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Titel Immobilen Interview Pretzel
Bild: BSK Immobilien
Immobilien

Berliner Immobilienmarkt: „Es ist sinnvoll, jetzt noch einzusteigen“

Trotz gestiegener Preise ist es nicht zu spät, jetzt noch eine Wohnung oder ein Haus zu erwerben. Und: Eine Immobilie ist die beste Basis für die private Altersvorsorge. Das sind zwei Thesen von Sabrina Pretzel, die seit gut einem halben Jahr Geschäftsführerin der BSK Immobilien GmbH ist. Die Tochtergesellschaft der Berliner Sparkasse ist auf die Vermittlung von Immobilien spezialisiert.

Frau Pretzel, Sie bilden seit dem 1. Oktober 2018 zusammen mit Jens Haupt die Geschäftsführung der BSK Immobilien GmbH. Welche Kompetenzen und Erfahrungen bringen Sie für diese Aufgabe mit?

Sabrina Pretzel: Ursprünglich habe ich ein BWL-Studium absolviert. Die letzten sechs Jahre war ich beim größten Lizenzpartner eines deutschlandweit agierenden Massivhausanbieters tätig. Dort war ich in kaufmännischer und technischer Hinsicht für den Bau von Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern zuständig, betreute aber auch den Bau von Geschosswohnungen und den Ankauf von Grundstücken.

Die BSK Immobilien GmbH wurde 2016 als Tochterfirma der Berliner Sparkasse gegründet und fungiert als zentraler Ansprechpartner für alle, die eine Immobilie kaufen oder verkaufen wollen. Wo steht das Unternehmen heute auf dem Immobilienmarkt der Hauptstadt?

Wir haben uns etabliert, und zwar bei der Vermittlung sowohl von Bestandswohnungen, von Gewerbe- und Investmentobjekten als auch von Neubauprojekten. Wir haben bisher rund 500 Objekte vermittelt und haben etwa 20.000 Interessenten in unserer firmeneigenen Datenbank. Dabei arbeiten wir eng mit den ImmobilienCentern der Berliner Sparkasse zusammen, was sich beispielsweise bei Fragen der Finanzierung sehr positiv auswirkt. Wir können viele Leistungen der Berliner Sparkasse anbieten und auch auf das bundesweite Sparkassen-Netzwerk zurückgreifen.

Wir betreuen unsere Kunden in allen Belangen rund um die Immobilie – und zwar auch dann noch, wenn sie das richtige Objekt gefunden haben.

Gibt es darüber hinaus weitere Leistungen, mit denen Sie sich von Ihren Wettbewerbern abheben?

Eine Stärke ist sicher unsere lokale Präsenz. Wir kennen jeden Kiez genau, und unsere Betreuer sind einzelnen Regionen zugeordnet. Dadurch haben wir ein gutes Gespür für Trends, sodass wir kompetent Investitionsempfehlungen aussprechen können. Großen Wert legen wir außerdem auf die Immobilienbewertung, wobei wir auf ein eigenes Tool, namens Hettenbach, zurückgreifen. Dies ermöglicht es uns, schnell eine – übrigens kostenlose – Marktpreiseinschätzung des zu verkaufenden Objekts anzubieten. Grundsätzlich gilt, dass wir unsere Kunden in allen Belangen rund um die Immobilie betreuen – und zwar auch dann noch, wenn sie das richtige Objekt gefunden haben.

Immobilen Neubauten
Bild: Shutterstock

Die BSK Immobilien GmbH zählt auch Bauträger zu ihren Kunden. Welche Leistungen bieten Sie in diesem Bereich an?

Wir vermitteln Bauträgern Grundstücke und unterstützen sie bei der Schaffung von Baurecht. Darüber hinaus entwickeln wir Vermarktungskonzepte und geben Empfehlungen ab, welche Wohnungsgrößen und -grundrisse optimal sind. Dabei hilft uns die genaue Kenntnis der Nachfragesituation in den einzelnen Kiezen. Denn wir wissen genau, ob in der jeweiligen Lage vor allem Singles oder eher Familien eine Wohnung suchen. Natürlich unterstützen wir die Bauträger auch bei der Finanzierung und beim Vertrieb.

Seit Ende 2018 besteht eine strategische Partnerschaft mit Grossmann & Berger, der Maklertochter der Hamburger Sparkasse Haspa. Was versprechen Sie sich von dieser Verbindung?

Die Zusammenarbeit hebt vielfältige Synergien. Wir unterstützen uns beispielsweise gegenseitig beim Vertrieb von Neubauprojekten und arbeiten auch bei Finanzierung und Vermittlung zusammen.

Auf dem Berliner Markt gibt es noch Baulücken und Freiflächen, was in anderen Großstädten in diesem Ausmaß nicht der Fall ist.

Der Berliner Immobilienmarkt bewegt die Öffentlichkeit derzeit sehr stark. Was finden Sie persönlich am Berliner Markt besonders spannend?

Besonders spannend finde ich das Potenzial des Berliner Marktes. Hier gibt es noch Baulücken und Freiflächen, was in anderen Großstädten in diesem Ausmaß nicht der Fall ist. Dadurch werden in Berlin viele interessante Quartiersentwicklungen realisiert, wobei jeder Bezirk ein individuelles Flair hat und so unterschiedliche Zielgruppen anspricht.

Haben Sie selber einen Lieblingskiez?

Lange habe ich in Friedrichshain gewohnt, was ich sehr spannend fand. Mittlerweile bin ich in Charlottenburg zuhause, was ich ebenfalls sehr genieße. Ich mag die vielen schönen Ecken und gehe gern an der Spree joggen.

Luftbild Berlin
Bild: Shutterstock

Zu den Besonderheiten des Berliner Markts gehört, dass die Preise für Wohnimmobilien in den letzten Jahren sehr stark gestiegen sind. Viele Interessenten fragen sich deshalb, ob es überhaupt noch sinnvoll ist, beim jetzt erreichten Preisniveau eine Wohnung oder ein Haus zu erwerben. Was antworten Sie diesen Skeptikern?

Es ist absolut sinnvoll, jetzt noch einzusteigen. Nicht zuletzt aufgrund der niedrigen Zinsen ist es immer noch attraktiv, in Eigentum zu investieren. Die Immobilie ist außerdem die optimale Basis für die Altersvorsorge. Berlin als Hauptstadt ist ein guter Ort, um hier zu investieren, da die Stadt international angesagt ist und deshalb einen hohen Zuzug verzeichnet. Gleichzeitig ist Berlin im Vergleich zu anderen internationalen Metropolen noch immer preiswert.

In Spandau, Reinickendorf, Marzahn-Hellersdorf und in Tempelhof-Schöneberg finden sich noch attraktive Möglichkeiten.

Gibt es noch Stadtteile mit günstigem Preis-Leistungs-Verhältnis?

Ja, die gibt es, auch wenn man vielleicht bei der Suche etwas Geduld aufbringen muss. Beispielsweise in Spandau, Reinickendorf, Marzahn-Hellersdorf, aber auch in Tempelhof-Schöneberg finden sich noch attraktive Möglichkeiten.

Es wird viel spekuliert, wie sich die Wohnimmobilienpreise in Berlin in den nächsten Jahren weiter entwickeln werden. Haben Sie die Glaskugel, die uns die Entwicklung der Zukunft verrät?

Das nun leider nicht. Aber unserer Einschätzung nach werden die Preise leicht steigen. Wir spüren zwar, dass die Vermarktungszeiten länger werden, da die Interessenten die Angebote genauer vergleichen. Die Nachfrage wird aber auf jeden Fall groß bleiben, da die Stadt weiter wächst und der Neubau von Wohnungen damit nicht Schritt hält.

Unter Ihren Kunden sind ja auch viele Kapitalanleger. Bei diesen sind momentan Mikroapartments angesagt. Was spricht für solche Kleinwohnungen als Kapitalanlage?

Wir sind überzeugt, dass dieses Produkt dauerhaft stark nachgefragt sein wird. Denn es wendet sich an unterschiedliche Nutzergruppen: Studierende, Singles, Pendler, aber auch ältere Menschen. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern, da der Zuzug nach Berlin anhalten wird. Und es bleibt ein grundsätzlicher Trend, dass viele Menschen für eine bestimmte Zeit einen Zweitwohnsitz brauchen.

Wenn man sich den Markt für Wohnungen zur Kapitalanlage anschaut, stellt man fest, dass mittlerweile der Kaufpreis nicht selten mehr als das 40-fache der Jahresmiete beträgt. Ist das noch gesund, oder haben wir es mit Übertreibungstendenzen zu tun?

Sicher, es werden manchmal sportliche Ansätze gewählt. Dabei muss man aber berücksichtigen, dass gerade bei älteren Mietverträgen oft das Mietpotenzial noch nicht gehoben ist. Im Vergleich zu anderen Anlagemöglichkeiten bieten Wohnimmobilien deshalb immer noch eine attraktive Rendite. Dabei stellen wir fest, dass die Kunden genau hinschauen und nicht jeden Preis akzeptieren.

Historisch bedingt ist Berlin eine Mieterstadt, deswegen verharrt die Eigentumsquote auf einem relativ niedrigen Niveau.

Sie haben darauf hingewiesen, dass der Wohnungsneubau nicht mit dem Wachstum der Stadt Schritt hält. Woran liegt das?

Ein wichtiger Grund dafür sind die lang dauernden Genehmigungsverfahren. Diese erschweren es Bauträgern und Investoren, ihre Projekte zu realisieren. Hier wäre es hilfreich, wenn die Behörden etwas unbürokratischer agieren würden.

Obwohl die Zinsen so niedrig sind, verharrt die Eigentumsquote in Berlin auf niedrigem Niveau. Warum?

Das ist historisch bedingt. Berlin galt lange als Mieterstadt, wozu auch beiträgt, dass die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften eine starke Stellung einnehmen. Hinzu kommt die Zurückhaltung des Staates bei der Förderung von Wohneigentum. Aber man muss sich bewusst sein: Wer die finanzielle Möglichkeit hat, Wohneigentum zu bilden, fährt damit auf lange Sicht auf jeden Fall besser, als zur Miete zu wohnen.

Trotzdem kann man beim Kauf einer Immobilie vieles falsch machen. Welche Tipps haben Sie für Interessenten, die den Kauf einer Wohnung zur Kapitalanlage oder zur Eigennutzung erwägen?

Ganz wichtig ist es, den richtigen Partner auf Makler- und Bauträgerseite zu finden. Bei Neubauprojekten sollte man unbedingt die Verträge genau prüfen, und bei Bestandsobjekten sollte man immer einen Gutachter mit einbeziehen, um eventuelle Baumängel festzustellen. Und dann sollte man natürlich auch die Finanzierung auf sichere Beine stellen – die Immobilie muss auch finanziell zum Käufer passen und sollte ihn nicht überfordern.

Die BSK Immobilien GmbH ist ein eigenständiges Unternehmen und eine hundertprozentige Tochter der Berliner Sparkasse. Sie ist 2016 an den Start gegangen. Erfahren Sie mehr über die Arbeit der BSK Immobilien GmbH in unserem Artikel Gesucht und gefunden.

www.bsk-immobilien.de

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