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Titel Abschied Fuer Immer
Bild: iStock
Abschied für immer

Das Unvorstellbare

Wenn sich ein geliebter Mensch aus dem Leben verabschiedet, bleibt für die engsten Angehörigen kaum Zeit zum Innehalten. Was in den ersten Stunden und Tagen auf Sie zukommt.

Unmittelbar nach dem Todesfall

Mit einem Arzt, der den Totenschein ausstellt, beginnen für die Hinterbliebenen Tage wie im Tunnel. Nun gilt es, die engsten Angehörigen und Freunde zu informieren und weitere Schritte zu besprechen. Wenn Sie die Kraft finden, sollten Sie umgehend die wichtigsten Dokumente des Verstorbenen zusammensuchen. In Kürze benötigt werden Organspendeausweis, Testament und Verfügungen, Personalausweis, Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Scheidungsurteil, eventuell Sterbeurkunde des Ehepartners sowie Versicherungsunterlagen.

In den ersten zwei Tagen

Ein Bestattungsinstitut muss ausgewählt werden, das sich auch um die Überführung des Toten in die Leichenhalle kümmert. Lassen Sie sich beim Standesamt mindestens fünf Kopien der Sterbeurkunde für diverse Nachweise erstellen. Sofern ein handschriftliches Testament vorliegt, muss es zum Nachlassgericht. Zeitnah informieren sollten Sie Krankenkasse und gegebenenfalls Arbeitgeber, Lebens- und Unfallversicherung, Pfarramt.

Bis zur Trauerfeier

Hier gibt es unendlich viel zu organisieren: Bestattungsart, Friedhof und Grab auswählen, Termin und Ort für die Trauerfeier finden, diese dann planen, Trauerkarten verschicken, Todesanzeige aufsetzen. Eine Beerdigung kostet durchschnittlich rund 7.500 Euro.

Nach der Trauerfeier

Mit dem Versand der Danksagungen kehrt der Alltag zurück. Sie müssen laufende Zahlungen beenden und Verträge, Mitgliedschaften, Miete, Abos, Strom, Telefon kündigen. Zudem muss der Verstorbene bei Renten- und Krankenversicherung, Firma und Behörden abgemeldet werden. Im Falle einer Testamentseröffnung bekommen die Erben einen Erbschein beim Nachlassgericht. Damit treten Sie das Erbe an und können mit dem Auflösen des Haushalts beginnen. Beim Zugang zu den Konten des Verstorbenen unterstützt Sie die Hausbank.

Kurz erklärt: Das sollten die Erben wissen

Freibeträge: früh genug bedenken

Für die Erbschafts- und die Schenkungssteuer (alle zehn Jahre neu) gelten fast die gleichen Freibeträge:

  • Ehepartner (auch eingetragene Lebenspartnerschaften): 500.000 Euro (Steuerklasse I)
  • Kinder, Stief- und Adoptivkinder: 400.000 Euro (Steuerklasse I)
  • Enkelkinder: 200.000 Euro (Steuerklasse I)
  • Urenkel, Eltern und Großeltern (bei Erbschaft): 100.000 Euro (Steuerklasse I)
  • Eltern, Großeltern (bei Schenkung), Geschwister und deren Kinder, Stiefeltern, Schwiegereltern und -kinder, geschiedene Ehepartner: 20.000 Euro (Steuerklasse II)
  • alle anderen Empfänger: 20.000 Euro (Steuerklasse III)

Steuern: 6,3 Milliarden Euro im Jahr 2018

Höhe der Erbschafts- bzw. Schenkungssteuer auf
die empfangenen Vermögen nach Abzug der obigen
Freibeträge:

Erben Steuersaetze

Erbschein: nicht immer nötig

Wer mit welcher Erbquote bedacht wurde, dokumentiert der Erbschein höchst offiziell. Meist ist aber auch ein notarielles Testament, ein Erbvertrag oder auch die beglaubigte Kopie eines handschriftlichen Testaments, jeweils mit Eröffnungsvermerk, Beweis genug. Eine zu Lebzeiten ausgestellte Konto- oder Vorsorgevollmacht reicht ebenso für das Regeln vieler Angelegenheiten – und macht die Erben zudem lange vor der Erteilung eines Erbscheins handlungsfähig.
Lediglich die Grundbuchämter verlangen von Immobilienerben einen Erbschein, manchmal werden auch hier eindeutige notarielle Testamente mit Eröffnungsprotokoll akzeptiert. Erbscheine stellt das Amtsgericht am Wohnort des Verstorbenen aus. Bei einem Nachlasswert von 50.000 Euro muss mit rund 330 Euro Gebühr gerechnet werden, bei 200.000 Euro mit 870 Euro und bei 1 Million mit 3.470 Euro.

Erbengemeinschaft: Team auf Zeit

Erben mehrere Personen nach gesetzlicher Erbfolge oder weil es der Erblasser in seinem Testament so bestimmt hat, bilden sie eine Erbengemeinschaft. Immobilien und alles, was nicht teilbar ist, kann von einem Erben übernommen werden, sofern er die anderen auszahlen kann. Andernfalls muss verkauft und der Erlös verteilt werden. Doch zunächst verwalten die Erben den Nachlass gemeinsam. Meist reicht für Beschlüsse eine Stimmenmehrheit, wichtige Entscheidungen, wie Verkäufe aus dem Nachlass, müssen einstimmig gefällt werden. Kann man sich nicht einigen, ist die Gemeinschaft handlungsunfähig. Dann hilft nur noch die Erhebung einer Erbauseinandersetzungsklage.

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