Titel Cora Frost
Bild: Xamax
Über Geld spricht man schon

„Alle, die zusammen Häuser bauen, trennen sich”

Die schräge Sängerin Cora Frost spielt die Venus in der starbesetzten Operette „Frau Luna” im Tipi am Kanzleramt. In Sachen Finanzen hat sie ebenso außerirdische Prinzipien.

Wofür geben Sie gern Geld aus?
Immer und gerne. Geld anzuhäufen und damit zu spekulieren verdirbt den Charakter und den Warenverkehr. Wenn man keins hat, das fließt, leidet man Not. Also immer raus damit. Dann kommt auch was zurück. Geld ist ein Tauschmittel, sollte nicht mehr sein. Dafür ist es auch zu hässlich.

Was war Ihr erstes selbst verdientes Geld?
Bierflaschen auf Baustellen sammeln. Die rochen auch gut. Die Baustellen und die Bierflaschen. Bauarbeiterverehrung war auch mit dabei. Da hing was dran, an dem Geld. Was Aufregendes. Und es gab 20 Pfennig.

Wofür sparen Sie?
Ich spare nicht. Alle, die zusammen Häuser bauen, trennen sich, und alle die für die Zukunft gespart haben, sind tot.

Bargeld oder Karte?
Bargeld. Haptisch muss es sein, wenn dann mal was rüberwächst. Geld in Plastiktüten. Ne Weile rumtragen. Nicht Dagobert-Duck-Style, sondern russisch. Und dann alles beispielsweise an die Musiker verteilen.

Was ist für Sie Luxus?
Luxus ist es, eigenständig zu sein. Um auch auf andre zugehen zu können. Nicht abhängig, vor allem nicht von Geld. Andern was gönnen können. In jeder Hinsicht.

Frau Luna
Operette in zwei Akten von Paul Lincke
vom 27. Oktober bis 29. Januar im Tipi am Kanzleramt
u. a. mit Geschwister Pfister, Benedikt Eichhorn, Thomas Pigor, Ades Zabel, Eintritt: 20 bis 69,50 Euro

www.tipi-am-kanzleramt.de

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