschendieben setzt die Polizei Berlin stark auf Vorbeugung, um Taschendiebstähle zu verhindern: Wer aufmerksam für die Thematik sei und mit seinen Wertgegenständen sorgsam umgehe, nehme den Tätern die Chance zuzugreifen. Erfreulicher Weise konnte die Polizei Berlin im vergangenen Jahr einen Rückgang der angezeigten Taschendiebstahlsdelikte verzeichnen.

Taschendiebstahl: Augen auf, Tasche zu!

Tipps der Polizei Berlin:

  • Nehmen Sie nur das Notwendigste an Bargeld und Wertsachen mit.
  • Tragen Sie Wertsachen möglichst eng am Körper. Gut geeignet sind Jackeninnentaschen bzw. Brustbeutel und Bauchtaschen.
  • Die stets geschlossene Hand- bzw. Umhängetaschen mit der Verschlussseite/Zipper zum Körper hin tragen und nie unbeaufsichtigt lassen.
  • Im Gedränge den Rucksack immer vorn tragen.

Rückgang beim Kartenbetrug

Neben Bargeld werden oft auch Bankkarten entwendet, was nicht selten Folgetaten wie betrügerische Einkäufe mittels Lastschriftverfahren oder Bargeld-Abhebungen an Geldautomaten nach sich zieht. Beim Betrug mittels „rechtswidrig erlangter unbarer Zahlungsmittel” wurden im vergangenen Jahr 13.813 Fälle registriert (Vorjahr:13.164).

Hinweise zum Kartenbetrug

Melden Sie den Verlust oder Diebstahl der Kredit- oder EC-Karte unbedingt bei der Polizei und Ihrer Bank oder Sparkasse. Über KUNO, ein System der Polizei, können Sie Ihre EC Karte fürs Lastschriftverfahren sperren lassen – so ist das Bezahlen mit Unterschrift nicht mehr möglich. PINS oder Kartennummern immer separat, außerhalb der Geldbörse, aufbewahren.

KUNO Karten-Sperrdienst: www.kuno-sperrdienst.de

Berliner Sparkasse: Ein Anruf genügt
Sperrung der Sparkassen­Card: 869 869 05
Sperrung der Kredit­karte: 245 524 00
Sperrung Online-Banking: 869 869 57
Zentraler Sperr-Notruf aller Kreditinstitute: 116 116

Die Polizei Berlin rät: Seien Sie an Automaten bei der Eingabe Ihrer PIN stets achtsam. Sonst könnten Täter sensible Daten ausspähen – und dann direkt im Anschluss die Karte entwenden, um abzukassieren. Wie Sie sich vor der neuen Betrugsmasche schützen, und was Sie im Fall der Fälle vor dem größten Ärger bewahrt, lesen Sie in unserem Artikel: Kartenbetrug: Ausgespäht und abgezogen

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