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Mark und Euro seit 1948

Das Geld der Deutschen

Vor fast 70 Jahren löste im Osten wie im Westen die Deutsche Mark die Reichsmark ab. Über die „Mark der DDR”, die Währungsunion und den Ruf des „Teuro“.

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or fast 70 Jahren löste im Osten wie im Westen die Deutsche Mark die Reichsmark ab. In der BRD entwickelte sich daraus die bis dahin stabilste Währung der Deutschen, in der DDR machte das sehr schnell in „Mark der DDR” umbenannte Geld keine internationale Karriere, sondern blieb als sogenannte Binnenwährung auf den Handel innerhalb Ostdeutschlands beschränkt. Mit der Währungsunion am 1. Juli 1990 bekam das zufällig fast zeitgleich überarbeitete Westgeld Gültigkeit für das wiedervereinigte Deutschland.

Titelbild Deutsches Geld 460
Bild:

Die Geschichte der Mark endete am 31. Dezember 2001, mit Jahresanfang 2002 wurde der Euro gesetzliches Zahlungsmittel in den zunächst zwölf Ländern der Eurozone. Trotz der Finanzkrise ist der Euro eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte – und im Übrigen auch kein „Teuro”: Die Statistik zeigt eindeutig, dass die Inflationsrate der vergangenen Jahre weit unter der zu D-Mark-Zeiten liegt.

Mark
Der germanische Begriff „Mark” ist ursprünglich eine mittelalterliche Gewichtseinheit, die ab dem 11. Jahrhundert das Pfund als Edelmetallgewicht verdrängte. Bereits seit dem 15. Jahrhundert wurde der Begriff auch als Münzbezeichnung verwendet.

Pfennig
Der „Pfennig” geht als Währung auf Karl den Großen zurück. Die 1873 im Deutschen Reich als Währung eingeführte Goldmark erhielt als dezimale Einteilung den Pfennig. Dies wurde bis zur Euro-Einführung bei den jeweiligen Mark-Währungen in Deutschland beibehalten.

Euro
Nachdem zunächst die Bezeichnung der Verrechnungswährung „ECU” auch für die geplante Gemeinschaftswährung erwartet worden war, einigte sich der Europäische Rat auf den deutschen Vorschlag „Euro”, zuvor waren auch „Franken”, „Krone” oder „Gulden” im Gespräch.

Cent
Das „Cent” war ein Maß für das Gewicht von Salz und Holz. Zur Unterscheidung von anderen Währungen wird der Cent in der Eurozone oft als Eurocent bezeichnet. Die Abkürzung ist nicht geregelt, eingebürgert hat sich „ct”.

Historische Bilderstrecke: Das Geld der Deutschen

  • Brd1

    BRD (1948): Erste Serie Wurde in den USA gedruckt und in 23.000 Stahlkisten per Schiff nach Deutschland gebracht. Die Banknoten wurden durch die Bank deutscher Länder unter der Hoheit der westlichen Alliierten herausgegeben. Die Gestaltung der Noten orientierte sich stark am US-Dollar. Durchschnittliches monatliches Bruttoeinkommen: 185 DM

  • Ddr1

    DDR (1948): Deutsche Mark der Deutschen Notenbank Die Erstauflage der Banknoten für die sowjetische Besatzungszone wurde per Buchdruck in Moskau hergestellt. Grafisch beschränkte man sich auf Schrift und Zahlen sowie neutrale Muster. Durchschnittliches monatliches Bruttoeinkommen: 265 Mark

  • 19510101 Planwirtschaft

    1. Januar 1951: Mit dem ersten Fünfjahresplan 1951–1955 beginnt in der DDR die Planwirtschaft mit zentralen Zielen für die gesamte Wirtschaft. Bundesarchiv

  • Brd2

    BRD (1951): Bank deutscher Länder. Die schnell eingeführte zweite Serie trug den Aufdruck „Bank deutscher Länder” anstelle von „Banknote”, die 10-DM- und 20-DM-Scheine waren der ersten Serie sehr ähnlich. Die Banknoten aus wenig strapazierfähigem Papier wurden in England, Frankreich und den USA gedruckt. Durchschnittliches monatliches Bruttoeinkommen: 298 DM

  • 19570325 Ewg

    25. März 1957: Deutschland, Frankreich, Italien und die Benelux-Staaten gründen die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Bundesarchiv

  • 1958 0701 Trabant

    1. Juli 1958: Mit dem Produktionsstart des Trabant P50 beim VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau beginnt die Massenmotorisierung der DDR. Bundesarchiv

  • Brd3

    BRD (1963): Gemäldeserie. Wurde von der inzwischen gegründeten Deutschen Bundesbank herausgegeben. Da die Fälschungssicherheit im Vordergrund stand, wurden schwer nachzuahmende Kopfbildnisse aus alten Gemälden verwendet (auf dem Zehner: Albrecht Dürer). Durchschnittliches monatliches Bruttoeinkommen: 648 DM

  • Ddr3

    DDR (1964): Mark der Deutschen Notenbank. Kam erneut aus sowjetischer Produktion. Neben der Abbildung von Persönlichkeiten der Zeitgeschichte (Schiller auf dem Zehner) erschien hier erstmals das Staatswappen. Die Rückseiten zierten Sehenswürdigkeiten (z.B. Brandenburger Tor) oder zeitgenössische Motive (z.B. Mähdrescher). Durchschnittliches monatliches Bruttoeinkommen: 444 Mark

  • Ddr4

    DDR (1971): Mark der DDR. Berühmte Persönlichkeiten (von Goethe bis Marx, auf dem Zehner: Clara Zetkin) auf der Vorderseite sowie sozialistische Alltagssituationen auf der Rückseite. Gedruckt wurde beim VEB Deutsche Wertpapierdruckerei in Leipzig. Durchschnittliches monatliches Bruttoeinkommen: 589 Mark

  • 19711204 Mcdonalds

    4. Dezember 1971: Die erste deutsche Filiale von McDonalds eröffnet in München-Schwabing im Vorfeld der Olympischen Spiele von 1972. Bundesarchiv

  • 19731125 Autofrei

    25. November 1973: Wegen der Ölkrise findet in der BRD der erste „autofreie Sonntag” statt – der Benzinpreis war auf 1 DM „explodiert”. Bundesarchiv

  • 19840803 E Mail

    3. August 1984: Die erste E-Mail in Deutschland wird an der Universität Karlsruhe empfangen. Heute kommunizieren mehr als 80 Prozent der Bundesbürger per E-Mail. Bundesarchiv

  • 19891109 Mauerfall

    9. November 1989: Nach 28 Jahren fällt die Berliner Mauer und mit ihr die innerdeutsche Teilung. Bundesarchiv

  • 19900701 Waerhrungsunion

    1. Juli 1990: Bei der Währungsunion mit der BRD können DDR-Bürger 4.000 Mark zum Kurs von 1:1 in DM umtauschen, weitere Ersparnisse zum Kurs von 2:1. Bundesarchiv

  • Brd4

    BRD (1990): Persönlichkeitsserie. Eine Historikerkommission wählte wichtige deutsche Persönlichkeiten aus, die Vorderseite zeigte die Porträts, die Rückseite einen Aspekt ihres Schaffens. Gedruckt wurde durch die Bundesdruckerei in Berlin und die Privatdruckerei Giesecke & Devrient. Durchschnittliches monatliches Bruttoeinkommen: 3.491 DM

  • 19891109 Deutsche Einheit

    3. Oktober 1990: Wiedervereinigung. Durch die Deutsche Einheit entsteht Europas größter Binnenmarkt. Die Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West dauert jedoch länger als zunächst erwartet. Bundesarchiv

  • 19920701 Mobilnetz

    1. Juli 1992: Mit dem Start des D1-Netzes der Deutschen Telekom startet in Deutschland der Massenmarkt für Mobiltelefone. Motorola

  • 19990101 Euro Einfuehrung

    1. Januar 1999: Einführung des Euros als Buchgeld: Innerhalb der Eurozone kann nun zu festgeschriebenen Wechselkursen in Euro überwiesen werden. Bundesarchiv

  • Euro1

    2002: Euro, erste Serie. Die Entwürfe des österreichischen Grafikers Robert Kalina stellen auf der Vorderseite Fenster oder Tore dar, während auf der Rückseite eine Brücke zu sehen ist, die die Verbindung der einzelnen Länder symbolisieren soll. Dies sind keine realen Bauwerke, sondern eine Zusammenstellung aus Stilmerkmalen einzelner Epochen. Durchschnittliches monatliches Bruttoeinkommen: 2.084 €

  • 20020626 Vw Glof

    25. Juni 2002: Mit 21.517.415 Modellen bricht der VW-Golf den Rekord des VW-Käfers als meistverkauftes deutsches Auto. Bundesarchiv

  • 2008 Lehan Brothers

    15. September 2008:Die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers gilt als Beginn der internationalen Finanzkrise. Davis Shankbone/shankbone.org

  • Euro2

    2014: Euro, zweite Serie. Gestaltet von Reinhold Gerstetter, der schon die letzte Serie der Deutschen Mark entwickelt hatte. Die Stückelungen, Hauptfarben und Leitmotive der ersten Serie bleiben erhalten, jedoch werden neue und verbesserte Sicherheitsmerkmale eingeführt. Nach dem 5-Euro-Schein 2013 folgte im Herbst 2014 der neue 10-Euro-Schein. Durchschnittliches monatliches Bruttoeinkommen: 2.666 €

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