Freie Natur, grüne Wälder, klare Luft: die schönsten Wanderwege für Anfänger und Fortgeschrittene in und um Berlin. Von idyllischen Erholungsinseln, grün-blauen Weiten und Etappen, die vor Geschichte strotzen.
Warum im Frühling in die Ferne schweifen? Vom 20. bis 25. Juni treffen sich Tausende Wanderer zum Deutschen Wandertag 2012 im Fläming. Aber nicht nur in Brandenburg gibt es viele Wanderwege.
Kaum eine andere Metropole ist so grün wie Berlin und bietet so viele Erholungsmöglichkeiten. BerlinerAkzente stellt vier abwechslungsreiche Wandergebiete und Touren vor – für Anfänger und Fortgeschrittene, Langsame und Schnellläufer sowie für Wanderer, die entweder allein oder in einer Gruppe unterwegs sind.

Hinter den Hochhäusern von Marzahn versteckt sich das wunderschöne Wuhletal.
Landschaftspark Wuhletal: Geignet für fitte Wanderer, Vogelfreunde und Familien
Hinter den Hochhäusern von Marzahn versteckt sich ein wunderschönes Naherholungsgebiet in einem Tal entlang des Flüsschens Wuhle. Das Tal entstand durch eine Schmelzwasserrinne in der Eiszeit. Der Wuhletal-Wanderweg ist 15 km lang und verläuft immer parallel zum Fluss. Angelegt wurde er vor knapp zehn Jahren, nachdem das Klärwerk Falkenberg geschlossen worden war.
Wem die 15 km zu lang sind, der geht einfach den vier Kilometer langen und gut ausgeschilderten Naturlehrpfad. Hier gibt es rechts und links des Weges einiges zu entdecken: eine üppige Vegetation, seltene Vögel und zwei Plattformen, die eine wunderbare Aussicht auf das Tal bieten.

Das Naturschutzgebiet Grunewald lockt mit malerischen Spazierwegen entlang der Seenkette.
Naturschutzgebiet Grunewald: Geeignet für Wasserfreunde, Romantiker mit Picknickkorb und Familien mit Kindern
Hinter seinen feudalen Villen und Botschaftsgebäuden liegt eines der idyllischsten Erholungsgebiete Berlins – der Grunewald mit einer eigenen kleinen Seenkette: dem Schlachtensee, der Krummen Lanke, dem Grunewaldsee und dem Hundekehlesee.
Alle entstanden während der Weichsel-Eiszeit. Herthasee, Koenigssee, Dianasee und Hubertussee wurden dagegen um 1870 angelegt, um das einst sumpfige Gebiet trockenzulegen und die Bewohner vor Mücken zu schützen. Ein beliebter Wanderweg führt 16 Kilometer an der Seenkette entlang, auf idyllischen Uferwegen vorbei an kleinen Stränden, Kanälen und dem reetgedeckten Wasserwerk Riemeisterfenn.
Der Berliner Wanderclub bietet regelmäßig geführte Touren durch den Grunewald an. Die Zahl der Wanderer nimmt von Jahr zu Jahr zu. Die meisten von ihnen sind älter als 60 Jahre und haben sich bewusst für einen leichten Sport in Gesellschaft entschieden. „Bei welchem Sport können wir sonst so viel Natur sehen und so intensiv interessante Dinge betrachten?“, stellt Thomas Lenk, der Vorsitzende des Berliner Wanderclubs, fest. „Wir halten an, wo wir Lust haben.“

Gebirge "en miniature": Von den Müggelbergen haben Wanderer einen traumhaften Ausblick auf die grün-blaue Weite.
Müggelberge: Geeignet für kurzatmigere Wanderer und Lauffaule, die gern ihren Blick schweifen lassen
Theodor Fontane lästerte einst, dass die Müggelberge den Eindruck eines Gebirgsmodells machen würden, alles sei „en miniature“. Stattdessen wanderte er lieber durch die Mark Brandenburg. Selber schuld, denn vom Kleinen, 88 m, und Großen Müggelberg, 115 m, haben Wanderer einen wunderschönen Ausblick auf die grün-blaue Weite des Müggelsees und die darum liegenden Wälder, und das mitten in Berlin.
„Das Besondere an der Natur in Berlin ist die Vielfältigkeit, die man in einer Metropole zuerst nicht vermutet“, sagt Anja Sorges, die Geschäftsführerin vom NABU-Landesverband Berlin. Durch die Müggelberge führen lauschige Wanderwege, auf denen sich nicht so viele Besucher tummeln wie direkt am See. Wer nicht gleich stundenlang wandern möchte, läuft den Kleinen Müggelberg hoch und klettert auf den 30 m hohen Aussichtsturm.

Noch ein Geheimtipp: der Teltowkanalweg.
Teltowkanal: Geeignet für Neuberliner, Geschichtsinteressierte und Familien
Als absoluter Geheimtipp unter Wanderern gilt der Teltowkanalweg. Seine 34 Kilometer verbinden Berlin mit Brandenburg. Am besten teilen sich Ausflügler den Wanderweg in drei Etappen auf, damit jede Tour nicht länger als 10 Kilometer ist und nicht mehr als vier Stunden dauert.
Auswahl an Wanderungen
Wer nicht allein laufen oder keine Karten lesen möchte, findet hier eine Auswahl von geführten Wanderungen von April bis Juni 2012 in Berlin.
Hubertussee, Teltowkanal, Tiergarten
Wir streifen den Hubertussee
18. April, Mittwoch, 9.45 Uhr
Veranstalter: Berliner Wanderclub
Treffpunkt: S-Bahnhof Bergfelde Bahnsteig: S 8
Länge: ca. 14 km
Preis: 3 Euro *
Diverse Berliner Frühlingswanderungen
22. April, Sonntag, ab 6 Uhr
Veranstalter: Berliner Wanderclub
Treffpunkt: S-Bahnhof Wilhelmshagen
Länge: 7, 14, 21, 25, 32 oder 42 km
Infos: Telefon 550 36 32, E. Knau
Preis: 3 Euro*
Berlin am Wasser: Rummelsburger See
28. April, Samstag, 10 Uhr
Veranstalter: Berliner Wanderclub
Treffpunkt: Eingangshalle
S-Bahnhof Treptower Park
Länge: ca. 10 km
Preis: 3 Euro *
Naturkundliche Wanderung am Teltowkanal
5. Mai, Samstag, ab 8 Uhr
Während der Wanderung werden Vögel unter anderem anhand ihres Gesangs bestimmt.
Veranstalter: NABU
Treffpunkt: Lichterfelde, Wismarer Straße, Eugen-Kleine-Brücke
Dauer: ca. 3 Stunden
Preis: Es werden Spenden erbeten.
Aus der Geschichte Charlottenburgs Altstadttour
6. Mai, Sonntag, 10 Uhr
Veranstalter: Berliner Wanderclub
Treffpunkt: Rathaus Charlottenburg
Länge: ca. 5 km
Preis: 3 Euro *
Rhododendrenblüte im Tiergarten
16. Mai, Mittwoch, 10 Uhr
Veranstalter: Berliner Wanderclub
Treffpunkt: U-Bahnhof Hansaplatz, U9
Länge: ca. 8 km
Preis: 3 Euro *
Berlin am Wasser: Die Panke
2. Juni, Samstag, 10 Uhr
Veranstalter: Berliner Wanderclub
Treffpunkt: Bahnsteig des U-Bahnhofs Pankestraße
Länge: ca. 10 km
Preis: 3 Euro *
* Für jede Veranstaltung des Berliner Wanderclubs. Der Jahresbeitrag kostet 36 Euro.
Die erste Etappe beginnt in Brandenburg: Los geht’s an der Glienicker Brücke in Richtung Machnower Schleuse. Die zweite Etappe führt von der Machnower Schleuse nach Berlin zum S-Bahnhof Osdorfer Straße. Dort beginnt die dritte Etappe bis zum U-Bahnhof Ullsteinstraße. Jede Etappe strotzt vor Geschichte: Wanderer erleben Industrie-Denkmäler, passieren den ehemaligen Mauerstreifen, kommen an einem Denkmal für das ehemalige KZ-Außenlager Lichterfelde vorbei und streifen mit dem Campus der Charité die Berliner Wissenschaftsgeschichte.
Kontakt zum
Autor:
Jörn Käsebier
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Zuletzt aktualisiert: 30.04.2012
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