Titel Berliner Moneten
Bild: Martin Haake
Neue Serie

Berliner Moneten: 25 Prozent Inflation

Wenn´s um Geld geht, vertrauen Berliner seit fast 200 Jahren der Berliner Sparkasse: In einer neuen Serie erinnern wir an Höhen und Tiefen der Wirtschaftsgeschichte an der Spree. „Berliner Moneten“ startet im Jahr 1369: Das junge Berlin darf erstmals selbst Münzen prägen. Der „Ewige Pfennig“ sorgt für stabile Verhältnisse. Aber nicht für die Ewigkeit.

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aum Zinsen auf die Ersparnisse? Immer noch besser als die „Verrufung”, die im Mittelalter üblich war: Damals wurde das Geld jährlich um satte 25 Prozent entwertet.

Die regionalen Fürsten gaben jedes Jahr neue Münzen aus, während die alten ihre Gültigkeit verloren. Gegen zwölf Vorjahrespfennige gab es neun aktuelle – ein einträgliches Geschäft. Die Pfennige galten zudem nur am Ort der Prägung. Reisende Kaufleute mussten gegen 25 Prozent Gebühr umtauschen.

Mit Spreebrücken an wichtigen Handelsrouten

Für Städte, die vom Handel lebten, war dies kein Zustand. Das junge Berlin – mit dem Ortsteil Cölln erstmals 1237 erwähnt – lag mit seinen Spreebrücken an wichtigen Handelsrouten. Als der zuständige Münzherr Markgraf Otto VIII. knapp bei Kasse war, kauften die Berliner ihm 1369 das Münzrecht ab und etablierten ihren eigenen „Ewigen Pfennig”. Dieser sollte dauerhaft gelten und kostenlos umgetauscht werden.

Allzu lange dauerte diese Ewigkeit allerdings nicht: Der klamme Markgraf verkaufte die gesamte Mark Brandenburg bereits fünf Jahre später an Kaiser Karl IV., der dann das Münzwesen neu ordnete. Mit der jährlichen Entwertung war es aber ein für alle Mal vorbei.

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