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Heller-und-pfennig
Bild: Jens Bonnke
Redewendungen erklärt

Auf Heller und Pfennig

Geld regiert die Welt, sagt man. Und es prägt die Sprache. Unser Kolumnist Walter Schmidt hinterfragt Redewendungen. Diesmal: „Auf Heller und Pfennig“.

Wohl schon im 12. Jahrhundert, sicher jedoch um 1228 ist der „Haller pfenninc“ geprägt worden, und zwar in der unter Kaiser Barbarossa eingerichteten Reichsmünzstätte zu Schwäbisch Hall. Und von Hall, wie die Stadt damals bloß hieß, leitet sich auch der Name des silbernen, später kupfernen Hellers her, der demnach „Häller“ heißen müsste.

»Hall« wiederum deutet auf die mittelalterlichen Salzsieder in der Stadt am Kocher hin, ähnlich wie in Bad Reichen¬hall oder in Halle an der Saale. Der Umstand, dass Salzstädte und ihre Salzhändler ziemlich reich wurden, passt eigentlich gut zum Heller als Geldstück, doch als Münze von recht geringem Wert würde dieser besser zu einer armen Stadt passen. Für einen Reichstaler waren 576 Heller zu berappen, für einen Pfennig mancherorts immerhin zwei.

Was „keinen Heller wert“ ist, muss nahezu als wertlos gelten, und wer eine Schuld „auf Heller und Pfennig“ zurückzuzahlen hat, ist an einen Geldgeber geraten, der es äußerst genau mit der Rückzahlung nimmt.

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