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Neues Jahr

Mehr Netto, mehr Vorsorge: Das bringt 2018

Im neuen Jahr stehen in finanzieller Hinsicht einige Änderungen an. Ein Überblick der wichtigsten Neuerungen.

1) Mehr Netto für alle

Der jährliche Grundfreibetrag steigt: Ab dem 1. Januar erhöht sich dieser um 180 Euro auf 9.000 Euro pro Jahr. Für zusammen veranlagte Ehegatten/Lebenspartner beträgt er dann 18.000 Euro. Bei einem Einkommen bis zum Grundfreibetrag fallen also keine Steuern an.

Auch viele Beschäftigte im Niedriglohnsektor profitieren: Der gesetzliche Mindestlohn gilt nun ausnahmslos in allen Branchen. Bisher gab es einige Tarifverträge, die unterhalb des Mindestlohns lagen, diese sind nun nicht mehr zulässig.

2) Mehr Netto für Eltern

Ebenfalls ab dem 1. Januar erhöht sich der Kinderfreibetrag, den jedes Elternteil pro Kind geltend machen kann, um 72 Euro auf 4.788 Euro. Der Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf bleibt bei 2.640 Euro.

Zusätzlich werden Eltern durch eine Erhöhung des Kindergeldes unterstützt. Ab dem 1. Januar gibt es für jedes Kind 2 Euro pro Monat mehr: Fürs erste und zweite Kind 194 Euro, fürs dritte Kind 200 Euro, für jedes weitere 225 Euro. Apropos Kindergeld: Dieses konnte bei der Familienkasse bislang bis zu vier Jahre rückwirkend beantragt werden, ab 2018 geht dies nur noch für 6 Monate.

Eltern, die ihre erwachsenen Kinder unterstützen (und kein Kindergeld mehr erhalten), dürfen nun 9.000 Euro (statt bisher 8.820 Euro) als außergewöhnliche Belastung geltend machen.

3) Neue Gehaltsstufen beim Unterhalt

Die Düsseldorfer Tabelle regelt seit 1962 die Höhe des Kinderunterhalts durch den getrennt lebenden Elternteil. Die Sätze werden regelmäßig an die Lebenshaltungskosten angepasst, auch 2018 steigen sie leicht.

Da sich aber erstmals seit 2008 auch die Einkommensgruppen ändern, sinkt der Unterhalt bei manchen Kindern auch: Die Tabelle beginnt nun mit einem bereinigten Nettoeinkommen von bis 1.900 Euro (statt bisher 1.500 Euro) und endet mit bis zu 5.500 Euro (statt bisher 5.100 Euro). So kommt es, dass manche Unterhaltszahler von der bisherigen Einkommensgruppe 2 in die Einkommensgruppe 1 rutschen.

4) Einfacher für die Zukunft vorsorgen

Das Riestern ist seit dem 1. Januar attraktiver: Die bisherige Grundzulage wurde von 154 Euro auf 175 Euro erhöht. Dies gilt nicht nur für neu abgeschlossene Verträge, sondern ebenfalls für bereits bestehende Policen. Durch die Erhöhung der Grundzulage sollten Riester-Sparer prüfen, ob sie ihren Eigenbetrag reduzieren können. Wer bisher den Höchstbetrag ausgeschöpft hat (4 Prozent des Vorjahreseinkommens), muss seit diesem Jahr weniger zahlen.

Wie der Name schon sagt, stärkt das Betriebsrentenstärkungsgesetz die gemeinsame Vorsorge von Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Insbesondere für Geringverdiener und kleine Unternehmen ist diese wichtige Ergänzung zur gesetzlichen Rente nun deutlich attraktiver. Mehr Infos dazu auch in unserem aktuellen Artikel zur betrieblichen Altersvorsorge

Einige Änderungen kommen zudem auch auf Fondssparer zu. Beispielsweise werden zum neuen Jahr nun in- und ausländische Fonds steuerlich gleich gestellt. Was sich konkret für Fondssparer bei der Berliner Sparkasse ändert, haben wir beim Anlageexperten erfragt.

5) Bequemer Bargeldlos bezahlen

Ab dem 13. Januar gilt die EU-Richtlinie PSD2: Mit ihr soll der europäische Zahlungsverkehr verbraucherfreundlicher werden. So wird beispielsweise die Haftung bei Kartenmissbrauch auf 50 Euro gesenkt. Eine weitere Folge der Richtlinie: Für Kartenzahlungen dürfen keine zusätzlichen Gebühren mehr verlangt werden. Dies gilt auch für Überweisungen und Lastschriften. Betroffen ist der „Surcharge“, der bislang oft beim Onlineshoppen fällig wurde.

6) Europaweit Streamen

Ab dem 20.März wird das sogenannte „Geoblocking“ innerhalb der EU weitgehend abgeschafft. Nutzer von kostenpflichtigen Streamingdiensten wie Netflix, Amazon Prime oder Sky Go können nun EU-weit ihre Lieblingsserien und -filme genießen oder uneingeschränkt Musik hören.

7) Sicherer bar bezahlen

Zum Jahresende kommen neue Scheine: Die neuen 100 Euro- und 200 Euro-Banknoten erscheinen im überarbeiteten Design. Gleichzeitig dazu wird die Ausgabe der 500 Euro-Banknoten gegen Ende 2018 eingestellt. Bis Ende 2018 können Verbraucher aber noch weiterhin mit der Banknote zahlen.

8) Mehr Schutz für Bauherren

Wer ein Haus baut, kann dabei unangenehme Überraschungen erleben. Das neue Bauvertragsrecht soll dies ändern und private Bauherren ab 2018 besser schützen. Im Rahmen der Baurechtsreform wird zum Beispiel ein spezieller Verbraucherbauvertrag in das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) aufgenommen. Wer sich demnächst den Traum vom Eigenheim erfüllen möchte, kann sich also auf verbesserte Voraussetzungen freuen. Die wichtigsten Neuerungen für private Bauherren hat die Berliner Sparkasse für Sie zusammengestellt.

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