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Titel Nachwuchssportlerin Paula Leonhardt
Bild: Tilo Wiedensohler / camera4
Nachwuchssportler des Monats

Mit schnellen Beinen auf dem Weg zum Profi

Radfahrerin Paula Leonhardt ist auf der Straße und auf der Bahn erfolgreich. Ihr Ziel ist Olympia 2024.

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inks und rechts zogen die Weinberge vorbei, doch Paula Leonhardt hatte keinen Blick für die landschaftliche Schönheit der Breisgau-Region am Rande des Schwarzwalds. Sie war gewissermaßen auf der Flucht. Zusammen mit den anderen Juniorinnen war die Lichtenbergerin, wie bei der Radsport-Bundesliga üblich, mit zwei Minuten Vorsprung auf die Frauen auf die Strecke gegangen und versuchte nun, diesen zu halten. Am Ende kamen die Elitedamen zwar einmal heran, doch die 16-Jährige schnappte sich gegen die teilweise doppelt so alte Konkurrenz dennoch den Tagessieg.

In ihrer Altersklasse führt die Berlinerin momentan die U19-Wertung der Bundesliga an; sie gewann im vergangenen Jahr die TMP Jugend-Tour und sicherte sich erst kürzlich den deutschen Meistertitel im Einzelzeitfahren – die erste Goldmedaille auf der Straße seit mehr als 20 Jahren für die Radsportler des SC Berlin. „Das war mein bislang größter Erfolg“, sagt sie, für den sie nun auch als Berliner Nachwuchssportlerin des Monats August ausgezeichnet wurde.

Formate: video/youtube

Junioren-WM auf der Bahn erfolgreich bestritten

Im August zeigte Paula Leonhardt bei der Junioren-WM in Frankfurt (Oder), welche Leistung in ihr steckt und schaffte es mit dem Juniorinnenteam auf Platz sieben. Sie startete dort in der Einer- sowie in der Mannschaftsverfolgung. Die Generalprobe war rund einen Monat vorher schon gelungen: Bei der Junioren-EM in Gent (Belgien) holte der Vierer mit Paula die Bronzemedaille – und das mit deutschem Rekord. Auch die deutschen Meisterschaften im Rahmen der „Finals 2019“ liefen mit zwei Titeln in der Mannschaft sowie im Punktefahren äußerst erfolgreich: „Ich war selbst überrascht, weil ich im Vorfeld krank war. Umso schöner, wie es am Ende gelaufen ist.“

Langfristig sieht sie sich allerdings eher auf der Straße als auf der Bahn. „Das macht einfach mehr Spaß als immer nur im Kreis herum“, meint Paula. Durch die Einheiten auf der Bahn könne sie jedoch ihre Sprintfähigkeiten verbessern – hier sieht sie ihre größten Reserven. Bislang sucht sie im Rennen lieber vorzeitig die Entscheidung, anstatt es auf einen Zielsprint ankommen zu lassen.

Erste Tests beim deutschen Team Sunweb

„Ich kann lange sehr schnell fahren, besonders auch allein gegen die Uhr, und komme gut die Berge hoch“, sagt sie. Für Rundfahrten ist sie damit bestens ausgestattet. Seit 2013 sitzt Paula Leonhardt im Sattel. Schon ihre Mutter hatte als Jugendliche diese Sportart betrieben, und auch ihr Vater steigt als Triathlet häufiger aufs Rad. Über eine Nachbarin fand sie den Weg zum SC Berlin und fühlte sich dort auf Anhieb wohl, weil dort besonders viele Mädchen aktiv waren. „Als Frau hat man es im Radsport nicht so leicht. Es gibt weniger Rennen und viel weniger Preisgeld, da kann man sich glücklich schätzen, wenn man überhaupt etwas bekommt. Dabei arbeiten wir genauso hart wie Jungs“, sagt sie.

Trotzdem will sie ihren Traum, Profi zu werden, weiterverfolgen. Erste Tests beim deutschen Team Sunweb liefen vielversprechend, „das hat mich bestärkt, diesen Weg weiterzugehen.“ Nach der Bahn-WM folgt im September mit der WM auf der Straße in Yorkshire (Großbritannien) schon der nächste Höhepunkt: Paula tritt dort im Zeitfahren an. Dass sie wegen der Teilnahme womöglich ihre Führung in der Bundesliga noch verspielt, nimmt sie hin. Schließlich strebt sie schon jetzt nach höheren Zielen. So wünscht sich die junge Sportlerin die Teilnahme an Olympia 2024 in Frankreichs Hauptstadt Paris.

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