Titel Inflation
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Anlegerfrage

Wie halte ich es als Anleger mit der Inflation?

Die Inflation ist zurück: Erstmals seit Langem haben die Preise wieder kräftig angezogen. Ist das für mich als Anleger eine gute oder eine schlechte Nachricht? Die Anlegerfrage an Olaf Schulz, Direktor Private Kunden der Berliner Sparkasse.

N

un, das kommt darauf an, wie Sie Ihr Vermögen strukturiert haben. Die Inflationszahlen für Deutschland wie auch für die Eurozone sind auf rund zwei Prozent gestiegen. Damit haben sie sich von Werten rund um die Nulllinie, wie sie noch Mitte des vergangenen Jahres vorlagen, deutlich entfernt.

Risikoscheue Anleger sind aktuell im Nachteil

Und die ohnehin mageren Zinsen auf Sparbuch, Tagesgeld oder Anleihen können die verstärkte Geldentwertung längst nicht mehr wettmachen – der Anleger erleidet also reale Verluste. Dasselbe trifft Festgeldanlagen, sobald die Inflationsrate den vereinbarten Zinssatz übersteigt. Mit dem gesparten Geld kann morgen weniger konsumiert werden als heute. Gerade für risikoscheue Anleger sind steigende Preise bei Zinsen nahe Null deshalb eher eine schlechte Nachricht.

Olaf Schulz
Olaf Schulz, Direktor Private Kunden der Berliner Sparkasse. Bild: Elke A. Jung-Wolff

Grund zur Freude haben dagegen Anleger, die auf Sachwerte gesetzt haben. Aktien, Rohstoffe und Immobilien profitieren von den zumeist mit der Inflation einhergehenden verbesserten Konjunkturdaten und einem erhöhten Konsumverhalten aufgrund von sinkenden Arbeitslosenzahlen sowie wachsenden Einkommen. Bei anziehender Nachfrage können zudem höhere Preise durchgesetzt und die Gewinne gesteigert werden. Immobilien profitieren von den größeren finanziellen Spielräumen der Anleger und dem damit verbundenen steigenden Bedarf an Wohn- und Geschäftsräumen.

Eine Wende bei der Inflation vorerst nicht zu erwarten

Was aber würde eine Zinswende – auf die ja alle Sparer momentan so dringend hoffen – bedeuten? Dafür lohnt ein Blick in die Vergangenheit: Steigende Zinsen führten meist zu Kursverlusten bei Anleihen. Also keine Entspannung für Anleger mit Bundesanleihen oder anderen Rentenpapieren im Depot. Mit einer Zinswende würde sich der Wert dieser Anlagen verringern und die Vermögensbilanz belasten. Ein solcher Zinsschritt sei zwar vorerst nicht zu erwarten, hatte die Europäische Zentralbank erst kürzlich selbst deutlich gemacht.

Doch klar ist auch: Die Zinswende kommt. Und eine Rückkehr in eine Welt ohne Inflation ist auf absehbare Zeit auch nicht zu erwarten, selbst wenn die Inflationsrate die zwei-Prozent-Marke in den nächsten Monaten wieder leicht unterschreiten sollte.

Was also tun? Werfen Sie nochmal einen Blick auf Ihre Geldanlagen und passen Sie gegebenenfalls die Vermögensstruktur an. Mit Sachwerten, seien es Immobilien oder Aktien, Rohstoffe und sogar Kunstobjekte, die Wertschwankungen unterliegen, können Sie der Geldentwertung die kalte Schulter zeigen.

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