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Berliner Moneten

Berliner Bär trifft Bulle

1685: Der Große Kurfürst gründet die Berliner Börse. Diese wird später ein Zentrum der Weltwirtschaft – und zieht schließlich ins Internet.

Berliner Boerse
Bild: Martin Haake
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in Gartenhaus am Lustgarten reichte anfangs für die Absprachen der Krämer und Schneider. Doch mit der Industrialisierung veränderten sich die Dimensionen: Berlins größter Saal war bald nötig für den boomenden Handel mit Wertpapieren.

Ab 1863 zeugte der repräsentative Sitz am Spreeufer von der internationalen Bedeutung der nach New York und London drittgrößten Börse. Heute erinnert am DomAquarée nichts mehr an Hausse („Bulle”) und Baisse („Bär”) von Eisenbahn- oder Bergwerksaktien.

Mit dem Bauboom der Gründerzeit entstanden erstmals gefährliche Spekulationsblasen. Trotz Regulierung blieben die Märkte riskant: Am „Schwarzen Freitag” 1927 brachen die Berliner Kurse um 31,9 Prozent ein.

Nach dem Krieg gab es Börsenhandel nur noch im Westteil der Stadt. 1996 wurde ein ultramoderner Saal im futuristischen „Gürteltier” an der Fasanenstraße eingeweiht. Doch auch technische Innovationen veränderten das Handelsgeschehen grundlegend: War man 1965 noch stolz auf die Kursanzeige per Diaprojektion, endete nun bald die Ära des hektischen Treibens auf dem „Parkett”: Die Marktteilnehmer kaufen und verkaufen längst digital (für 63 Milliarden Euro 2016), der Berliner Börsensaal wurde immer leerer und 2009 schließlich geschlossen.

Wenn’s um Geld geht, vertrauen Berliner seit fast 200 Jahren der Berliner Sparkasse. Wir erinnern an Höhen und Tiefen der Wirtschaftsgeschichte an der Spree. Lesen Sie hier weitere Teile unserer Serie:

  • 1369: Das junge Berlin darf erstmals selbst Münzen prägen.

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