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Titel Interview Stiftung Berliner Sparkasse
Bild: Christoph Schieder
10 Jahre Stiftung Berliner Sparkasse

„Helfen Sie mit, unsere Stadt zukunftssicher zu machen“

Seit zehn Jahren engagiert sich die Stiftung Berliner Sparkasse für eine lebenswerte Hauptstadt und lädt Berlinerinnen und Berliner ein, sie auf diesem Weg zu begleiten. Zum Jubiläum sprachen wir mit dem Stiftungsteam über seine Arbeit, Meilensteine und Visionen.

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eit 2010 bündelt Berlins ältestes Geldinstitut einen großen Teil seines gesellschaftlichen Engagements in der Stiftung Berliner Sparkasse von Bürgerinnen und Bürgern für Berlin. Gründungsidee der Stiftung war, den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Stadt zu fördern und so das Leben der Berlinerinnen und Berliner nachhaltig zu verbessern. Mit einem Anfangskapital von
1 Million Euro gestartet, ist die Stiftung inzwischen ein viel beachteter und bestens vernetzter Förderer für zahlreiche engagierte Projektinitiativen unserer Stadt geworden. Besonders erfreulich: Immer mehr Berlinerinnen und Berliner lassen sich begeistern, Berlin mit einer Spende oder Zustiftung an die Stiftung Berliner Sparkasse auf Dauer gerechter, zukunftssicherer und lebenswerter zu machen. Verantwortlich für diesen Erfolg sind unter anderem Bianca Richardt, Carsten Otto und Patrick Gehrke, die die Stiftung heute gemeinsam prägen. Mit ihnen sprachen wir über Stiftungsarbeit, das Jubiläum und die Zukunft Berlins – was im Falle einer Stiftung die Ewigkeit bedeutet.

Die Berliner Sparkasse engagiert sich seit ihrer Gründung vor über 200 Jahren für unsere Stadt. Welche besondere Rolle spielt dabei die Stiftung Berliner Sparkasse?

Bianca Richardt: Ich kann mich nicht ganz an die letzten 201 Jahre seit Gründung der Berliner Sparkasse erinnern, aber es liegt tatsächlich seit jeher im genetischen Code einer Sparkasse, sich für ihre Region zu engagieren. Die Stiftung Berliner Sparkasse von Bürgerinnen und Bürgern für Berlin bündelt seit 2010 einen Teil dieses Engagements.

Stiftung Berliner Sparkasse Bianca Richardt
Bianca Richardt. Bild: Christoph Schieder

Wie kam es vor zehn Jahren zur Idee einer eigenen Stiftung Berliner Sparkasse?

Carsten Otto: Die Idee einer Bürgerstiftung gibt es bei vielen deutschen Sparkassen. Die Berliner Sparkasse engagiert sich bereits seit 1988 mit der Sparkassenstiftung Medizin, die den medizinischen Fortschritt unterstützt, seit 1997 mit ihrer Kulturstiftung, der Stiftung Brandenburger Tor. Was noch fehlte, war, den Berlinerinnen und Berlinern selbst die Möglichkeit zu geben, sich für ihr unmittelbares Umfeld im Kiez zu engagieren und das Miteinander zu gestalten.

Welche Möglichkeiten haben Berlinerinnen und Berliner, sich in der Stiftung zu engagieren?

Patrick Gehrke: Zunächst geht das vor allem durch Spenden und Zustiftungen, aber auch bei Aktionen, die wir gemeinsam mit Engagierten vor Ort organisieren. Dazu zählt beispielsweise unser Kiezkonto, bei dem Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Unternehmen und der Sparkassenfiliale vor Ort für ein bestimmtes Projekt Spenden sammeln. Darüber hinaus sind wir mit unserem vielfältigen Stiftungszweck so aufgestellt, dass Engagement in seiner ganzen Breite und nahezu in jedem Bereich möglich ist.

Können Sie diesen Stiftungszweck definieren?

Carsten Otto: Der Gesetzgeber sieht 25 unterschiedliche gemeinnützige Zwecke vor, neun davon finden sich in unserer Satzung. Darunter ist beispielsweise unser aktueller Schwerpunkt »Chancengleichheit und Bildung für Kinder und Jugendliche«, aber auch Kultur, Denkmalschutz, Wissenschaft, eine intakte Natur, Tierwohl oder Sport.
Bianca Richardt: Dieser breit aufgestellte Stiftungszweck garantiert, dass die auf Ewigkeit angelegte Stiftung der Stadt immer geben kann, was diese gerade braucht. Wo es heute „brennt“ wissen wir, was es in 50 Jahren sein wird, noch nicht. Aber unsere Stiftung ist darauf eingestellt.

Stiftung Berliner Sparkasse Lesewelt Berlin
Lesewelt Berlin. Bild: Christoph Schieder

Wie erfahren Sie von Projekten, die Unterstützung brauchen?

Bianca Richardt: Wir sind in der Zivilgesellschaft Berlins sehr gut vernetzt und erfahren von neuen Initiativen oft schon, bevor diese an die Öffentlichkeit gehen. Darauf ist auch unsere Arbeitsweise ausgerichtet. Natürlich arbeiten wir am Schreibtisch, aber nicht vom Schreibtisch. Vielmehr sind wir regelmäßig vor Ort, schauen uns die Projekte an, helfen oft mit Geld, aber auch mit Rat und Tat sowie einem guten Netzwerk.

Zehn Jahre Stiftungsarbeit. Feiern Sie das Jubiläum?

Carsten Otto: Ursprünglich hatten wir in der Tat ein kleines Fest geplant, aber dieses wegen Corona abgesagt. Unabhängig vom gesundheitlichen Aspekt wäre es im Moment auch nicht angemessen zu feiern, denn viele unserer Projektpartner haben derzeit existenzielle Sorgen. Hier ist eher Hilfe gefragt.

„Jeder Euro, den Sie spenden , kommt wirklich dort an, wo er gebraucht wird.“ Patrick Gehrke

Mögliche Spender befürchten oft hohe Verwaltungskosten, die von den Spenden abgezogen werden. Wie ist das bei Ihrer Stiftung?

Patrick Gehrke: Wir sind in der glücklichen Situation, dass unsere Stifterin, die Berliner Sparkasse, uns die Räume hier im Alexanderhaus mit seiner ganzen Infrastruktur kostenfrei zur Verfügung stellt. Auch die Stiftungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sind im Angestelltenverhältnis bei der Berliner Sparkasse und ehrenamtlich in die Stiftung entsendet. Die minimalen Verwaltungskosten, mit denen wir Vorgaben des Stiftungsrechts erfüllen, wie Wirtschaftsprüfer oder Registrierungskosten, können aus den Erträgen des Stiftungskapitals getragen werden. Wir können allen Spendern versprechen: „Jeder Euro, den Sie spenden oder zustiften, kommt wirklich dort an, wo er gebraucht wird.“

Stiftung Berliner Sparkasse Patrick Gehrke
Bild: Christoph Schieder

Was ist der Unterschied zwischen einer Spende und einer Zustiftung?

Bianca Richardt: Spenden, egal ob allgemein oder an einen bestimmten Zweck wie „Bildung“ oder „Tierschutz“ gebunden, fließen direkt in unsere jährliche Fördersumme und kommen so zeitnah den Projekten in vollem Umfang zugute. Zustiftungen sind hingegen ideal, um langfristig zu wirken. Sie fließen in unser Stiftungskapital, sind dort auf Dauer gesichert und machen unsere Stiftung stark und unabhängig. Da es ziemlich aufwendig ist, eine eigene Stiftung zu gründen, ist das Zustiften zu einer bestehenden Stiftung oft eine sinnvolle Alternative. Auch Zustiftungen können übrigens an einen Zweck gebunden werden: Einen Stiftungsfonds „Bildung Ehepaar Müller“ würden wir dann separat für diesen Zweck führen.
Patrick Gehrke: Erst kürzlich hatten wir den schönen Fall, dass ein Berliner die Stiftung in seinem Testament begünstigt hat und festlegte, dass die Erträge seiner Zustiftung an das Humboldt Forum gehen sollen. Nun fließen sie dort im Rahmen des Denkmalschutzes in den Bau der Statue der Friedensgöttin Pax.

Mehr über die Siftung Berliner Sparkasse lesen Sie hier >>

Wie viele Projekte hat die Stiftung bereits unterstützt?

Patrick Gehrke: Bis Ende 2019 hat die Stiftung 420 verschiedene Projekte gefördert, rund 60 Projekte sind im laufenden Jahr hinzugekommen.

Nach welchen Kriterien werden die Projekte ausgewählt, die gefördert werden?

Carsten Otto: Es gibt Förderkriterien, die mit dem Förderantrag geprüft werden, beispielsweise die Projektplanung mit ihrem Kosten- und Finanzierungsplan. Aber dieses Papier erzählt nicht die ganze Geschichte. Es sind immer die Menschen, die die Zahlen zum Leben erwecken. Deshalb ist der persönliche Kontakt so wichtig.

„Menschen, die in Berlin leben, wollen sich auch für ihre Stadt engagieren.“ Bianca Richardt

Wenn Sie jetzt zum Jubiläum auf die zehn Jahre zurückblicken: Welche Meilensteine sind bemerkenswert?

Bianca Richardt: Schauen wir uns die Gründungsideen von damals an. Erstens: „Kümmere dich um die Stadt, tue Gutes in der Breite und Vielfalt, wie diese Stadt Berlin es braucht.“ Genau das machen wir Tag für Tag. Zweitens: „Begeistere und beteilige Menschen an diesem Tun für die Gesellschaft.“ Unser schnelles Wachstum beweist, dass wir immer mehr Berlinerinnen und Berliner von diesem Engagement überzeugen. Und schließlich drittens: „Tue mehr, als nur Geld zu geben.“ Auch das erfüllen wir durch unseren Netzwerkgedanken.

Stiftung Berliner Sparkasse Carsten Otto
Carsten Otto. Bild: Christoph Schieder

Carsten Otto: Zu den aktuellen Meilensteinen zählt sicher ein Wohnprojekt für Menschen mit Behinderung, das wir in diesem Sommer auf den Weg gebracht haben. Damit bekommt eine Immobilie, die der Stiftung vor zwei Jahren vererbt wurde, nun eine Nutzung, die der Stifterin sicherlich gefallen hätte.

Was ist noch zu tun?

Patrick Gehrke: Eine schöne Vision für unsere Arbeit hat Bianca Richardt mal formuliert: Wenn man in Berlin ans Spenden und ans Fördern denkt, soll man an die Stiftung Berliner Sparkasse denken.

www.stiftung-berliner-sparkasse.de

Stiftung Berliner Sparkasse

Spendenkontonummer:

IBAN: DE54 1005 0000 2970 0900 00
BIC: BELADEBEXXX
Telefon: 030/869 630 90
E-Mail: stiftung@berliner-sparkasse.de

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