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Titel Schiksalsjahr-1920
Bild: Martin Haake
Stadtgeschichte

Schicksalsjahr 1920: Berlin vor hundert Jahren

Groß-Berlin, Pandemie und die größte Sparkasse aller Zeiten. Vor 100 Jahren war die Welt noch eine andere – und doch vergleichbar, was bestimmte Themen angeht.

W

er heute durch Charlottenburg oder Neukölln streift, kann sich kaum vorstellen, dass dies bis vor 100 Jahren Vororte waren. Erst mit dem „Gesetz über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin“ vom 27. April 1920, das am 1. Oktober 1920 in Kraft trat, entstand Groß-Berlin – Weltmetropole mit 3,8 Millionen Einwohnern.

Sparkassen der Vororte fusionieren mit der Sparkasse in Berlin

Ein wichtiges Datum auch in der Chronik der Berliner Sparkasse: 14 Sparkassen der bisherigen Vorortgemeinden fusionierten mit der Sparkasse in Berlin, die damals bereits auf über 100 Geschäftsjahre zurückblicken konnte. „Allerdings verschlechterte sich nach dem Ersten Weltkrieg die Situation aufgrund der schwierigen Wirtschaftslage erheblich“, weiß Klaus-Dieter Marten, langjähriger Leiter des historischen Archivs der Berliner Sparkasse. Auch die Auswirkungen der Spanischen Grippe, die 1918 das Deutsche Reich erreicht hatte, waren längst noch nicht ausgestanden. »Die Seuche raste durch die Stadt«, schrieb Alfred Döblin in seinem Roman »November 1918«. Erst im März 1920 wurde der letzte Todesfall gemeldet. Kein leichtes Jahr also, in dem die Berliner Sparkasse zur »größten Sparkasse der Welt« wurde. Rund 1,9 Millionen Berliner hatten hier seinerzeit schon ein Sparbuch, fast 2 Milliarden Mark waren darauf angespart.

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